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Hannover 96 Die Rückkehr des "Qualitätsspielers"
Sportbuzzer Hannover 96 Die Rückkehr des "Qualitätsspielers"
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22:07 07.09.2015
Von Heiko Rehberg
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Archiv Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

Kiyotake und Dortmund – da war doch vergangene Saison etwas? 
Am 25. Oktober sorgte der Mittelfeldspieler mit einem Freistoßtor aus 19 Metern und ein bisschen Unterstützung von Torwart Roman Weidenfeller für den hannoverschen 1:0-Sieg beim BVB. Damals ahnte noch kein 96-Fan, dass eine Zittersaison bevorstehen würde. Und dass ein Kiyotake-Kopfballtor am letzten Spieltag gegen Freiburg nötig werden würde, um den Abstieg in die 2. Liga zu vermeiden.

Gleich drei Wiedereinsteiger gab es am Montag beim Mannschaftstraining der "Roten": Salif Sané, Mevlut Erdinc und Hiroshi Kiyotake trainierten zusammen mit der Mannschaft unter Anleitung von Michael Frontzeck.

Wenn die „Roten“ am Sonnabend in der HDI-Arena gegen Dortmund spielen, sind die Vorzeichen andere als vor elf Monaten. Der BVB hat unter Trainer Thomas Tuchel zurück zu alter Spielfreude gefunden, im Tor steht immer noch ein Roman, aber der Nachname ist nicht mehr Weidenfeller, sondern Bürki. Jener Bürki, gegen den Kiyotake am letzten Spieltag gegen Freiburg ... Manche Geschichten im Fußball kann man halt nicht erfinden.
Kiyotake hat einen langen Anlauf in die Saison genommen. Im Juni zog er sich beim Training mit der japanischen Nationalmannschaft einen Mittelfußbruch zu.

Er verpasste das Trainingslager, kämpfte sich wieder heran und sollte sich vergangene Woche in den beiden Testspielen für Dortmund warmspielen. Doch wegen einer privaten Angelegenheit musste er nach Japan reisen, gestern meldete er sich voller Tatendrang zurück. Mit Kiyotakes Rückkehr verbinden nicht nur die 96-Fans große Hoffnungen. Auch Trainer Michael Frontzeck hält große Stücke auf den 25-Jährigen. „Er ist für uns ein elementar wichtiger Spieler“, sagte Frontzeck am Montag und schwärmte vom „Qualitätsspieler“ Kiyotake. Frontzeck will in den Trainingseinheiten bis zum Spiel genau hinschauen, ob der Japaner bereit ist für einen Einsatz am Sonnabend. 

Kiyotake dabei – und alles wird gut bei 96? So einfach wird das nicht funktionieren im ersten Spiel nach langer Verletzungspause: „Er wird Dortmund nicht allein in die Knie zwingen“, sagt Frontzeck.
Mit seiner Schusskraft, seinen schnellen Drehungen und seinen erstklassigen Ecken und Freistößen dürfte Kiyotake der Mannschaft dennoch ganz schnell weiterhelfen. „Er ist das Bindeglied, das uns zwischen Mittelfeld und Angriff guttun wird“, sagt Kapitän Christian Schulz.

Vorlagen-Spezialist Kiyotake

Wichtig für die Mitspieler: Die „Roten“ haben im Sommer 2014 für hannoversche Verhältnisse tief in die Tasche gegriffen, um Hiroshi Kiyotake vom
1. FC Nürnberg zu verpflichten. 4,3 Millionen Euro soll die Ablösesumme betragen haben. Dass der Hamburger SV damals ebenfalls großes Interesse an dem Japaner hatte, dürfte den Preis noch einmal etwas in die Höhe getrieben haben.
In seiner Debütsaison für Hannover 96 kam Kiyotake 2014/2015 in 32 Spielen zum Einsatz. Dabei erzielte er fünf Tore, darunter das wichtige 1:0 im letzten Saisonspiel gegen den SC Freiburg (2:1).
Es war das Tor zum Klassenerhalt, erzielt übrigens mit einem Kopfball, was bei
einer Größe von 1,72 Meter ungewöhnlich ist.
Kiyotake ist aber eher Einfädler als Torjäger, auch das belegen die Zahlen der vergangenen Saison eindrucksvoll. Fünf Treffer seiner Kollegen bereitete er vor, und wären diese im Ausnutzen der Tormöglichkeiten effektiver gewesen, hätte auch Kiyotake noch wesentlich besser dagestanden. Denn der 25-Jährige brachte es auf insgesamt 69 Torschussvorlagen – auch deshalb dürften sich Mevlüt Erdinc, Artur Sobiech und Charlison Benschop freuen, wenn der Mann mit der Rückennummer 10 möglichst schnell zu seinem ersten Einsatz in der Saison 2015/2016 kommt.
Bereits beim 1. FC Nürnberg glänzte Kiyotake als Vorlagengeber. In zwei Spielzeiten kam er auf 66 Partien, in denen er sieben Tore erzielte und 19 Treffer mit einem Pass, einem Freistoß oder einem Eckball einleitete.

Jörg Grußendorf 07.09.2015
07.09.2015
Heiko Rehberg 03.09.2015