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Hannover 96 96 verschludert den ersten Sieg des Jahres
Sportbuzzer Hannover 96 96 verschludert den ersten Sieg des Jahres
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22:45 10.04.2015
Von Heiko Rehberg
Foto: Es war eine umkämpfte Partie: Hiroki Sakai wird von Berlins Fabian Lustenberger zu Boden gebracht.
Es war eine umkämpfte Partie: Hiroki Sakai wird von Berlins Fabian Lustenberger zu Boden gebracht. Quelle: Treblin
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Hannover

Bis sieben Minuten vor dem Abpfiff durften 46.000 Zuschauer in der HDI-Arena auf ein Ende der dramatischen Sieglosserie von Hannover 96 in der Fußball-Bundesliga hoffen. 1:0 stand es gegen Hertha BSC, und das war zu diesem Zeitpunkt nicht verdient, aber es wäre egal gewesen. In der Not nimmt man auch einen glücklichen Sieg. Doch 96 verschluderte diese Riesenchance fahrlässig, kassierte noch das 1:1 und wurde nach dem Abpfiff mit Pfiffen verabschiedet. Es waren noch nicht mal viele, die meisten Zuschauer waren einfach zu enttäuscht.

Es war wieder einmal eine erste Halbzeit, wie man sie von Hannover 96 in dieser Saison leider viel zu oft gesehen hat. Den großen Ankündigungen in den Tagen vor der Partie folgte ein Auftritt, bei dem bis auf die kämpferische Einstellung und eine ordentliche Anfangsviertelstunde fast alles fehlte. Wenn man wie die „Roten“ in einer als „extrem wichtig“ eingestuften Begegnung erst in der 32. Minute zur ersten Torchance kommt – Salif Sané per Kopf in die Arme von Hertha-Torhüter Thomas Kraft –, dann stimmt etwas nicht.

Die Bilder zum Spiel Hannover 96 gegen Hertha BSC.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Berliner einem Treffer näher, wobei sie zweimal von hannoverschen Patzern profitierten. Der starke Genki Haraguchi machte aus einer missglückten Kopfballabwehr von 96-Rechtsverteidiger Hiroki Sakai nichts (24. Minute). Salomon Kalou wurde nach einem Ballverlust von Felipe in letzter Sekunde von Christian Schulz gestoppt (26.).

Und 96? Hatte in der ersten Hälfte noch eine Gelegenheit für den erschreckend schwachen Jimmy Briand, der nach einer Sakai-Flanke drüber schoss. Mit jeder Minute wirkte die Mannschaft ideen- und mutloser. Vor allem im Mittelfeld lief gegen die gut gestaffelte Berliner Devensive nichts, und für die größte Überraschung sorgte Trainer Tayfun Korkut erst direkt nach der Pause, als er Briand weiterspielen ließ – und das bis zur 58. Minute.
Es ist Geschmackssache, ob man ein Heimspiel im Abstiegskampf, in dem unbedingt ein Sieg her muss, mit nur einer Sturmspitze angehen muss. Wenn dieser Stürmer aber ein Didier Ya Konan ist, der in den ersten 45 Minuten gefühlt keine fünf Ballkontakte hatte und dem jegliches Bundesligatempo fehlt, dann wird auch das schnell zu einem Problem.

Korkut ließ die Gelegenheit, dem Team mit Wechseln zur zweiten Halbzeit mehr Leben einzuhauchen, ungenutzt – auch das nicht zum ersten Mal. Ein Pfostentreffer nach einem Weitschuss von Lars Stindl in der 50. Minute war eher ein Zufallsprodukt als herausgespielt. Dass auf der Stadiontafel die Schussgeschwindigkeit von 76 Stundenkilometern mit dem Namen von Leonardo Bittencourt eingeblendet wurde, passte zu den Pannen auf dem Rasen. Bittencourt war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht dabei.

In der 66. Minute brachte Korkut den Spanier Joselu für Ya Konan, nachdem es bis auf den Stindl-Schuss bis dahin keine weitere Torchance für 96 gegeben hatte. Das Feuerwerk, das nach einer Stunde von den Tribünen aus zu sehen war, stammte vom Frühlingsfest auf dem Schützenplatz.

Hertha BSC tat in der zweiten Halbzeit weniger für die Offensive, aber für 96 war das ein Problem. Denn nach wie vor besitzt diese Mannschaft keine Idee, wie sie ein Heimspiel konstruktiv und offensiv gestalten soll.
96 kann nach wie vor nur eine Standardsituation helfen, so wie am Freitagabend.

Nach einem Eckball von Hiroshi Kiyotake stocherte Schulz den Ball in der 76. Minute zum 1:0 über die Linie. Endlich stimmte zumindest das Ergebnis – aber nur bis zur 83. Minute. 96 hatte da bereits auf Ergebnissicherung umgeschaltet und für den offensiven Kiyotake den defensiven Leon Andreasen gebracht. Doch der Berliner Valentin Stocker machte dem Team mit einem sehenswerten Treffer zum 1:1 einen Strich durch die Klassenerhaltsrechnung.

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