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Hannover 96 Kann 96 auch ohne Kiyotake siegen?
Sportbuzzer Hannover 96 Kann 96 auch ohne Kiyotake siegen?
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21:19 04.11.2015
Von Christian Purbs
Hiroshi Kiyotake trifft zum 1:1. Quelle: Maike Lobback (Team zur Nieden)
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Hannover

Dass ein Trio derzeit die Geschicke der „Roten“ bestimmt, dieser Einschätzung widerspricht Michael Frontzeck, der Trainer von Hannover 96, vehement. „Es ist alles im Kollektiv geschehen, ich habe immer auch andere Spieler gesehen, die richtig gut waren.“ Dennoch: Man mag sich gar nicht vorstellen, wo 96 in der Tabelle stünde ohne die starken Leistungen von Torwart Ron-Robert Zieler, Abräumer Salif Sané und Spielmacher Hiroshi Kiyotake. Ausgerechnet im wichtigen Heimspiel am Freitagabend gegen Hertha BSC Berlin (Anpfiff in der HDI-Arena ist um 20.30 Uhr) droht dieses Dreigestirn nun auseinanderzubrechen: Die „Roten“ bangen um den Einsatz von Kiyotake.

Der Japaner hatte sich am vergangenen Sonntag beim 2:1-Sieg gegen den Hamburger SV eine Fußprellung zugezogen. „Montag haben wir regeneriert, einigen hatte ich es freigestellt zu trainieren. ,Kiyo‘ ist die beiden Tage behandelt worden“, sagte Frontzeck am Mittwochmittag. „Wir haben jetzt ja noch ein paar Trainingseinheiten. Ich hoffe, dass das für ,Kiyo‘ mit Freitag kein Problem wird.“ Mit dem Coach hoffen und bangen auch alle 96-Fans.

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Ausgerechnet Kiyotake, ist man geneigt anzuführen. Der Japaner ist so wichtig für diese Mannschaft. Ohne ihn geht spielerisch fast gar nichts. Er ist für die besonderen Momente, die überraschenden Pässe zuständig. Wenn es einen spielerischen Glanzpunkt im 96-Spiel zu bestaunen gibt, dann geht er mit ziemlicher Sicherheit von dem kleinen Japaner (1,72 Meter) aus. Er sticht einfach heraus. Kiyotake schießt die Strafstöße (zuletzt verwandelte er einen gegen den HSV), er tritt die Eck- und Freistöße, er bereitet Tore vor und erzielt sie selbst. Vier der bisherigen zehn 96-Treffer hat der 25-Jährige eingeleitet, zwei davon selbst erzielt, darunter dieser wunderschöne Ausgleichstreffer gegen den VfL Wolfsburg (1:1).

Sollte er am Freitag wirklich ausfallen, dann hätten Frontzeck und 96 ein echtes Problem. Zusammen mit Sané und Zieler gehört Kiyotake zu den Spielern, die in dieser Mannschaft nicht zu ersetzen sind, da sie ohne Wenn und Aber die Qualität heben. „Ich werde niemals einzelne Spieler hervorheben“, sagte Frontzeck. „Da sticht der eine oder andere mal heraus.“

Kiyotake sticht eben einmal mehr heraus. Und die Chancen auf seinen Einsatz sind da; und etwas Zeit ist auch noch. Wie sagte Frontzeck treffend: „Wir haben ja noch ein paar Trainingseinheiten.“ Beide (am Donnerstag sowie am Freitagvormittag) sind jedoch nicht öffentlich.

Ansonsten sind die anderen aus dem HSV-Spiel angeschlagenen Akteure fit. Und mit Kenan Karaman (Muskelfaserriss) meldete sich ein weiterer Profi zurück. „Wir haben am Mittwochvormittag einen Abschlusstest gemacht, der sehr positiv war“, sagte Frontzeck. „Wir werden ihn jetzt im Training genau beobachten, ob er am Freitag schon wieder eine Alternative für den Kader ist.“

„Mit der Begeisterung von Hamburg im Rücken hat die Mannschaft große Lust, gegen Hertha zu spielen und wird alles dafür tun, dass wir ein schönes Wochenende haben“, sagte Frontzeck. Sie kann sogar noch mehr tun: Im Falle eines Sieges offerierte ihr der Trainer statt der ohnehin angedachten zwei freien Tage nach dem Hertha-Spiel einen weiteren trainingsfreien Tag.

Mit Spielmacher Kiyotake würden die Chancen darauf sicherlich um einiges steigen.

Heiko Rehberg 03.11.2015
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