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Hannover 96 Hannover 96 steigt ab in den Keller
Sportbuzzer Hannover 96 Hannover 96 steigt ab in den Keller
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22:15 01.12.2010
Von Christian Purbs
Karim Haggui (vorne) scheint die Kälte nichts auszumachen, im Gegensatz zu Sofian Chahed trainierte er bei eisigen Temperaturen in kurzer Hose. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Drei Spiele sind es noch bis zum Ende der Hinrunde in der Fußball-Bundesliga, in der es sich die Mannschaft von Hannover 96 als Tabellenvierter in der Spitzengruppe so richtig bequem gemacht hat. Für eine Bilanz ist es noch zu früh, doch ein kleiner Rückblick sei schon mal erlaubt.

Es war der 5. Juli, die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka bereitete sich im Trainingslager in Göttingen auf die neue Saison vor, als die Deutsche Fußball-Liga den Bundesligaspielplan bekannt gab. Frankfurt, Schalke 04, Leverkusen, Wolfsburg und Bremen: Das waren die ersten fünf Gegner der „Roten“, und nicht nur Sportdirektor Jörg Schmadtke sprach damals von einem „strammen Auftaktprogramm“. Auch den meisten 96-Fans war mulmig zumute, mit fünf, sechs Punkten nach dem 5. Spieltag wären die meisten zufrieden gewesen. Es wurden zehn, 96 legte mit drei Siegen und einem Remis in den Spielen gegen die vermeintlichen Großen der Liga die Basis für die bislang so erfolgreiche Saison. Und als die Tabelle nach dem 9. Spieltag langsam Konturen annahm, hatten es die „Roten“ noch einmal mit einem Viererpack Spitzenteams zu tun. Aber auch gegen Hoffenheim, Dortmund, Mainz und den HSV zog sich 96 mit zwei Siegen sehr achtbar aus der Affäre.

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Bei Kälte und Schneetreiben bereitet sich das Team von Hannover 96 auf die Partie gegen Borussia Mönchengladbach am kommenden Wochenende vor.

Gegen die Großkopferten klappt es also. Und wie stehen die Chancen gegen die Teams aus dem Souterrain der Liga? In den nächsten beiden Partien steigen die „Roten“ in den Tabellenkeller und treffen mit Borussia Mönchengladbach (Letzter) und dem VfB Stuttgart (Vorletzter) auf zwei Teams, bei denen bisher so ziemlich alles schief gegangen ist. Zum Schluss geht es zum 1. FC Nürnberg, zurzeit auf Platz 10, bei dem es nach drei Niederlagen auch etwas unruhig geworden ist.

Vielleicht werden die Gladbacher am Sonnabend auf der Anzeigentafel im Stadion noch einmal die drei Eigentore der „Roten“ vom letzten Besuch bei den Borussen zeigen, um sich ein bisschen Mut zu machen. Zumal die Gastgeber im eigenen Stadion anscheinend auf Gastgeschenke angewiesen sind: Als einziges Team der 1. Liga warten die Borussen noch auf einen Heimsieg. Mit Marco Reus, Mohamadou Idrissou und Raul Bobadilla verfügt das Team von Trainer Michael Frontzeck über eine ordentliche Offensivabteilung, die Abwehr ist mit 40 Gegentreffern jedoch die große Schwachstelle. Für 96 wird es darum gehen, ruhig zu bleiben und die Chancen, die sich ergeben werden, zu nutzen.

Gute Leistungen zeigt der VfB Stuttgart bisher nur in der Europa League. Die Mannschaft ist keine Einheit und extrem verunsichert, sie verspielt sogar einen 3:0-Vorsprung wie vor drei Wochen in Kaiserslautern. Zudem hat der VfB ein Disziplinproblem. Bei der 2:4-Niederlage beim HSV flog Ciprian Marica wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz und ist jetzt um 50.000 Euro ärmer. Die Stuttgarter sind dennoch ein gefährlicher Gegner, weil die Mannschaft über sehr viel Potenzial verfügt.

Nach einem kleinen Zwischenhoch ist beim 1. FC Nürnberg schon das nächste Tief aufgezogen. Dem Team des ehemaligen 96-Trainers Dieter Hecking fehlt die Konstanz, es ist zu abhängig von der Form seiner Besten, Ilkay Gündogan, Mehmet Ekici und Julian Schieber. Wenn 96 das Trio in den Griff bekommt, könnten noch drei Punkte mehr unter dem 96-Weihnachtsbaum liegen.