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Hannover 96 Kind fordert Ergebnisse im Nachwuchsbereich
Sportbuzzer Hannover 96 Kind fordert Ergebnisse im Nachwuchsbereich
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00:24 17.07.2015
Von Uwe Janssen
96-Chef Martin Kind (links) und Oberbürgermeister Stefan Schostok beim Spatenstich für das neue Leistungszentrum. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Am Ende musste der Oberbürgermeister helfen. 96-Klubchef Martin Kind trat zwar mit aller Kraft auf den Spaten, doch die Anstechkante wollte einfach nicht durch die Grasnabe gleiten. Nebenmann Stefan Schostok half, die Symbolik dieser Szene dürfte beiden ganz recht gewesen sein. Denn beim Spatenstich zum neuen Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96 im Eilenriedestadion demonstrierten die beiden Spitzenvertreter von Verein und Stadt Einigkeit.

Nicht mehr zeitgemäß, zu wenig Platz: 96-Klubchef Martin Kind möchte das traditionsreiche Eilenriedestadion als Nachwuchszentrum für talentierte Fußballer aufgeben. Ein Stadionbesuch.

Man nennt das wohl Kontrastprogramm. Aus dem bereits in Teilen abgerissenen Eilenriedestadion mit seinem Retrocharme soll eine hoch moderne Kaderschmiede werden, deren Bau 18 Millionen Euro verschlingen wird. Sechs große, zwei kleine Plätze, teils mit Kunstrasen, dazu ein Internat, in dem die Schüler auf eine Profikarriere vorbereitet werden sollen. 2017 soll alles fertig sein, das wären dann ganz zufällig 96 Jahre nach Eröffnung des alten „Stadions der Stadt Hannover“.

Etwas wird von Letzterem jedoch übrig bleiben: die Haupttribüne muss aus Denkmalschutzgründen, für Kind „nicht ganz nachvollziehbar“, stehen bleiben, wird aber in seiner „Infrastruktur vollumfänglich saniert und modernisiert“. Das neue Stadion selbst wird um 90 Grad gedreht und wird zunächst 2500 Zuschauern Platz bieten, 1200 davon auf Sitzplätzen. Eine Erweiterung auf 5000 Plätze ist möglich, notwendig wird das, falls die zweite Mannschaft der Roten in die 3. Liga aufsteigt. Eine Fantrennung ist auch jetzt schon möglich, sodass auch „absolute Sicherheit gewährleistet werden kann, wenn wir gegen die 2. Mannschaft von Braunschweig spielen“. Das Namensrecht ist noch nicht verkauft, laut Kind gibt es auch die Idee eines „Eilenriedestadion sponsored by“.

"Sie werden daran gemessen"

Kind zählte den Zuhörern, unter ihnen Regionspräsident Hauke Jagau, 96-Jugendtrainer Steve Cherundolo, Stadionchef Thorsten Meyer und Klub-Faktotum Dieter Schatzschneider, gleich die komplette Einrichtung des Zentrums auf. Von der Sauna über den Videoanalyseraum bis zur Küche und den Speisesaal des Internats, das neben pädagogischer auch psychologische Betreuung für die Jugendlichen vorsieht – in Kooperation mit dem Olympiastützpunkt. Dann wandte er sich mit präsidialer Strenge an seine NLZ-Leiter Nicolas Michaty und Jens Rehhagel: „Wir werden über die Kosten-Nutzen-Analyse reden müssen. Statistisch muss nach der Fertigstellung jedes Jahr ein Spieler aus der Jugendarbeit in die erste Mannschaft hineinwachsen. Nur dann ist es wirtschaftlich begründbar. Also lieber Herr Michaty, lieber Herr Rehhagel: Sie werden daran gemessen. Erlauben Sie mir den Hinweis.“

Stefan Schostok fand alles „ganz fantastisch“, auch die städtebauliche Einbindung an dieser Stelle, es habe ja auch andere Angebote für den Standort des Zentrums gegeben. „Es ist optimal, das alte Eilenriedestadions, auch die Geschichte der Clausewitzstraße und des Clubheims hier noch mal modernisiert zu sehen.“
Dann trat er an den Spaten. An seinen. Und den von Martin Kind.

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