Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hannover 96 Der Albtraum als Chance
Sportbuzzer Hannover 96 Der Albtraum als Chance
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:15 08.03.2015
Von Jörg Grußendorf
Foto: Jubeln sie auch gegen die Bayern? Hannovers Christian Schulz (l.) und Marcelo.
Jubeln sie auch gegen die Bayern? Hannovers Christian Schulz (l.) und Marcelo. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Arjen Robben, Robert Lewandowski, Franck Ribéry, und, und, und. Auf die Defensive der „Roten“ kommt am Sonnabend geballte Weltklasse zu. Die Innenverteidiger von Hannover zeigen sich auch dementsprechend beeindruckt von der Offensive des FC Bayern München. „Das sind alles große Spieler“, sagt Marcelo. Und Christian Schulz, der die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen wird, ergänzt: „Das ist Sonderklasse.“

Schulz hat schon häufig gegen den FC Bayern gespielt – und zuletzt mit den „Roten“ siebenmal in Folge verloren. Oft hat er es dabei mit Robben zu tun bekommen und dabei nicht selten nur dessen Hacken gesehen. Diesmal ist er als Innenverteidiger nicht direkter Gegenspieler des Niederländers. „Schulle“ ist nicht böse deswegen. „Robben ist derzeit der überragende Spieler“, sagt er, „er ist noch variabler geworden. 1:1 kannst du ihn gar nicht verteidigen. Du musst als Mannschaft versuchen, ihn aus dem Spiel zu nehmen.“

Wenn Hannover 96 gegen Bayern München spielt, gibt es für die "Roten" oft nichts zu holen. Über einige Ausnahmen konnten die Fans dennoch jubeln. HAZ.de blickt auf die vergangenen Duelle zurück.

Selbst wenn das gelingt, sind da immer noch dessen Nebenmänner. Schulz und Marcelo geben sich dennoch vorsichtig optimistisch. Natürlich ist gerade in der prekären Lage der „Roten“ ein gehöriges Stück Zweckoptimismus dabei, aber die beiden Defensivspieler pochen vehement auf ihre Chance. „Wir müssen solange es geht ohne Gegentor bleiben“, sagt Schulz, „dann steigen unsere Chancen von Minute zu Minute. Und wir brauchen Glück, denn auch an einem perfekten Tag von uns wird Bayern Tormöglichkeiten haben.“

Marcelo glaubt noch an die Europa League

„Die Chance ist klein“, sagt Marcelo, „vielleicht kleiner als 10 Prozent, aber wenn bei uns alles zusammenpasst, dann ist auch etwas für uns möglich.“ Der Brasilianer beweist sich dann auch gleich als Daueroptimist. „Wenn wir wieder gut spielen, dann ist für uns als Mannschaft in der Bundesliga noch einiges drin“, sagt er, „ich glaube noch an die Europa League. Auch wenn es sehr schwer wird.“ Nun, die Realität in Hannover ist eine andere.

96 kämpft um die Bundesligaexistenz – und für Trainer Tayfun Korkut geht es um den Job. Sein Kredit im Umfeld des Clubs ist fast aufgebraucht. Da dürfte es gut für ihn sein, Führungsspieler wie Marcelo und besonders Schulz hinter sich zu wissen. „Schulle“ spielt schon fast acht Jahre bei den „Roten“, hat hier und vorher in Bremen etliche Trainer kennengelernt.

Er kann beurteilen, wie sie sich in Extremsituationen verhalten, wie sie jetzt Korkut durchmacht. Und Schulz ist angetan von dem Trainernovizen. „Ich bin beeindruckt, wie er mit der Situation umgeht“, sagt der 31-Jährige, „wie viel Ruhe er ausstrahlt, wie er auf die Mannschaft einwirkt. Das habe ich so in der Form noch nie mitbekommen. Er gibt sich nicht anders, als wenn wir zehn Punkte mehr auf dem Konto hätten.“

Lob für Korkut

Wäre es für die Mannschaft nicht besser, wenn Korkut in dieser Lage vielleicht mal irgendwelche Veränderungen vornehmen würde, wurde Schulz gefragt. „Er spricht die brenzlige Situation schon klar an“, sagte er, „aber jetzt irgendwie durchzugreifen, dass wir Spieler ganz schnell merken: Hey, da passt was nicht – da macht er sich ja unglaubwürdig.“

Lob für Korkut gab es auch von Marcelo. „Er ist ein sehr guter Trainer“, sagte er, „er weiß, was er tun muss. Und wenn die richtigen Resultate kommen, ist sowieso alles wieder besser.“  Nun, das Spiel gegen den FC Bayern wäre ein guter Zeitpunkt für die Mannschaft, mit den richtigen Resultaten anzufangen.

Christian Purbs 07.03.2015
Jörg Grußendorf 07.03.2015
04.03.2015