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Hannover 96 Johan Djourou: Ein Neuzugang für Hannover 96 mit Perspektive
Sportbuzzer Hannover 96 Johan Djourou: Ein Neuzugang für Hannover 96 mit Perspektive
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18:19 06.01.2013
Von Björn Franz
„Ich brauchte eine neue Herausforderung“: Johan Djourou (r.), vom FC Arsenal ausgeliehen, will die Chance in Hannover nutzen. Mirko Slomka freut sich über die Verstärkung. Quelle: Oliver Vosshage
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Das Wort trifft es einfach: Johan Djourou ist cool. Und das nicht nur abseits des Platzes, wie er am Sonntag bei der offiziellen Vorstellung im Trainingslager von Hannover 96 an der portugiesischen Algarve unter Beweis stellte, bei der der 25-Jährige locker und gut gelaunt drauflos plauderte. Sondern auch auf dem Rasen. Das hat sogar Mirko Slomka beeindruckt. „Man hat schon in den ersten Trainingseinheiten gesehen, dass Johan sehr stressfrei und cool in seiner Spielweise ist“, sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten, der ebenfalls nicht an dem englischen Begriff für Djourous Kaltschnäuzigkeit vorbeidribbeln konnte.

Im Wintertrainingslager an der Algarve trainieren die Spieler von Hannover 96 für die kommende Rückrunde – und die anstehenden Spiele in der Europa League.

Vielleicht war es daher mehr als ein Zufall, dass der bis zum Saisonende vom FC Arsenal ausgeliehene Innenverteidiger am Sonnabend nach dem ersten Training mit seiner neuen Mannschaft, bei dem er gleich seinen ersten Treffer erzielte, beim Auslaufen an der Seite von Mame Diouf seine Runden drehte. Wie der Stürmer aus dem Senegal wechselte auch der in der Elfenbeinküste geborene 38-fache Schweizer Nationalspieler in der Winterpause der Bundesliga aus England zu den „Roten”. Und wie Diouf könnte auch Djourou, der die Rückennummer 17 erhalten hat, bei seinem neuen Klub auf Anhieb eine tragende Rolle spielen. Zumal seine offensive Interpretation des Abwehrspiels genau das ist, was Slomka in der Schlussphase der Hinrunde bei seinem Team vermisst hatte. „Sie hat uns zuletzt gefehlt, wir sind zurückgewichen und haben nicht nach vorne verteidigt”, erklärt der 96-Trainer.

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Wie der im Sommer von Standard Lüttich zu 96 gekommene Brasilianer Felipe, der wegen einer Hüftoperation noch lange ausfallen wird, bevorzugt es auch der bereits im Alter von 16 Jahren aus Genf nach London gewechselte 1,91-Meter-Hüne, die gegnerischen Stürmer bereits sehr früh nahe der Mittellinie zu attackieren. „Ich war früher Mittelfeldspieler - ein Sechser. Daher mag ich es noch immer, das Spiel von hinten heraus zu eröffnen”, sagt der Abwehrspieler, der in Kindertagen von den Tricks des brasilianischen Stürmers Romario schwärmte. Und genau diese offensive Spielweise ist es, die Slomka von seinem Neuzugang sehen will.

Für den Schweizer, der im Alter von 17 Monaten von seiner Schweizer Adoptivmutter aufgenommen wurde, könnte es der erhoffte Neustart werden. Denn bei Arsenal, wo er noch vor zwei Jahren Stammspieler in der Innenverteidigung war, lief es in dieser Saison überhaupt nicht für ihn. „Es war eine schwierige Situation für mich”, sagte der Verteidiger, der nur zu zwei Ligapokaleinsätzen kam. „Ich musste in der vergangenen Saison regelmäßig als rechter Verteidiger aushelfen. Das kann ich zwar mal, aber langfristig ist das nicht meine Position. Vielleicht habe ich deshalb ein wenig Selbstvertrauen verloren.” Und zugleich seinen Stammplatz, weshalb Djourou sich für einen Wechsel nach Hannover entschied. „Ich hatte zwar auch die Möglichkeit, innerhalb der Premier League zu wechseln. Aber ich brauchte eine neue Herausforderung.”

Zu der hatte ihm unter anderem sein bisheriger Mitspieler und guter Freund Per Mertesacker geraten. „Ich habe natürlich mit ihm über Hannover und 96 gesprochen. Er hat mir viele gute Dinge über die Stadt und den Klub erzählt”, verriet Djourou.

Allzu viele Gedanken darüber, was nach dem 30. Juni ist, wenn der Leihvertrag zwischen 96 und Arsenal endet, der keine Kaufoption enthält, macht er sich allerdings noch nicht. „Im Moment geht es erst einmal darum, dass ich die Möglichkeit bekomme zu spielen”, sagt der Vater zweier Töchter, dessen Familie möglichst schnell aus London nach Hannover umziehen soll. Und Slomka hat zur fehlenden Option sogar eine bemerkenswerte eigene Sichtweise: „Wenn wir Johan eine Zukunft bieten und ihn für uns begeistern können, dann liegt die Option vielleicht auf seiner Seite.” Dann könnte der neue Hoffnungsträger sich vielleicht entschließen, noch etwas länger in Hannover zu bleiben. Und das fände wohl nicht nur Slomka ziemlich cool.

Björn Franz 06.01.2013
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