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Hannover 96 Hannover 96 zeigt gegen Gladbach viel zu wenig
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20:52 15.03.2015
Von Christian Purbs
Foto: Die 96-Spieler Hiroshi Kiyotake, Leon Andreasen und Joao Perreira (von links) verlassen nach der Niederlage geknickt den Platz.
Die 96-Spieler Hiroshi Kiyotake, Leon Andreasen und Joao Perreira (von links) verlassen nach der Niederlage geknickt den Platz. Quelle: dpa
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Mönchengladbach

Es war gerade einmal eine Viertelstunde gespielt im Borussia-Park, da war schon vieles klar. Wie schon gegen den FC Bayern München setzte 96-Trainer Tayfun Korkut auf eine sehr defensive Taktik gegen die spielstarken Borussen. Nur kein Tor kassieren, und vorne hilft der liebe Fußballgott: So versuchte die Mannschaft von Hannover 96 unbeschadet über die Runden zu kommen.

Und wie für die Bayern galt es am Sonntag auch für die Gladbacher, Geduld zu bewahren und auf einen Fehler von 96 zu hoffen. Zwei Ausgangslagen, aus denen zwangsläufig die Frage resultierte: Wie lange konnte das aus Sicht der „Roten“ gutgehen? Es dauerte bis zur 43. Minute, dann war überhaupt nichts mehr gut - und bis zum Abpfiff wurde es nicht besser. Mit 0:2 unterlag Hannover 96 gestern Abend bei Borussia Mönchengladbach. Absolut verdient, weil die „Roten“ absolut chancenlos waren.     

Liveticker zum Nachlesen

Hier gibt es den Spielverlauf zum Nachlesen im Liveticker.

Fast hätte es 96 zumindest bis zur Halbzeit geschafft, das 0:0 zu halten. Doch da die Borussen nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser ins Spiel kamen und sich die Chancen häuften, war die Führung der Gastgeber zwei Minuten vor der Pause keine wirklich große Überraschung. Thorgan Hazard hatte vom rechten Strafraumeck einfach mal draufgehalten, der Ball flog quer durch den 96-Strafraum und landete bei Patrick Herrmann, der am langen Pfosten nur noch den Fuß hinhalten musste. Ein Gegentor so kurz vor der Pause ist immer bitter. Wer allerdings so wenig am Spiel teilnimmt wie 96 und so wenig in die Vorwärtsbewegung investiert, der darf sich nicht beschweren, wenn er dafür die Quittung erhält.

Hannover 96 bleibt auch gegen Borussia Mönchengladbach weiterhin sieglos. Beim Champions-League-Kandidaten verlieren die „Roten“ mit 0:2.

Auch die 96-Profis waren mit ihrer Leistung bis zu diesem Zeitpunkt nicht einverstanden, Kapitän Christian Schulz bezeichnete sie nach Spielende sogar als „Katastrophe“. Die Mannschaft habe viel zu tief gestanden und nicht aggressiv genug verteidigt, sagte der Innenverteidiger. Auch 96-Sportdirektor Dirk Dufner war von der Vorstellung der 96-Profis enttäuscht. Die Mannschaft habe die „Defensivtaktik mit Mutlosigkeit verwechselt. Sie hat mehr zugeschaut, als selbst agiert“, sagte Dufner.

Das änderte sich erst in der zweiten Halbzeit. Durch den Rückstand gezwungen, trauten sich die „Roten“ mehr zu und versuchten, nicht nur auf Fehler des Gegners zu warten. Große Chancen sprangen dabei nicht heraus, aber immerhin kam 96 nun ab und zu in und an den Borussen-Strafraum. Joselu, der wieder einmal glücklose 96-Stürmer, schoss und köpfte in dieser Phase in zwei Situationen aufs Tor, doch beide Versuche waren weder zwingend noch erfolgreich.

Die Außenverteidiger von Hannover 96 enttäuschen, auf der Seite von Miiko Albornoz herrscht das Chaos. Auch Jimmy Briand und Joselu spielen nur schwach. Der beste Feldspieler ist wieder einmal Salif Sané. So waren die „Roten“ gegen Borussia Mönchengladbach in Form.

Weil sich durch die nun offensivere Ausrichtung der „Roten“ mehr Räume für die Gastgeber boten, musste 96-Torwart Ron-Robert Zieler mehrmals retten, um sein Team noch im Spiel zu halten. Doch auch Zieler konnte den zweiten Treffer von Herrmann nicht verhindern, der das Spiel endgültig zugunsten der Borussia entschied (75.).

Nach dieser Niederlage und einer Negativserie mit neun Spielen ohne Sieg ist sicher, dass Mannschaft und Trainer von Hannover 96 eine unruhige Woche bevorsteht. Und dass der Druck auf Tayfun Korkut größer wird. „Das Wichtigste ist jetzt, die Ruhe zu bewahren“, sagte Dufner. Aber der Sportdirektor sagte auch: „Wir können jetzt nicht sagen, dass er bis zum Saisonende Trainer ist.“     

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Auch Borussia Mönchengladbach ist für Hannover 96 eine Nummer zu groß. Nach einer ganz schwachen ersten Halbzeit, legen sich die „Roten“ nach dem Wiederanpfiff mächtig ins Zeug. Trotzdem setzt es für die Gäste bei den „Fohlen“ eine verdiente Niederlage. Hier können Sie den Spielverlauf im Liveticker nachlesen.

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