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Hannover 96 Nächstes Heimspiel, nächste Enttäuschung
Sportbuzzer Hannover 96 Nächstes Heimspiel, nächste Enttäuschung
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00:15 09.11.2015
Von Heiko Rehberg
Quelle: zN
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Hannover 96 gegen Hertha BSC in der HDI-Arena. Die Bilder vom Spiel.

Wer ist eigentlich die Heimmannschaft? Diese Frage drängte sich in der ersten Halbzeit auf. Zehn Minuten schauten sich die Berliner an, was 96 wohl so machen würde, wenn sie sich den Ball in der Abwehr zuspielen. 96 machte nichts, also tat die Hertha das, was sich das hannoversche Publikum in der HDI-Arena von den „Roten“ wünscht: Sie ergriff die Initiative.

Was 96 bot, erinnerte stark an die Vorstellung beim 1:2 gegen Eintracht Frankfurt. Ein hannoversches Offensivspiel fand praktisch nicht stand, ein Kombinationsspiel auch nicht, obwohl der angeschlagene Hiroshi Kiyotake spielen konnte.

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Es war trostlos. Wo war die Leidenschaft, die die Mannschaft in der zweiten Hälfte beim 2:1-Sieg in Hamburg gezeigt hatte? Wo der Wille, mehr zu investieren, als vorsichtigen Schauen-wir-mal-Fußball, Hauptsache, hinten passiert erst einmal nichts?

Doch hinten passierte was, weil zumindest die Berliner den einen oder anderen guten Angriff zustande brachten. Einer davon führte in der 33. Minute zum verdienten 1:0 für die Gäste durch Salomon Kalou. Der Mann mit dem Kopfverband ließ dabei die 96-Verteidiger Marcelo und Miiko Albornoz, durch dessen Beine der Ball ins Tor ging, alt aussehen.

Hannover 96 hatte zwei Chancen, was allerdings in diesem Fall ein großes Wort ist. Einmal verdaddelte Kiyotake am Strafraum den Ball (28. Minute), das andere Mal konnte ihn Artur Sobiech nicht annehmen – Chance verpufft. Die Premiere in dem Spiel gab es deshalb in der 44. Minute: der erste 96-Schuss Richtung Tor, abgegeben von Kiyotake.

Es hakte in allen Mannschaftsteilen, und Trainer Michael Frontzeck hatte beim Auswechseln zur Pause die freie Wahl: Mit Ausnahme von Kiyotake und Salif Sane hätte er jeden 96-Profi auswechseln können. Frontzeck entschied sich für den völlig indisponierten Felix Klaus und brachte dafür Allan Saint-Maximin.

Für die zweite Hälfte galt das Motto: Es kann nur besser werden. Nach 54 Minuten erspielten sich die „Roten“ die erste richtige Möglichkeit.
Dass Kiyotake drüber schoss – geschenkt. Erstmals kam etwas Stimmung im Stadion auf, erstmals und für ein paar Minuten vermittelte die Elf den Eindruck, dass sie an diesem milden Novemberabend doch noch etwas bewegen will.
Doch bereits in der 60. Minute schien alles schon wieder vorbei. Ein schneller Konter der Berliner reichte, und schon stand es 2:0. Wie Kalou diesen Angriff abschloss, war Weltklasse, wie die Hannoveraner dabei freies Geleit gewährten, war wie in der Kreisklasse.

Erst eine Berliner Dummheit brachte 96 noch einmal zurück in die Partie. Kiyotake traf per Elfmeter zum 1:2 (70.), vorausgegangen war ein völlig unnötiges Foul an Uffe Bech.
Die Hoffnung auf ein Happy End war wieder da – bis sich auch 96-Verteidiger Marcelo dumm anstellte und Mitchell Weiser umtrat. Den fälligen Strafstoß verwandelte Kalou (87.), sein Treffer Nummer drei. Und für ganz viele Fans das Zeichen zum frühzeitigen Aufbruch nach Hause.

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