Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hannover 96 Hannover 96 verliert mit 0:1 gegen St. Pauli
Sportbuzzer Hannover 96 Hannover 96 verliert mit 0:1 gegen St. Pauli
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:00 02.10.2010
Von Norbert Fettback
Ebbers trifft gegen Fromlowitz. Quelle: dpa
Anzeige

Die Bundesliga spielt weiter verrückt, diesmal auf Kosten von Hannover 96. Der Tabellendritte verlor am Freitagabend überraschend sein Heimspiel gegen den FC. St. Pauli mit 0:1 – und hatte am Ende sogar noch Glück, dass die Niederlage nach der Roten Karte für Abwehrchef Karim Haggui wegen einer Notbremse (80. Minute) nicht noch höher ausfiel. Die Chance, auf Platz 2 zu klettern, konnten eine viel zu nervöse hannoversche Elf nicht nutzen, das erhoffte Freudenfest musste ausfallen.

Anzeige

Das hatten sich die hannoverschen Fans im erstmals in dieser Saison ausverkauften Stadion ganz anders vorgestellt. Es hatte zu Spielbeginn vor Spannung regelrecht geknistert auf den rappelvollen Rängen, die Erwartungen gegen den Aufsteiger waren aufgrund des sensationell anmutenden Starts in die neue Spielzeit hoch wie nie. Und dann dies: Der erste Angriff überhaupt, der Gefahr für das Tor der „Roten“ heraufbeschwor, hatte nach sechs Spielminuten Unheil zur Folge. Ein Kopfball von Marius Ebbers nach einer präzisen Eingabe von links sprang vom rechten Innenpfosten über die Torlinie – nicht nur der chancenlose Florian Fromlowitz schaute da dumm aus der Wäsche.

Der FC St. Pauli führte mit 1:0, und alle diejenigen, die im Vorfeld geahnt hatten, dass es keine leichte Aufgabe werden würde gegen den Aufsteiger, durften sich bestätigt fühlen. Die laufstarken Hamburger spielten nach diesem Wirkungstreffer frech und unbekümmert auf – getreu der Devise: Was haben wir schon zu verlieren! 96 hingegen flatterten nach dem frühen Rückstand die Nerven, das Selbstvertrauen der vorausgegangenen Spiele schien verloren gegangen zu sein. Abzulesen war dies auch daran, dass die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka sich in der 1. Halbzeit keine wirkliche Torchance erspielen konnte; St. Paulis Torwart Thomas Kessler verlebte in diesem Abschnitt einen unerwartet ruhigen Abend.Ins Gewicht fiel dabei auch das Fehlen des verletzten Didier Ya Konan; mit Mohammed Abdellaoue als lange Zeit einziger Angriffspitze war gegen die gut gestaffelte Gästedefensive nicht viel ausrichten. Im Gegenteil: 96 musste sogar froh sein, dass Fromlowitz nach einem Freistoß gleich zweimal rettete (38.).

Auch als es 96 nach der Pause mit zwei Stürmern versuchte - Mikael Forssell kam für den angeschlagenen Emanuel Pogatetz ins Spiel – blieb der Tabellendritte in der Offensive vieles schuldig. 96 machte Druck, zeigte Einsatz, der Elf unterliefen aber zu viele Flüchtigkeitsfehler und Ungenauigkeiten. Lars Stindl, der für spielerische Impulse sorgen sollte, blieb blass.Letztlich hatten die 96-Fans nur einmal den Torschrei auf den Lippen, nachdem Moritz Stoppelkamp abgezogen hatte. Doch St. Pauli blieb stets gefährlich und hätte nach der Herausstellung von Haggui durch Deniz Naki gar die große Chance zum 2:0 (84). Von 96 kam in dieser Hinsicht gestern Abend viel zu wenig, um die St.-Pauli-Siegesfeier zu stören.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.