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Hannover 96 Das Ziel fest im Blick
Sportbuzzer Hannover 96 Das Ziel fest im Blick
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00:15 26.01.2014
Wieder da: Mame Diouf zeigte sich auf dem Trainingsplatz am Donnerstag etwas unterkühlt. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Es ist ja nicht so, dass es in den vergangenen Wochen und Monaten ein Überangebot an positiven Nachrichten gegeben hätte. Insofern beeilte sich Hannover 96 gestern auch, den kleinen Lichtblick möglichst schnell publik zu machen: Mame Diouf, so verriet Trainer Tayfun Korkut gleich zum Auftakt des traditionellen Neujahrsempfangs für Journalisten, konnte das komplette Vormittagstraining mitmachen. Darüber, ob der Stürmer aus dem Senegal auch morgen (15.30 Uhr) beim Rückrundenstart der „Roten“ in der Fußball-Bundesliga beim VfL Wolfsburg von Beginn an mitwirken kann, sagt seine bloße Teilnahme an der nicht öffentlichen Übungseinheit zwar noch nichts aus. Aber nachdem Diouf wegen muskulärer Probleme im Hüftbereich zuletzt nicht mit dem Team trainieren konnte, darf man es zumindest als einen Schritt in die erhoffte Richtung werten.

Frostige Vorbereitung: Hannover 96 hat zwei Tage vor dem Rückrundenstart in die Fußball-Bundesliga eine Trainingseinheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Schnee.

Davon hatte es zuletzt nicht allzu viele gegeben. Das machte auch Klubchef Martin Kind bei seinem kritischen Rückblick auf das abgelaufene Jahr noch einmal deutlich. Angesichts der erheblichen Transferaufwendungen, die 96 vor der Saison mit den Verpflichtungen von Edgar Prib, Marcelo, Salif Sané und Leonardo Bittencourt getätigt habe, und des höchsten Haushaltes der 96-Bundesligahistorie sei der vor der Saison als Ziel ausgegebene 6. Platz auch aus heutiger Sicht begründet gewesen, sagte Kind.

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Mit der Ausbeute von gerade einmal 18 Punkten und Platz 13 nach der Hinrunde sei jedoch eine deutliche Abweichung vom Plan zu konstatieren, erklärte der 96-Chef. Und dann schickte er einen dieser besonderen Sätze hinterher, die man seit seinem Amtsantritt vor gut 16 Jahren immer wieder von ihm zu hören bekommt – und die man sich zwei-, dreimal durch den Kopf gehen lassen muss, damit sie ihre volle Wirkung entfalten: „Wir haben im Ergebnis eine temporäre Unterbrechung unseres Entwicklungsprozesses.“ Frei übersetzt: Es ging zuletzt nicht mehr voran, aber das Ziel haben wir deshalb noch lange nicht aus den Augen verloren.

Und es sind alles andere als kleine Ziele, die sich die „Roten“ gesetzt haben. Sie wollen mittelfristig die unumstrittene Nummer 1 unter den Bundesligisten im Norden werden, wie Marketingleiter Nek Capric verriet. Unmittelbar vor dem Niedersachsenduell mit den von Volkswagen finanziell luxuriös ausgestatteten Wolfsburgern und angesichts des ausgeprägten Selbstwertgefühls der Hansestädter aus Hamburg und Bremen darf man das durchaus als Kampfansage werten. Auch wenn Kind gestern kurzfristig weit bescheidenere Ziele formulierte: „Wir wollen jetzt erst einmal möglichst schnell den Klassenerhalt sichern, um dann gezielt die Planungen für die nächste Saison einzuleiten.“ Der Profifußball sei nun einmal schwer planbar, so der Klubchef in seiner unverwechselbaren Art: „Er ist ein ergebnisoffenes Produkt – ein Kurzläufer.“ Und dann rutschte ihm auch noch ein Satz heraus, der verdeutlicht, dass der erfolgreiche Geschäftsmann den Fußball keineswegs so emotionslos verfolgt, wie ihm Kritiker das bisweilen unterstellen: „Das finde ich zum Kotzen.“

Überhaupt gab Kind einige interessante Einblicke in seine Gefühlswelt preis. Etwa den, dass ihm die Trennung von Trainer Mirko Slomka, mit dem er sich kommende Woche zum Essen treffen will, alles andere als leicht gefallen sei. „Ich kenne ihn schließlich schon seit seiner Zeit als A-Jugend-Trainer, und er steht für eine unglaublich erfolgreiche Zeit“, sagte der Klubchef, der aber auch für Slomkas Nachfolger bemerkenswerte Worte fand. Tayfun Korkut, so verriet Kind in kleiner Runde, habe ihn so von sich eingenommen, wie dies noch kein anderer 96-Trainer vor ihm geschafft habe. „Als er bei unserem ersten Treffen am 30. Dezember in Großburgwedel den Raum betreten hat, herrschte sofort eine unglaublich offene Atmosphäre“, erzählte der 69-Jährige. „Er hat mich voll überzeugt.“

Die Verpflichtung von Korkut sei daher aus seiner Sicht „eine mutige Entscheidung mit Perspektive“, wie Kind noch einmal hervorhob. Und zugleich eine, die nicht so schnell infrage gestellt werde. „Er hat unser Vertrauen, selbst wenn wir jetzt drei Spiele in Folge verlieren sollten“, erklärte Kind. „Wir werden nicht nervös.“ Und das ist ja durchaus auch eine positive Nachricht.

Von Björn Franz und Norbert Fettback

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