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Hannover 96 Kleine und große Aufreger während des 96-Trainingslagers
Sportbuzzer Hannover 96 Kleine und große Aufreger während des 96-Trainingslagers
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21:24 15.01.2012
Von Volker Wiedersheim
Foto: Verletzungssorgen und das Kräftemessen der 96-Führungsriege gehörten ebenso zum Programm in Portugal wie die täglichen Trainingseinheiten.
Verletzungssorgen und das Kräftemessen der 96-Führungsriege gehörten ebenso zum Programm in Portugal wie die täglichen Trainingseinheiten. Quelle: Petrow
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Hannover/Vila Nova de Cacela

Der Fußball-Bundesligist kehrte am Sonntag nach Hause zurück. Für eine präzise Positionsbestimmung auf einer „Was ist drin in der Rückrunde“-Skala gibt es allerdings noch keine rechte Basis. Die Gleichung hat zu viele Unbekannte. Eine Übersicht.

Das Training: Trainer Mirko Slomka hat rasant losgelegt mit einer Spätabendeinheit direkt nach der Ankunft im Robinson Club Quinta da Ria. An den folgenden Tagen ging es knackig weiter. Erst als die Zahl der angeschlagenen oder ausgefallenen Spieler auffällig wurde, drehte Slomka das Pensum etwas zurück. Die Spieler gaben in den Einheiten trotzdem Gas auf dem Platz und bewahrten eine deutlich positive Stimmung.

Die Startelf: Es gibt sie wahrscheinlich, und die absehbaren Änderungen sind nicht wirklich spektakulär – bis auf eine denkbare Variante: Innenverteidiger Christopher Avevor.

Die Abwehr: Der 19-jährige Avevor, gereift in der eigenen Reserve, hat sich dermaßen überzeugend präsentiert, dass Slomka ins Grübeln kommen könnte: Soll er, wie es bisher anzunehmen war, Mario Eggimann als Ersatz für den Afrika-Cup-Teilnehmer Karim Haggui aufstellen – oder doch Avevor? Der Schweizer hat die Erfahrung, aber Avevor hat Power und ließ im Vergleich den Konkurrenten gerade in den Testspielen etwas unflott aussehen.

Slomkas Zeugnis für den Nachwuchsspieler lässt aufhorchen: „Avevor hat sehr deutlich gemacht, welche Ansprüche er anmelden darf. Er ist ganz klar ein Gewinner dieses Trainingslagers“, sagte der Trainer. Nicht entschieden ist der Konkurrenzkampf um den Posten des Rechtsverteidigers. Sofian Chahed und Steve Cherundolo dürften gleichauf sein. Emanuel Pogatetz hat in den elf Trainingstagen die erwartete Präsenz gezeigt. Den Part links in der Viererkette – Christian Schulz wird mindestens noch zwei Wochen fehlen – hat in Portugal Christian Pander gespielt, doch ein Tausch mit dem vor ihm agierenden Konstantin Rausch ist plausibel. Slomka sieht das entspannt: „Um die Abwehr müssen wir uns am wenigsten Sorgen machen.“

Mittelfeld: Fehlt Sergio Pinto wie jetzt wieder im zweiten Test, hat 96 ein Problem. Wegen des Ausfalls von Henning Hauger (erneute Leistenoperation) könnte Slomka in die Verlegenheit kommen, Lars Stindl auf die Position in die Zentrale zu versetzen. Das Problem ist damit nicht gelöst, sondern nur verschoben. Alternativen sind ein Systemwechsel zur Raute oder der Einsatz der Ausweichkandidaten Daniel Royer oder Moritz Stoppelkamp und Didier Ya Konan. Royer fehlt noch ein ganzes Stück bis zur Startelfreife. Und Stoppelkamp hat immerhin gezeigt, dass 96 ihn keinesfalls, wie hier und da spekuliert, im Winter weggeben sollte.

Das Krankenlager von Hannover 96 wird beständig größer. Gestern verletzte sich auch noch Sergio Pinto im Trainingslager an der portugiesische Nordalgarve. An diesem Freitag stand daher die Rehabilitation im Vordergrund.

Der Sturm: Mohammed Abdellaoue war in der Hinserie mit neun Bundesligatoren geradezu die Lebensversicherung der „Roten“. Fehlt er, wird es kniffelig. Jan Schlaudraff als Ideengeber kann nur glänzen, wenn der Torjäger neben ihm funktioniert. Ohne Abdellaoue gibt’s statt Glanz nur Grauschleier im 96-Sturm. Artur Sobiech hat sich in diesem Trainingslager reingehängt und gesteigert, „und die Mannschaft akzeptiert das“, lobte Slomka. Zugleich bemängelte er die „fehlende Effizienz vor dem Tor“.

Die Testspiele: Gegen den 1. FC Köln bedurfte es eines Elfmeters, um den Rückstand auszugleichen, weil aus dem Spiel heraus nichts ging. Gegen den SC Heerenveen herrschte absolute Torflaute. Eigentlich wollte Slomka bis hierhin seine Stammelf einspielen und am Dienstag in Paderborn experimentieren. So wird’s nicht gehen, weil es, wie Slomka sagt, „eine B-Elf so gar nicht gibt“. Während ein Überraschungstransfer noch in dieser Woche unwahrscheinlich ist, hofft der Coach am Dienstag im letzten Vorbereitungstest beim SC Paderborn (18.30 Uhr) immerhin auf die Rückkehr von Abdellaoue und Pinto. Danach wissen die Fans mehr. Wenigstens ein bisschen.

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