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Hannover 96 Hannover 96 siegt im Elfmeterkrimi gegen Dresden
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14:05 01.11.2012
Von Heiko Rehberg
Foto: Die Freude bei Hannover 96 ist nach dem Sieg im Elfmeterschießen groß.
Die Freude bei Hannover 96 ist nach dem Sieg im Elfmeterschießen groß. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Am Ende gab es kein Halten mehr nach einem langen Fußballabend. Alle auf Ron-Robert Zieler hieß das Motto, nachdem der Torwart von Hannover 96 im Elfmeterschießen zum Helden geworden war. Zieler parierte im DFB-Pokalspiel der 2. Runde gegen Dynamo Dresden die Strafstöße von Anthony Losilla und Mickael Poté. Weil bei 96 Lars Stindl, Manuel Schmiedebach, Konstantin Rausch und Jan Schlaudraff die Nerven behielten und verwandelten (nur Artur Sobiech traf nicht), stand am Ende ein glücklicher 4:3-Sieg im Elfmeterschießen für 96. Nach 90 Minuten hatte es 1:1 gestanden, in der Verlängerung fielen keine Treffer.

Wenn es darum geht, sich das Fußballleben schwerzumachen, dann entwickelte 96 gestern Abend großes Geschick. Eigentlich lief alles nach Wunsch. Nach 16 Minuten führte die Mannschaft mit 1:0 durch den Mann, der momentan fast immer richtig steht: Flanke links, Flanke rechts, Kopfballablage Didier Ya Konan, den Rest erledigte Mame Diouf aus kurzer Distanz.

Doch dann wiederholten die Hannoveraner, die auf Mohammed Abedellaoue (Magen-Darm-Grippe) und Szabolcs Huszti (muskuläre Probleme) verzichten mussten, den Fehler, der ihnen schon beim 2:3 in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach unterlaufen war. 96 nahm das Tempo raus, machte alles ein bisschen zu lässig und zu gemächlich gegen eine Dresdener Elf, die beim hannoverschen Ballbesitz eine neue taktische Errungenschaft präsentierte: die Abwehrfünferkette mit vier defensiven Mittelfeldspielern davor.

Das bedeutete für 96 wenig Platz vorne, ein Problem, das sich mit schnellem, präzisem Spiel, gerne mal über die Außen, lösen lässt. Doch schnell und präzise spielten die „Roten“ vor der Pause selten, über außen nur anfänglich.

Das alles wäre nicht so schlimm gewesen, hätte es nicht das dicke Überraschungsei in der 28. Minute gegeben. Nach einem Freistoß von Romain Bregerie stand es nämlich plötzlich 1:1. Und hätte Dynamo-Kapitän Robert Koch in der 43. Minute aus wenigen Metern freistehend eine hannoversche Nachlässigkeit bestraft oder Zieler nicht großartig gegen den starken Mickael Poté gerettet (57. Minute), wäre der Schaden sogar noch größer gewesen. Auf den Rängen stimmten die Fans das „Europapokal“-Lied an, wohlgemerkt diejenigen aus Dresden.

Enttäuschend war, wie wenig Torchancen sich 96 gegen den Zweitligisten herausspielte, der Pfostenkopfball von Karim Haggui (54.) war die Ausnahme. Und so viele Fehlpässe – vor allem von Sergio da Silva Pinto, Konstantin Rausch, Lars Stindl und Christian Pander – erlaubt sich 96 normalerweise in drei Partien zusammen. Kaum zu glauben: Kurz vor Ende der regulären Spielzeit war Dresden dem Siegtreffer näher als die ideenlosen „Roten“.

In der Verlängerung tat sich mit Ausnahme eines guten Schusses von Schmiedebach nicht viel, mit jeder Minute wurde der Frust der 96-Anhänger größer, denn die Einfallslosigkeit ihres Teams war erschreckend. Es folgte der Elfmeterkrimi – mit Happy End für 96.

Christian Purbs 29.10.2012