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Hannover 96 Heimspiel für Hannover 96 in Bochum
Sportbuzzer Hannover 96 Heimspiel für Hannover 96 in Bochum
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07:15 04.05.2010
Was für 96 in Bochum offiziell ein Auswärtsspiel am letzten Spieltag der Bundesliga ist, wird dank der Schnelligkeit und Cleverness hannoverscher Fußballanhänger zu einem kleinen Heimspiel. Quelle: Ulrich zur Nieden

Der VfL Bochum vermeldete am Montag: „Ausverkauft!“ Die 30 748 Karten, die es für das Abstiegs-Endspiel am kommenden Sonnabend gegen Hannover 96 gibt, sind weg. Die letzten 200 Tickets waren morgens in wenigen Minuten vergriffen, was die Deutsche Presse-Agentur zu der Feststellung verleitete: „Der Revierclub kann sich auf seine Fans verlassen.“ Zwischenruf aus Hannover: Kann er nicht! Kleine Korrektur: Hannover 96 kann sich auf seine Fans verlassen.

Was für 96 offiziell ein Auswärtsspiel am letzten Spieltag der Bundesliga ist, wird dank der Schnelligkeit und Cleverness hannoverscher Fußballanhänger zu einem kleinen Heimspiel. 30 748 Zuschauer passen in das Ruhrstadion, das jetzt den schrecklichen Namen Rewirpower-Stadion hat, 10 000 der Plätze werden am Sonnabend vermutlich von Menschen in roten Trikots besetzt sein. Es wird ein Auswärtsspiel, das sich wie ein Heimspiel anfühlt.

„Es wird richtig knistern“, sagt Bochums Pressesprecher Christian Schönhals und glaubt, dass „es 5000 oder 6000 Fans aus Hannover werden könnten“. Tatsächlich dürfte das Bochumer Tiefstapelei sein. „Um genau zu sagen, wie viele 96-Fans nach Bochum fahren, müsste man Wahrsager sein“, sagt Jannis Busse von den hannoverschen Ultras, die zuletzt in der AWD-Arena gegen Schalke 04 (4:2) und Borussia Mönchengladbach (6:1) in puncto Stimmung und Choreographie in Champions-League-Form waren. „Ich schätze, dass es 10.000 Hannoveraner werden“, sagt Busse. Ähnlich sieht es der 96-Fanbeauftragte Frank Watermann, der mit „8000 bis 10 000 Fans von 96“ rechnet.

Dass das nicht zu hoch gegriffen ist, bestätigt Thorsten Meier, der bei Hannover 96 für den Kartenverkauf zuständig ist. „Ich bin seit sechs Jahren bei 96, aber so eine Resonanz bei einem Auswärtsspiel habe ich noch nicht erlebt“, sagt Meier.

3800 Karten sind über 96 verkauft worden. 2900 davon gehören zum normalen Kontingent, das jedem Auswärtsgegner entsprechend dem Fassungsvermögen des Stadions zusteht. 500 weitere Tickets hat 96 früh bestellt und vom VfL auch freundlicherweise bekommen, dazu kommen 400 Karten, die 96-Klubchef Martin Kind sowie Komiker und 96-Trainings-Nachspielzeitgast Oliver Pocher an hannoversche Anhänger verschenkt haben.

Doch damit gibt sich Hannover noch lange nicht zufrieden. 6200 Karten sind vor allem über den Online-Shop des VfL in die Region Hannover gegangen. Das haben Meiers Bochumer Kollegen nach Durchsicht der Bestellungen herausgefunden. Seit Anfang April, als sich die Bochumer noch sicher in der 1. Liga wähnten, waren 96-Fans im Internet aktiv geworden und hatten den Bochumern praktisch die Karten vor der Nase weggeschnappt. „Das ist eine tolle Aktion der hannoverschen Fans“, sagt Meier.

Ob es am Ende sogar noch mehr Hannoveraner im Revier sein werden, könnte eine Frage des Geldes werden. Bei 150 Euro liegt bei Internet-Kaufbörsen derzeit der Preis für ein Ticket Bochum gegen 96; nicht ausgeschlossen ist, dass zudem der eine oder andere Kartenbesitzer versuchen wird, mit seinem Ticket vor dem Anpfiff Geld zu machen.

Jannis Busse von den Ultras glaubt, dass viele Hannoveraner auch ohne Eintrittskarte nach Bochum fahren und das Spiel dann dort in einer Kneipe verfolgen werden. Dass es für viele von ihnen am Sonnabend von 15.30 Uhr an ein nervenraubendes Zitterspiel werden könnte, hält Busse, der natürlich auch in Bochum sein wird, für kein Problem. „Viele haben sonst immer gestöhnt, wenn schon am 25. Spieltag die Luft raus war und für 96 nach oben und nach unten nichts mehr ging“, sagt er, „jetzt ist es richtig spannend. Ob das gut ist oder nicht, ist eine andere Sache.“

Hannover 96 kann mit einem Sieg in Bochum den Klassenerhalt perfekt machen, bei einem Unentschieden hätten die „Roten“ immerhin den Relegationsplatz 16 sicher. Würde 96 aber verlieren und Nürnberg gegen Köln gewinnen, dann wäre der Klub am Sonnabend um 17.15 Uhr ein Zweitligist. Doch daran will in Hannover niemand einen Gedanken verschwenden.

Viele 96-Fans werden am Sonnabend übrigens das Schöne-Wochenend-Ticket der Deutschen Bahn benutzen, um nach Bochum zu kommen. Wenn das kein gutes Zeichen ist für ein schönes hannoversches Wochenende im Rewirpower-Stadion.

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