Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hannover 96 96 dreht das Spiel zum 2:1
Sportbuzzer Hannover 96 96 dreht das Spiel zum 2:1
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 04.11.2015
Von Christian Purbs
Salif Sané und Hiroki Sakai feiern das 2:1. Quelle: Team zN
Anzeige
Hannover

Nach einer unterirdischen ersten Halbzeit, als im Volksparkstadion nur über die Höhe des HSV-Sieges diskutiert wurde, kamen die „Roten“ mit einer erheblichen Leistungssteigerung zurück ins Spiel, schafften noch die Wende und holten sich mit ein bisschen Glück und ganz viel Willen mit dem 2:1-Erfolg im Nordduell drei weitere ganz wichtige Punkte. So ein Comeback hatte dem Team kaum jemand zugetraut. Dass sich die Zuschauer im Volksparkstadion zunächst verwundert die Augen rieben, hatte gleich mehrere Gründe. So leicht wie die Gäste aus Hannover hatte es den Hamburgern in dieser Saison noch keine Mannschaft gemacht. Auch dass der HSV die indiskutable Leistung der „Roten“ in der ersten Halbzeit ausnutzte und locker mit 3:0 hätte führen können, irritierte die HSV-Fans ein wenig. So viele Chancen in 45 Minuten haben sie hier schon lange nicht mehr gesehen. Etwas überrascht waren auch einige HSV-Anhänger von der Leistung der Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck. Dass 96 bislang nicht überzeugen konnte, hatte sich natürlich auch bis Hamburg herumgesprochen. Nicht jedoch, dass es so schlimm ist. Und schlechter konnte das Spiel für 96 auch nicht beginnen. 

Spiele von Hannover 96 in Hamburg sind fast immer etwas ganz Besonderes. Und angesichts der prekären Situation bei 96 fehlte es auch diesmal nicht an Brisanz.

Nach einem verlorenen Zweikampf von Marcelo ging der HSV schon in der 6. Minute durch Michael Gregoritsch mit 1:0 in Führung. Die „Roten“ waren überhaupt nicht im Spiel, in jedem Pass steckte auch eine gehörige Portion Unsicherheit. Und Zweikämpfe kann man nur gewinnen, wenn man auch welche führt. Die 96-Profis ließen ihren Gegenspielern jedoch viel zu viel Raum, den die Gastgeber immer wieder für gefährliche Angriffe nutzten. Die „Roten“ hatten unverschämtes Glück, dass der Freistoß von Marcelo Diaz nur am Pfosten landete (27.), und dass Torhüter Ron-Robert Zieler erstklassig gegen Nicolai Müller parierte (36.). Die Hamburger ließen die „Roten“ am Leben – und das rächte sich, was HSV-Trainer Bruno Labbadia später zu dieser Aussage brachte: „Dafür müssten wir uns in den Hintern beißen. Aber so beweglich bin ich leider nicht.“ 

Anzeige
Wie haben die "Roten" am Sonntag im Spiel gegen den Hamburger SV abgeschnitten? Wir haben Noten vergeben.

Was Frontzeck in der Halbzeit seinen Spielern auch immer gesagt hatte, es waren genau die richtigen Worte. Einmal hatten die 96er noch Glück, als HSV-Stürmer Sven Schipplock freistehend über das Tor schoss (58.). Dann passierte etwas, womit niemand rechnen konnte: Die „Roten“ drehten den Spieß um. Großen Anteil daran hatte der eingewechselte Uffe Bech. Der Däne traute sich etwas zu, legte den Ball im Strafraum an Emir Spahic vorbei, suchte und fand den Kontakt und fiel. Schiedsrichter Sascha Stegemann zögerte kurz, entschied dann auf Elfmeter. Hiroshi Kiyotake übernahm die Verantwortung und traf souverän zum 1:1 (59.). Auch wenn man es gut mit 96 meint: Dem Spielverlauf entsprechend war er zu diesem Zeitpunkt ein Witz. Plötzlich aber war 96 ein gleichwertiger Gegner, gewann die entscheidenden Zweikämpfe, spielte wesentlich konzentrierter und übernahm das Kommando. Und setzte noch einen drauf. Mit einem Kopfball brachte Salif Sané 96 in Führung und sorgte damit dafür, dass die Hamburger Fans an diesem Abend noch einmal von Hannover 96 überrascht wurden. „Fußball ist Ergebnissport“, lautete das ebenso knappe wie korrekte Fazit von 96-Torwart Ron-Robert Zieler. Und das ist manchmal auch gut so.

Hannover 96 Kommentar zum neuen Kaderplaner - Was plant Möckel mit 96?
Jörg Grußendorf 31.10.2015
Christian Purbs 03.11.2015
Jörg Grußendorf 02.11.2015