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Hannover 96 Kampfzwerg Altin Lala im Rettungseinsatz
Sportbuzzer Hannover 96 Kampfzwerg Altin Lala im Rettungseinsatz
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23:12 19.02.2010
Von Norbert Fettback
Ab ins Einsatzgebiet: Mirko Slomka zeigt Altin Lala, wo er ihn ham Sonnabend in Dortmund erwartet – mittendrin im Getümmel. Quelle: Ulrich zur Nieden

Möglicherweise ist Mirko Slomka am Freitagnachmittag ein wenig ins Grübeln gekommen. Da hatte sich der Trainer von Hannover 96 für das Bundesligaspiel am Sonnabend bei Borussia Dortmund einen so schönen Plan zurechtgelegt, um mit Altin Lala der löchrigen Defensive mehr Halt zu geben, und dann tanzt der 34-Jährige aus der Reihe und offenbart ganz andere Qualitäten. Von wegen hinten dichtmachen: Lala (Spitzname: „Kampfzwerg“) entdeckte den treffsicheren Stürmer in sich. Vier-, fünfmal versenkte er beim Abschlusstraining in der AWD-Arena den Ball im Tor – fast jeder Schuss ein Treffer! Als sei es schon immer seine Spezialität gewesen, die Kugel in den Dreiangel zu zirkeln oder aus 20 Metern unhaltbar abzuziehen.

Nun wird Lalas Name, wenn es drauf ankommt so wie am Sonnabend beim BVB nach elf Spielen ohne Sieg, mit großer Wahrscheinlichkeit nicht als Torschütze auf der Anzeigetafel auftauchen. Er wird dort als einer aus der 96-Startelf angekündigt werden, was vor fünfzehneinhalb Monaten zuletzt der Fall war. Für das Comeback des 96-Routiniers in einer für die „Roten“ sportlich prekären Situation hat Slomka gleich eine Reihe guter Gründe – ihn als Torschützen einzuplanen, das gehört mit Sicherheit nicht dazu.

„Er weiß, wie es geht“, hat Slomka in größerer Runde gesagt und damit gewollt eine verbale Steilvorlage geliefert, die dem kampfstarken Albaner so richtig Beine machen dürfte. „Er weiß, wie er seine Mitspieler unterstützen kann. Und er macht nach wie vor einen guten Eindruck.“ Gegen Werder Bremen war Lala vorige Woche nach langer Verletzungspause zur 2. Halbzeit eingewechselt worden; auch wenn er beim 1:5 nichts mehr retten konnte, so stimmte bei ihm zumindest der Einsatz, die verlässliche Komponente seiner Art, Fußball zu spielen. Und das unterscheidet ihn von so manchem aus der 96-Notgemeinschaft um ihn herum.

Nicht zuletzt deshalb ist er auf die alten Tage wieder erste Wahl. Dass die Rückbesinnung auf Lala wie eine Zeitreise in die 96-Vergangenheit anmutet, kann man Slomka nicht zum Vorwurf machen. Der Trainer lässt momentan kaum etwas unversucht, damit 96 endlich wieder Fuß fasst. Ausgezahlt für die Tabelle, und das ist das entscheidende Kriterium, hat sich bislang nichts. Slomka weiß, was er an Lala hat; bei anderen Profis hingegen scheint derzeit guter Rat teuer.

Auch wenn zu Lala die Rolle des großen Hoffnungsträgers nicht passen will: Als funktionierendes Rädchen kann er nicht nur am Sonnabend im großen Ganzen wichtig sein. Den Dortmundern in die Quere kommen, ehe es für 96 so richtig gefährlich wird, auch mal die Grätsche ausfahren und sich nichts gefallen lassen: Bei solchen Aufgaben ist Lala als Zentrale im defensiven Mittelfeld in seinem Element. Flankiert von Hanno Balitsch, der nach zwei Spielen Pause ins Team zurückkehrt, und Christian Schulz, könnte so eine neue 96-Riegel-Taktik entstehen, um die viel gelobte Borussen-Offensive in Schach zu halten.

Und wenn dann Lala auch noch einer rausrutschen sollte wie am 31. Januar 2007, als ihm gegen Hertha BSC Berlin sein bislang einziges Bundesligator gelang, dann hätte Slomka erst recht alles richtig gemacht.

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