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Hannover 96 Neue Rolle für Kreativdirektor Schlaudraff
Sportbuzzer Hannover 96 Neue Rolle für Kreativdirektor Schlaudraff
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20:35 12.02.2012
Von Volker Wiedersheim
Mario Eggimann, Sergio Pinto, Jan Schlaudraff (v.l.): Der Kreativdirektor in Rot.
Mario Eggimann, Sergio Pinto, Jan Schlaudraff (v.l.): Der Kreativdirektor in Rot. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Mainz

Trainer Mirko Slomka hat es mit Torjäger Mohammed Abdellaoue und dem neuen Stürmer Mame Diouf versucht, und der entscheidende Mann dahinter war Jan Schlaudraff. Dabei hatte das Spiel für den auf einer ganz anderen Position begonnen.

Slomka hatte Schlaudraff zunächst auf dem rechten Flügel aufgeboten. Lars Stindl indessen, wohl wegen seiner Zweikampfstärke, rückte ins Zentrum. Schlaudraff hatte tatsächlich mit seinen Gegenspielern Radoslav Zabavnik und zuweilen Eric Maxim Choupo-Moting nicht allzu sehr zu kämpfen. Was indes fehlte, waren Zuspiele aus dem eigenen Team. Schlaudraff wollte mehr.

Nach rund 30 Minuten gab es dann die Order vom Coach: wechseln! „Entscheidend ist, dass wir ihn effektiv einsetzen. Wir hatten in den ersten 25 Minuten viele Möglichkeiten über die rechte Seite, gerade über Jan“, erklärte Slomka nach dem Spiel. „Dann haben wir uns entschlossen, ihn auf die zentrale Position zu stellen, um noch mehr Offensivkraft herauszuholen.“

Ausgleich kurz vor Schluss: Sobiech trifft in der 89. Minute zum 1:1 für die "Roten" - und rettet damit noch einen Punkt für Hannover 96. Der FSV Mainz war durch ein Tor von Zidan früh in Führung gegangen.

Die Variante wird nicht immer passen, doch in Mainz war Schlaudraff die Rolle wie auf den Leib geschneidert. Schon in der 36. Minute bewies der 28-Jährige seine Torgefährlichkeit. Es folgten viele weitere gute Szenen, und zwar sowohl offensiv wie defensiv. Schlaudraff kann auch grätschen, wenn er muss. Viel wertvoller sind indes seine taktische Gewieftheit, seine Übersicht und das Geschick, sich mit zwei, drei Drehungen aus der Bedrängnis der Gegenspieler zu entwinden und direkt wieder die Mitspieler einzusetzen. 51 erfolgreiche Pässe (Quelle: bundesliga.de) bei insgesamt 75 Ballkontakten, nur acht Zuspiele landeten beim Gegner – das sind Bestmarken der „Roten“ in Mainz.

„Oft ist es so, dass ich über die rechte Seite besser ins Spiel komme. Wir tun uns schwer damit, uns zu befreien und aus dem Zentrum heraus Vorstöße zu schaffen“, erklärte Schlaudraff mit Blick auf die zurückliegenden Partien. „Das Spiel in Mainz hingegen war mit Abstand das beste seit Längerem, gerade auswärts.“ So richtig ärgern konnte den Kreativdirektor nur eines: die Nachsichtigkeit von Schiedsrichter Felix Zwayer gegenüber Niko Bungert. Der Mainzer Verteidiger hatte früh die Gelbe Karte gesehen und auch danach nicht astrein gespielt – doch Zwayer ließ die Karten danach stecken. „Irgendwann war jedem klar: Egal, was passiert, der darf 90 Minuten spielen. Der hätte sogar gegen Lionel Messi spielen können und wäre nicht runtergeflogen.“

Der Ärger hielt sich nicht lange. Und so konnte Schlaudraff es auch verschmerzen, dass er in einer statistischen Kategorie etwas abfiel: sechs gewonnene Zweikämpfe, das war nicht allzu viel. Aber es war ein wichtiger dabei: Sekunden vor dem Abpfiff stoppte er einen Mainzer beim wohl letzten Vorstoß in der Manier, wie sich Tangotänzer umschlingen. Dafür gab es die Gelbe Karte, doch dieses taktische Foul war angebracht. Irritiert hat das Mainzer Publikum, dass Schlaudraff direkt danach zur Tribüne heraufwinkte – wollte er da das Publikum provozieren? Von wegen: „Meine Mutter und meine Familie haben da oben gesessen. Die wohnen in Bingen ganz in der Nähe und sind stolze Mainzer Dauerkartenbesitzer.“

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