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Hannover 96 Hannover 96 will Titelfavorit Borussia Dortmund ärgern
Sportbuzzer Hannover 96 Hannover 96 will Titelfavorit Borussia Dortmund ärgern
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20:31 01.04.2011
Von Volker Wiedersheim
Egal wie der Ball kommt, Didier findet eine Lösung: 96-Stürmer Ya Konan – mit Carlitos (links) – beim Abschlusstraining am Freitag. Quelle: Ulrich zur Nieden
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96 zu Gast bei Borussia Dortmund, das ist in mehrfacher Hinsicht ein wahres Spitzenspiel in der Fußball-Bundesliga an diesem Wochenende. Nicht nur weil der Tabellendritte, die „Roten“, beim Ersten und Meisterschaftsfavoriten BVB antritt. Es stehen sich im Signal Iduna Park (Anpfiff am Sonnabend um 15.30 Uhr) zwei ausgewiesene Tempotruppen gegenüber. Das überfallartige Angriffsspiel der 96er ist inzwischen viel beachtet und sogar gefürchtet bei den Gegnern. Ballgewinn bevorzugt jenseits der Mittellinie, und dann im Tempo einer Silvesterrakete ab in Richtung gegnerischer Strafraum, Torschuss nach höchstens zehn Sekunden – zuweilen tragen die „Roten“ das so unwiderstehlich vor, dass selbst hoch gelobte Teams wie der FC Bayern München und 1899 Hoffenheim nur baff hinterherschauen können.

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Die Besonderheit des Spieltages am Sonnabend geht nach Deutung von 96-Coach Mirko Slomka so: „Es gibt nur ein Team in der Bundesliga, das innerhalb von zehn Sekunden nach einem Ballgewinn mehr Tore als wir erzielt hat. Nämlich Borussia Dortmund.“ Es ist also das Turbo-Duell.

Wer hätte das gedacht nach dem ebenso eindeutigen wie für 96 unangenehmen Ergebnis des Hinspiels – eine 0:4-Heimniederlage der „Roten“. „Im Hinspiel waren wir in allen Belangen unterlegen. Das hat sich in den Toren gezeigt, obwohl die erst sehr spät gefallen sind“, meinte Slomka, der nun keine Wiederholung des Spielverlaufes erwartet. „Ich denke, dass wir uns entwickelt haben und dass wir auch auswärts jetzt einiges zu bieten haben. Wir haben im Training noch einmal einige Varianten geprobt, die infrage kommen. Wir rechnen uns schon etwas aus, obwohl es gegen die Mannschaft geht, die die Bundesliga absolut dominiert hat.“

Dass im optimalen Fall für 96 die Borussen auf der Zielgeraden zur Meisterschaft noch einmal weiche Knie bekommen könnten, spielt für den 96-Coach indes nur eine unbedeutende Nebenrolle. „Wir können die Liga gern noch einmal etwas spannend machen“, meinte der 96-Trainer, aber einen besonderen Ehrgeiz verspürt er da nicht. „Wir blicken nicht auf die Meisterschaft. Ich würde es den Dortmundern auch gönnen. Auch weil sie eine befreiende Spielart haben, die mir sehr gut gefällt. Ein ganz junges Team, bei dem man denkt: Boah, was für eine tolle Mannschaft!“

Ebenso wenig denken die 96er laut ihrem Coach ans eigene Fortkommen in die Champions League: „Das wäre auch nicht gut. Wir haben eine Position zu verteidigen. Darum geht es in Dortmund.“ Und deshalb wird sich 96 auch nicht in der eigenen Hälfte einigeln und versuchen, einen Punkt zu ermauern. Auch das hat Tradition: Torlos ist noch keines der 96-Spiele in Dortmund geblieben.

Volker Wiedersheim 09.03.2011