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Hannover 96 Mirko Slomka bei Hannover 96 in der Kritik
Sportbuzzer Hannover 96 Mirko Slomka bei Hannover 96 in der Kritik
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00:15 24.04.2013
Von Heiko Rehberg
Nicht mehr unumstritten: Mirko Slomka. Quelle: zN
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Hannover

Den Bundesliga-Nachmittag verbringt Mirko Slomka normalerweise stehend in der sogenannten Coaching-Zone, die Arme verschränkt, gerne auch im Dialog mit dem vierten Schiedsrichterassistenten. Beim 1:6 gegen die Bayern tauchte der 96-Coach nur selten an seinem Stammplatz auf. Slomka saß ungewöhnlich lange auf der Trainerbank. Und auch sonst ist für ihn in Hannover momentan einiges anders als in den vergangenen Jahren.

Slomka, der zwei Spielzeiten hervorragende Arbeit geleistet hat, steht in der Kritik. „Wir haben unter der Woche extrem gut gearbeitet, die Mannschaft ist leistungsbereit“, sagte er nach der bitteren Heimpleite, in der keine gute Arbeit und wenig Leistungsbereitschaft von der Mannschaft zu sehen war. Wer nach den Gründen forscht, landet zwangsläufig beim Trainer, der zuständig ist für Auf- und Einstellung und Taktik. Klubchef Martin Kind ging nach dem Spiel erstmals bei der sportlichen Einschätzung auf Distanz zum Trainer: „So viel Leistungsstabilität war in der Rückrunde nicht zu sehen. Das werden wir sehr kritisch und auch selbstkritisch analysieren“, sagte er. Und dass Slomka laut Kind nicht in die Managersuche eingebunden ist, lässt sich nur schwer als Vertrauensbeweis interpretieren.

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Nach der 1:6-Niederlage gegen den FC Bayern München: Die Noten der Spieler von Hannover 96.

Kind hat Slomka stets kritisch beäugt, doch der sportliche Erfolg erlaubte keine ernsthaften Bedenken. Auch jetzt muss sich Slomka keine Sorgen um seinen Job machen, die Erfolge mit den „Roten“ wirken – und das hat er sich verdient – noch wie ein Schutzschild. Aber die Rahmenbedingungen haben sich mit den Niederlagen und durch die ständige Unruhe bei der Zusammenarbeit mit Sportdirektor Jörg Schmadtke verändert.

Bei den Fans war Kritik an Slomka lange verpönt. Nach dem Weggang Schmadtkes ist die Stimmung umgeschlagen, nachzulesen in diversen Fanforen und Leserbriefspalten der Zeitungen. Viele Anhänger glauben, dass Slomka Schmadtke vergrault hat, auch wenn das natürlich eine Schwarz-Weiß-Sicht auf die 96-Welt ist. Dass der Trainer im Nachhinein davon sprach, dass es nie Streit gegeben habe und er die Details für die Trennung gar nicht kenne, hat – vorsichtig formuliert – manchen im Umfeld des Klubs überrascht.

Bei einer Veranstaltung der „Neuen Presse“ hat 96-Legende Hans Siemensmeyer gesagt, dass er „nicht direkt für einen Trainerwechsel“ sei: „Aber man könnte mal die Überlegung anstellen.“ Siemensmeyer bekam für diesen Satz Applaus.

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