Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hannover 96 Keine meisterliche Vorstellung
Sportbuzzer Hannover 96 Keine meisterliche Vorstellung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 25.06.2014
Von Norbert Fettback
Die A-Junioren von Hannover 96 verloren am Sonntag das Finale um den Deutschen Meistertitel. Quelle: zur Nieden
Anzeige
Hannover

Das waren die Momente, die am schwersten zu ertragen waren. Auf der Mittellinie des hannoverschen Stadions wurde kurz nach 15 Uhr damit begonnen, die Bühne zusammenzubauen, auf der der neue deutsche A-Junioren-Fußballmeister geehrt werden sollte. Etwa 25 Meter davon entfernt hatten sich die Spieler in den weinroten Trikots zusammengefunden, und ihr Anblick verriet schon von Weitem, dass ihnen und ihren Trainern und Betreuern nicht nach feiern zumute war. Da konnte auch der laute Beifall aus der Nordkurve nicht helfen: Die Bühne gehörte am Sonntag nicht Hannover 96, sondern der TSG 1899 Hoffenheim. Trotz der beeindruckenden Kulisse von 14 200 Zuschauern.

Der Traum ist nicht wahr geworden. Hannover 96 hat das Finale um die deutsche Meisterschaft der A-Junioren am Sonntag gegen 1899 verloren; und mit 0:5 fiel die Niederlage sogar ziemlich heftig aus.

Im eigenen Stadion so nah dran zu sein, und am Ende doch so weit weg von Bühne und Pokal, das tut schon weh. Mit 0:5 hatte die Mannschaft um Kapitän Kevin Krottke sich dem Meister der Bundesliga Süd/Südwest im Finale beugen müssen. Ein Resultat, das nach den 90 Spielminuten niemand grundsätzlich infrage stellte; allerdings – auch drüber herrschte Einigkeit – fiel der Sieg der Hoffenheimer um zumindest ein oder zwei Tore zu hoch aus. Die Süddeutschen, die ihren Triumph ausgiebig genossen, waren reifer in der Spielanlage, technisch stärker und ausgebuffter, wenn sich ihnen Torchancen boten. „Wir waren diesmal nicht so drin in der Partie“, sagte 96-Trainer Daniel Stendel. „Aber man muss auch sehen: Die Jungs sind erneut ans Limit gegangen.“

Anzeige

Wie sehr, dafür lieferten Alexandros Panagiotidis und Kevin Wolf Mitte der 2. Halbzeit Anschauungsunterricht. Panagiotidis, ein bärenstarker Innenverteidiger, war gerade aufgrund von Krämpfen behandelt worden, da lag er nach einer Rettungstat im Strafraum schon wieder in Maikäfermanier auf dem Rasen (68. Minute). Erneut forderte die Muskulatur eine Pause ein. Ähnlich erging es ein paar Minuten später Wolf, dem Rechtsverteidiger, der plötzlich Rückenlage eingenommen und das rechte Bein in die Höhe gereckt hatte. Es ging einfach nicht mehr, und das war auch typisch für diese Phase des Spiels.

Mit 2:0 führten die Gäste zu diesem Zeitpunkt. Mike Bähre hatte nach einer tollen Einzelaktion Pech gehabt, dass Hoffenheims Torwart Marvin Schwäbe mit einem Reflex den Anschlusstreffer verhinderte (66.), der möglicherweise noch einmal das Signal zum Aufstehen und Übersichhinauswachsen gewesen wäre. Doch gerade da krampfte es insgesamt im 96-Spiel. Nach einem Ballverlust von Lukas Wilton war Philipp Ochs zur Stelle, schoss das  3:0 (78.) und die Gastgeber damit quasi k. o. Die beiden folgenden Tore taten nichts mehr zur Sache, ließen die 96-Leistung insgesamt aber in einem zu schlechten Licht erscheinen.

„Ärgerlich“, sagte Torwart Alexander Rehberg. „Nach unserer guten Saison wollten wir das Finale so nicht verlieren.“ Er stand später mit im großen Kreis auf dem Platz, der einer Abschiedsrunde glich. Ein großer Teil des Teams wird in der nächsten Saison nicht mehr bei den A-Junioren spielen. Stendel, ihr Trainer, stand in der Mitte und versuchte, die allgemeine Enttäuschung mit Worten zu lindern. Er habe die Jungs daran erinnert, dass sie in dieser Spielzeit eine Menge erreicht hätten, sagte er. „Die, die in der ,U 19’ bleiben, können das als Motivation mitnehmen.“

Die Höhepunkte der Partie zum Nachlesen.

 

Carsten Schmidt 20.06.2014
Hannover 96 Chilenischer Nationalspieler - 96 verpflichtet Miiko Albornoz
20.06.2014