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Hannover 96 „So wie bisher kann es nicht weitergehen“
Sportbuzzer Hannover 96 „So wie bisher kann es nicht weitergehen“
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19:46 05.08.2015
Von Jörg Grußendorf
„Es geht für unseren Verein um die Struktur der Zukunft“: Martin Kind, einer der letzten Bundesliga-Patriarchen, will die Verantwortung auf mehr Schultern verteilen.
„Es geht für unseren Verein um die Struktur der Zukunft“: Martin Kind, einer der letzten Bundesliga-Patriarchen, will die Verantwortung auf mehr Schultern verteilen. Quelle: Petrow
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„Wir haben Zeit“, sagt der 96-Clubchef, „und wir werden diese Zeit nutzen. Schließlich geht es für unseren Verein um die Struktur der Zukunft.“

Und da, erklärt Kind entschieden, müsse sich einiges ändern. „So wie bisher kann es nicht weitergehen“, sagt der 71-Jährige, „Verantwortliche wie Trainer oder Sportdirektoren kommen und gehen. Sie stehen dann auch mal in der Kritik, am Ende bleibt dann alles an mir hängen. Ich bin die einzige Konstante bei 96; und das kann nicht angehen.“ Jedenfalls nicht auf Dauer. Darum, und das macht die Suche erheblich schwieriger, braucht Kind auch zwei Neue: einen Sportdirektor und einen Ko-Geschäftsführer, mit dem er voraussichtlich bis 2017 die Profigesellschaft Hannover 96 GmbH § Co. KGaA führen wird. Bisher trifft Kind als alleiniger Geschäftsführer die Entscheidungen.

96-Sportdirektor Dirk Dufner hat am Dienstag seinen Rücktritt verkündet. Nun stellte sich die Frage, wer sein Nachfolger wird. Wir stellen mögliche Kandidaten vor.

„Wir müssen die Verantwortung breiter aufstellen“, sagte der 96-Klubchef. Unseriös findet er es, zum jetzigen Zeitpunkt über Namen zu sprechen.

30 bis 40 Vorschläge und Bewerbungen seien seit der verkündeten Trennung von Dufner am Dienstagnachmittag bereits bei ihm eingegangen. „So verrückt ist das Geschäft“, sagt er, „mitunter ist es schon fast eine Zumutung.“ Genauso wenig wie über Kandidaten will er über Anforderungsprofile für Sportdirektor und Geschäftsführer reden. „Man kann doch das Pferd nicht von hinten aufzäumen“, sagt Kind. „Wir müssen erst einmal eine Organisationsstruktur fertig stellen, bevor wir ein Stellenbeschreibung herausgeben.“

Einen Tag nach der Bekanntgabe von Dirk Dufners Rücktritt hat die Mannschaft von Hannover 96 wie üblich in der Mehrkampfarena trainiert. 

In den nächsten Tagen will sich der Clubchef mit persönlichen Beratern und mit dem einen oder anderen 96-Gesellschafter darüber austauschen, welche Eignung die Neuen haben sollen. „Und erst dann gehen wir die einzelnen Kandidaten durch“, sagt Kind, „und entscheiden, wer wozu passen könnte.“

Was Kind von dem neuen Ko-Geschäftsführer erwartet, scheint klar zu sein. 96 ist ein Wirtschaftsunternehmen; und der Neue muss sich mit dem Markt und Finanzen auskennen. Der Clubchef hat bereits im Oktober vergangenen Jahres angekündigt, dass er sich im Sommer 2017 nach 20 Jahren an der Spitze des Vereins zurückziehen will. Diesen Plan hat der Clubchef schon länger, erstes Ziel war gewesen, den Ko-Geschäftsführer und potenziellen Nachfolger bereits zum 1. Juli zu präsentieren. Der Richtige war wohl noch nicht dabei.

Und der neue Sportdirektor? Es ist kein Geheimnis, dass Kind am liebsten einen Jörg-Schmadtke-Doppelgänger hätte. Schmadtke war der Vorgänger von Dufner und hat großartige Arbeit geleistet, hatte ein Näschen für lukrative Transfers, einen Blick für Talente und war leistungsorientiert. „Einen zweiten Schmadtke wird es nicht geben“, sagte Kind nach dessen Abschied, „aber ähnlich sollte er schon sein.“ Dufner war es nicht.
Jetzt hat sich Kind keinen bestimmten Termin gesetzt für die Neueinstellungen, er hat ja Zeit bei der Suche. „Schön wäre es, wenn wir Sportdirektor und Geschäftsführer in etwa gleichzeitig einstellen könnten“, sagt er. „Aber auch wenn wir mit der größten Vernunft und Akribie bei der Suche vorgehen: Es gibt keine Garantie, dass es auch passt.“ Wenn nicht, ist ja Martin Kind noch da. Er ist einer der letzten Patriarchen der Bundesliga.

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