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Hannover 96 Hannover 96 will über Dynamo Dresden wieder in Europa League
Sportbuzzer Hannover 96 Hannover 96 will über Dynamo Dresden wieder in Europa League
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06:15 02.11.2012
Von Norbert Fettback
Foto: In der Liga ist es eng, für Hannover 96 könnte deshalb der Weg ins internationale Geschäft auch über den DFB-Pokal führen.
In der Liga ist es eng, für Hannover 96 könnte deshalb der Weg ins internationale Geschäft auch über den DFB-Pokal führen. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Man braucht nicht viel Phantasie für eine Voraussage, mit welchem Ergebnis das DFB-Pokalspiel zwischen Hannover 96 und Dynamo Dresden am Mittwoch enden könnte. Beide Mannschaften scheinen sich auf das Resultat schon längst festgelegt zu haben; bliebe nur noch zu klären, wer dieses Mal das bessere Ende hat.

Zweimal standen sich die beiden Klubs in diesem Wettbewerb bereits gegenüber: Im September 1993 musste der Pokalsieger des Vorjahres in der 3. Runde im Niedersachsen-Stadion mit 2:3 die Segel streichen, 13 Jahre später machte es 96 in Dresden besser und zog mit einem 3:2 in die 2. Runde ein. Als sollte die Erinnerung daran wachgerufen werden, legten beide Mannschaften vorigen Sonntag nach: Wieder leuchtete bei Spielschluss das ominöse Resultat auf der Anzeigetafel auf; diesmal hatten aber sowohl die Niedersachsen (gegen Borussia Mönchengladbach) als auch die Sachsen (beim FC St. Pauli) in ihren Ligabegegnungen das Nachsehen. Und das jeweils nach einer 2:0-Führung, die noch aus der Hand gegeben wurde.

Der Kritik, die danach speziell auf die „Roten“ einprasselte, soll am Mittwoch (Spielbeginn in der AWD-Arena ist um 20.30Uhr) die passende Antwort folgen. So stellt es sich jedenfalls 96-Klubchef Martin Kind vor. „Wir haben unsere erste Chance in den ,Wochen der Wahrheit‘ nicht wahrgenommen“, sagt der 68-Jährige. „Die Mannschaft muss jetzt das richtige Zeichen setzen und ihre Leistungsstärke bestätigen.“ So soll nicht nur die nächste Pokalrunde erreicht, sondern auch neuer Schwung für die Bundesliga und die Europa League geholt werden, wo es mit den Spielen gegen den FC Augsburg (Sonnabend) und den VfB Stuttgart (11.November) sowie Helsingborgs IF (8. November) sozusagen Schlag auf Schlag weitergeht. Nach zuletzt nur einem Punkt aus vier Meisterschaftsspielen heißt es, einen neuerlichen Tiefschlag zu vermeiden.

Jörg Schmadtke kann sich die allgemeine Aufregung nicht so recht erklären. „Wir haben nach langer Zeit mal wieder ein Heimspiel verloren“, sagt der 96-Sportdirektor. „Das ist ärgerlich, aber in der Tabelle ist alles eng beisammen.“ Aus seiner Sicht werde in der Öffentlichkeit da mitunter zu schnell am Rad gedreht: „Vorher war alles supertoll, jetzt soll alles grottenschlecht sein.“

An der Mannschaft ist es, schon am Mittwoch den Beweis dafür anzutreten, dass sie es nicht verlernt hat, erfolgreichen und zugleich attraktiven Fußball zu spielen. Wie beim 6:1 in der 1. Runde des Pokalwettbewerbs beim FC Nöttingen mit einem Sergio da Silva Pinto als zweifachem Torschützen und als Leitfigur in schwierigen Situationen auf dem Feld. Von dieser Sorte Spieler hatte 96 zuletzt zu wenig zu bieten, was auch an den Ergebnissen abzulesen war. Auch da Silva Pinto, der noch um seine Vertragsverlängerung kämpft, ist da mehr gefordert.

Überdies ist es höchste Zeit, dass 96 im DFB-Pokalwettbewerb mal wieder von sich reden macht - in positivem Sinn. In den zurückliegenden fünf Spielzeiten war spätestens nach der 2. Runde Schluss. Seit dem sensationellen Finalsieg vom 23. Mai 1992 war der zweimalige Einzug ins Viertelfinale (2004/2005 und 2006/2007) der größte Erfolg.

Mit Blick auf die aktuelle Saison spricht Klubchef Kind davon, die Mannschaft solle „so weit wie möglich“ kommen. Auch wenn er das Wort Finale nicht gebraucht: Ein Traum für weitere 20 Jahre muss das ja nicht sein. „Alle wissen doch“, sagt Kind, „dass der Pokal der einfachste Weg ist, um auch international zu spielen.“ Ein 3:2 aus 96-Sicht wäre am Mittwoch dazu die passende Schrittlänge.

Christian Purbs 29.10.2012
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