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Hannover 96 „Für uns, für die Stadt und für den Verein“
Sportbuzzer Hannover 96 „Für uns, für die Stadt und für den Verein“
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00:22 11.05.2015
Von Norbert Fettback
„Die Mannschaft hat die Überzeugung, dass es geht“: 96 strebt mit vereinten Kräften einen Sieg gegen Bremen an. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Genug der Vorrede. Und Schluss mit der Geheimniskrämerei. Hannover 96 will am Sonnabend im Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen die richtigen Karten auf den Tisch legen und endlich wieder auftrumpfen. Drei Punkte sollen her im Abstiegskampf, um zugleich ein Zeichen zu setzen. Ganz nach dem Motto: Wir geben nicht auf, auch wenn die Situation drei Spieltage vor Saisonschluss dramatisch ist. Mannschaftskapitän Lars Stindl, nach seiner Gelbsperre zurück im Team, bezeichnet den mit aller Macht angestrebten Sieg im Nordderby als „großes Ziel - für uns, für die Stadt und für den Verein“. Trainer Michael Frontzeck meint: „Wir wissen, dass wir in der Lage sind zu gewinnen.“ Das habe viel mit Überzeugung zu tun.

Überzeugend war der Auftritt, den 96 jüngst in der zweiten Halbzeit in Wolfsburg ablieferte. Auf bemerkenswerte Art und Weise wurde aus einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 gemacht. Das hat tabellarisch zwar nur einen Punkt gebracht, der Mannschaft in einer schwierigen Situation aber das Rückgrat gestärkt. In Verbindung mit dem Kurztrainingslager in Klosterpforte mehrt das bei den „Roten“ den Glauben daran, einen Strich unter die unselige Sieglosserie von 15 Spielen machen zu können - und so in der Tabelle wieder über dem ominösen Strich zu stehen. „Die Mannschaft sehnt das Spiel herbei“, sagt Sportdirektor Dirk Dufner, der nach den drei Tagen im westfälischen Marienfeld im Team ein gutes Gefühl ausgemacht hat. „Die Jungs geben sich den Halt, den man in so einer Situation braucht.“

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Wie zuletzt in Klosterpforte hat 96 auch am Freitag abgeschirmt vor allzu neugierigen Blicken trainiert - Besucher waren nicht erwünscht. Die Zuschauer in der ausverkauften HDI-Arena sollen 96 von der Seite erleben, die in den vergangenen Wochen und Monaten irgendwie verloren gegangen schien: mutig, entschlossen, selbstbewusst. Am Glauben daran fehlt es den Verantwortlichen nicht. „Die Mannschaft hat die Überzeugung, dass es geht - gegen alle Widrigkeiten“, sagt Frontzeck. „Sie hat begriffen, dass sie sich selbst aus dem Morast herausziehen kann.“

Die Rückkehr von Stindl, der Ideen und Torgefahr einzubringen vermag, ist wichtig. Doch er allein kann es gegen den SV Werder, der auf Europa-League-Kurs steuert, auch nicht richten. Frontzeck will auf jene Spieler setzen, die in Wolfsburg die erfolgreiche Aufholjagd vollbrachten - und dabei „ihren Mann standen“, wie es der 51-Jährige bezeichnet. Auf die Taktik hat er sich auch festgelegt. 96 werde nicht volle Kanne nach vorn spielen, ohne in den Rückspiegel zu gucken, sagt Frontzeck.

Volle Kanne - das erhofft sich die Mannschaft an Unterstützung von den Rängen. So eine Atmosphäre wirke „extrem leistungsfördernd“, sagt Sportdirektor Dufner. Frontzeck geht noch einen Schritt weiter: „Es ist zu spüren, dass ganz Hannover wie ein Mann hinter der Mannschaft steht.“ Eine Verbindung, die am Sonnabend fruchten soll.

Statistik: Hannover 96 gegen Bremen

Hannover 96 verlor 28 der 53 Bundesligaduelle gegen Werder und gewann nur elfmal. Doch es gibt auch durchaus gute Nachrichten aus der Statistikabteilung: In drei der vergangenen vier Heimspiele gab es hannoversche Siege, zuletzt allerdings im März 2014 eine 1:2-Niederlage. 96 und Werder treffen in dieser Saison bereits das vierte Mal aufeinander. Vor dem torreichen Remis (3:3) im Hinspiel siegte 96 Anfang August in Bremen unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit 2:0. Auch in der HDI-Arena gab es Anfang des Jahres eine Testpartie als „Geisterspiel“; Werder gewann mit 3:2. Aufpassen muss die 96-Abwehr vor allem auf Bremens Davie Selke. Der Stürmer, der in der neuen Saison für RB Leipzig spielen wird, erzielte vier der vergangenen sieben Werder-Tore. Die Bremer sind die Mannschaft mit den meisten Toren nach Standardsituationen (24).

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Kurz vor dem Spiel gegen Werder Bremen begleitet Hannover 96 eine Welle der Solidarität. Die "Roten" brauchen bei am Sonnabend einen Sieg, um die Chance auf den Klassenerhalt in der Bundesliga zu wahren. Die Führungsspitzen anderer hannoverscher Vereine betonen, wie wichtig es für die Region sei, dass der Fußballverein nicht absteigt.

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96-Trainer Michael Frontzeck will vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen am Sonnabend auf die fast identische Mannschaft wie gegen Wolfsburg setzen. Nur Kapitän Lars Stindl kehrt in die Startelf zurück. Stürmer Joselu muss die Partie hingegen voraussichtlich von der Bank verfolgen. 

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