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Hannover 96 Hannover 96 schafft mit 2:1 den Klassenerhalt
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22:48 23.05.2015
Von Heiko Rehberg
Nach dem Klassenerhalt ist der Jubel in Hannover groß. Quelle: dpa
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Hannover

Als die Rettung geschafft war, landete Michael Frontzeck auf dem Rasen. Der 2:1-Sieg gegen den SC Freiburg war erst seit einer halben Minute Geschichte, Hannover 96 hatte in der Fußball-Bundesliga am letzten Spieltag den Klassenerhalt geschafft, da rissen Didier Ya Konan und mehrere 96-Profis ihren Trainer zu Boden. Es dürfte Frontzecks schönster Ausrutscher gewesen sein.

Hannover 96 sichert mit einem 2:1 gegen den SC Freiburg den Verbleib in der Ersten Bundesliga.

Auf dem Rasen herrschte nach dem Abpfiff ausgelassene Freude bei den Spielern und Verantwortlichen, auf den Tribünen vor allem große Erleichterung. Keine Spiele am Sonnabend um 13 Uhr. Keine Reisen nach Sandhausen oder Heidenheim. Mit 96 bleibt auch die ganze Region erstklassig, ein Abstieg hätte den Verein 30 Millionen Euro gekostet. Doch dieses Szenario wurde zum Glück keine Wirklichkeit.

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Was sich 48.000 hannoverschen Fans in der HDI-Arena gewünscht hatten, trat nach drei Minuten ein: ein frühes Tor zur Beruhigung der Nerven. Hiroshi Kiyotake, nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannt, traf nach einer tollen Flanke von Miiko Albornoz. Danach kontrollierten die „Roten“ die Partie, erst nach 20 Minuten waren auch die Freiburger drin, ihre erste Chance hatten sie aber erst in der 50. Minute. Doch 96-Torwart Ron-Robert Zieler parierte den Kopfball von Admir Mehmedi und verhinderte das 1:1.

Ein Ritt auf der Rasierklinge

96 betrieb nach der Pause einen Ritt auf der Rasierklinge. Die Mannschaft traute sich immer weniger, teilweise schnürten die Gäste die Hannoveraner hinten ein. „Ich kann nicht sagen, dass wir die bessere Mannschaft waren“, sagte später 96-Trainer Michael Frontzeck, der zugab, nur in der Halbzeitpause nach den Ergebnissen auf den anderen Plätzen gefragt zu haben.

Das war auch besser so, denn um die 70. Minute herum hatte bei den anderen Abstiegsspielen alles begonnen, gegen die „Roten“ zu laufen. In dieser Phase galt plötzlich: Macht Freiburg jetzt ein Tor, dann muss 96 in die Relegation.

Eigentor als Rettung

Erst in der 84. Minute entspannte sich die Situation mit dem 2:0, das kurioserweise kein 96er, sondern der Freiburger Pawel Krmas erzielte. Ein Eigentor als Rettung – 96 war es egal, zumal Kenan Karaman und Jimmy Briand an dem Treffer einen großen Anteil hatten.

Doch 96 machte es noch einmal spannend. Als dem Freiburger Nils Petersen in der Nachspielzeit das 2:1 gelang, durfte noch einmal gezittert werden. Sie werden doch nicht etwa? Nach einer Minute Bangen war auch das überstanden.

Abpfiff. Auf den Tribünen lagen sich die Menschen in den Armen, der Song „Nie mehr 2. Liga“ wurde zum Hit des Tages. Die Spieler bildeten einen Kreis, tanzten, warfen sich gegenseitig um. Große Kinder nach der Rettung. Stürmer Briand, der wieder eine tolle kämpferische Leistung gezeigt hatte, schnappte sich eine französische Fahne.

Und Frontzeck? Der war eine Stunde danach schon wieder die Ruhe selbst. „Ich bin stolz auf das, was in den fünf Wochen passiert ist“, sagte der 96-Trainer. „Ich hatte das Gefühl, dass auch in der Stadt etwas entstanden ist – das hat sich die Mannschaft erarbeitet.“

Frontzeck: „Ich bin ein Teil der Mannschaft"

Und wie geht es mit ihm weiter? „Wir sollten erst einmal alles sacken lassen“, sagte er. „Ich bin ein Teil der Mannschaft. Der eine oder andere nimmt sich zu wichtig, ich tue das nicht.“

Am Sonntag wird Frontzeck am Morgen bei der Talkrunde „Doppelpass“ in Sport1 in München zu Gast sein. Es wird also kein Treffen mit 96-Clubchef Martin Kind geben, der abends im NDR-Sportclub in Hamburg sein wird. Aber telefonieren wollen beide. Und schon mal über die Zukunft reden. „Ich habe immer gesagt, dass Michael Frontzeck unser erster Ansprechpartner ist. Das wird auch so bleiben“, sagte Kind. Die Tendenz ist klar: Frontzeck bleibt Trainer.

Frontzeck war schon wieder in der Kabine, als es im Presseraum in der HDI-Arena eine bewegende Szene gab: Freiburgs Trainer Christian Streich, der mit seiner Mannschaft in die 2. Liga absteigen muss, bekam einen Weinkrampf. Nicht nur Frontzeck, der früher selbst für Freiburg gespielt hat, hätte dem SC den Klassenerhalt gegönnt.

 

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