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Hannover 96 Startelf-Debüt von João Pereira deutet sich an
Sportbuzzer Hannover 96 Startelf-Debüt von João Pereira deutet sich an
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00:15 08.02.2015
Von Heiko Rehberg
Der Portugiese João Pereira gewöhnt sich beim Training an die winterlichen Temperaturen in Hannover. Quelle: Petrow
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Hannover

Die wenigen Fans, die sich am Donnerstag bei nasskaltem Wetter mit langen Unterhosen, Handschuhen und Mützen auf den Weg zur Mehrkampfanlage hinter der HDI-Arena gemacht hatten, mussten sich lange gedulden. Das letzte öffentliche Training von Hannover 96 vor dem Fußball-Bundesligaspiel beim Hamburger SV (Sonnabend, 18.30 Uhr) war für 14.30 Uhr angesetzt - doch auf dem Übungsplatz war kein Spieler zu sehen. Erst mit 80 Minuten Verspätung erschien das Team, absolvierte eine halbe Stunde ein sogenanntes Gammeleck, danach zogen die Profis die Laufschuhe an.

Beim letzten öffentlichen Training vor dem Nordderby in Hamburg musste Hannover 96 auf Kapitän Lars Stindl verzichten.

Für die Verspätung gab es zwei Gründe: Angesichts der Temperaturen hatte 96-Trainer Tayfun Korkut das Aufwärmtraining nach drinnen verlegt. Und außerdem hatte er für seine Spieler eine DVD dabei. Es gab Szenen aus der Partie gegen Mainz (1:1) zu sehen - Szenen, die sich in Hamburg nicht wiederholen sollen.

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Sechs Punkte trennen 96 von einem Europa-League-Platz, sieben Punkte sind es bis zu einem Abstiegsplatz. „Wir sind jetzt in der Mitte“, sagt Korkut und hat nach dem Mainz-Spiel angemerkt, „dass wir nicht so weit weg von den Plätzen unter uns sind“. Nach „zwei Spieltagen der verpassten Möglichkeiten“, wie es das Fachmagazin „kicker“ nannte, ist 96 in der Bundesliga an einer Weggabelung angekommen. Nach oben oder nach unten - in Hamburg wird 96 eine Richtung einschlagen müssen.

„Wir fahren zum HSV nicht mit der Hoffnung auf einen Punkt, sondern mit dem Selbstvertrauen, dass wir leistungsstark genug sind, da zu gewinnen“, sagt 96-Sportdirektor Dirk Dufner. Bereits nach dem Remis am Mittwochabend („Wir müssen den Anspruch haben, gegen Mainz zu gewinnen“) hatte Dufner „Selbstkritik“ eingefordert und die Mannschaft an ihre Klasse erinnert - und damit gleichzeitig den Profis deutlich gemacht: Keine Ausreden, es liegt an euch, was ihr aus euren Qualitäten macht.

Personell sind gegenüber der Startelf gegen Mainz größere Veränderungen nicht zu erwarten. Salif Sané hat mit einer ordentlichen Leistung seinen Platz im defensiven Mittelfeld neben dem unumstrittenen Manuel Schmiedebach gefestigt; Ceyhun Gülselam und Maurice Hirsch sind derzeit keine bessere Alternative.

Hinten links ist Miiko Albornoz von der Form zu Saisonbeginn weit entfernt. Edgar Prib, der die Rolle ausfüllen kann, wird aber erst eine Woche später im Heimspiel gegen den SC Paderborn ein Thema sein.

Deshalb bleiben zwei Fragezeichen:

Hiroki Sakai oder João Pereira?: Der Japaner zeigte gegen Mainz nach guter erste Halbzeit altbekannte Defensivschwächen. Pereira, der Neue vom FC Valencia, ist laut Korkut trotz fehlender Spielpraxis in einem körperlich guten Zustand. Ein Tausch Portugiese gegen Japaner hinten rechts deutet sich an.

Jimmy Briand oder Leonardo Bittencourt?: Briand schoss zwar das Tor gegen Mainz, verstolperte ansonsten aber viele Bälle. Bittencourt zeigte nach seiner Einwechselung, dass er ein guter Flankengeber ist – vor allem Joselu kann in dieser Hinsicht Unterstützung gebrauchen. Bittencourt wäre die offensive Alternative. Gut möglich, dass das Korkut zu mutig ist.

(mit: kös)

Hamburg findet wieder Geschmack am Toreschießen

Bei Hannover 96 klagen die Fans über die Torarmut. Null Tore gegen Schalke, ein Tor gegen Mainz, insgesamt nur 22 Tore in 19 Spielen. Was sollen sie da beim Hamburger SV sagen? Aktuelle Bilanz: zwölf Treffer. Erschütternd, aber ausgerechnet vor dem morgigen Spiel gegen 96 scheinen die Hanseaten zumindest wieder zu ahnen, wo man auf dem Platz dieses rechteckige Ding mit Pfosten, Latte und einem Netz findet.

Nach nur neun erzielten Toren in den vorherigen 18 Fußball-Bundesligaspielen sprechen sie in Hamburg nach dem 
3:0-Sieg beim SC Paderborn von einem „Schützenfest“ und einer „Torflut“, der Sportinformationsdienst schrieb am Tag danach von einem „wahren Torfestival“. Beim HSV scheinen sie spät Geschmack am Toreschießen gefunden zu haben, was für die „Roten“ keine gute Nachricht ist. „Natürlich wollen wir jetzt nachlegen“, sagte Rafael van der Vaart, der in Paderborn einen nach acht Sekunden zugesprochenen Elfmeter zum 1:0 verwandelt hatte. Aber müssen sie bei 96 morgen tatsächlich Angst haben vor den Hamburgern?

Auch der zweite Auswärtssieg des HSV war keine Glanzleistung. „Wir müssen ab und zu auch mal nicht schön spielen, aber so, dass das Ergebnis stimmt“, sagte van der Vaart. „Trotz der schnellen Führung hatten wir Schwierigkeiten, ins Spiel zu kommen“, sagte Trainer Joe Zinnbauer. Es waren die Kardinaltugenden eines Abstiegskandidaten – Einsatz und geringe Fehlerquote in der Defensive – die die Hamburger in Paderborn auszeichneten.

Die „Roten“ werden im Nordderby auf einen ähnlich auftretenden HSV treffen, immerhin kann 96-Trainer Tayfun Korkut vom Kollegen Zinnbauer nicht überrascht werden wie Paderborns André Breitenreiter am Mittwoch. Zinnbauer hatte Marcell Jansen auf der linken Außenbahn nach vorne beordert, abgesichert vom 21-jährigen Ronny Marcos – es war der entscheidende Schachzug.

Auf 96 kommt auf der rechten Abwehrseite also etwas zu. Gut zu wissen für Hiroki Sakai – oder João Pereira.

hr

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