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Hannover 96 Neuer Zwist zwischen Fans und Hannover 96
Sportbuzzer Hannover 96 Neuer Zwist zwischen Fans und Hannover 96
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00:15 19.01.2013
Von Norbert Fettback
Martin Kind, der Buhmann? Die Preiserhöhung der Eintrittskarten für Hannover 96-Spiele trifft Fans schwer. Quelle: dpa
Hannover

Manche ziehen es vor, dann das Fernsehgerät einzuschalten, andere wollen dem Vorschlag folgen, den der Vorstand der „Roten Kurve“ machte und der die ausdrückliche Zustimmung der sogenannten Ultras gefunden hat: für dieses Spiel auf die Westtribüne umzuziehen, um die Mannschaft von dort zu unterstützen. Die Empörung in den einschlägigen Internetforen ist jedenfalls groß – und Martin Kind der Buhmann. Der Klubchef hat mit der partiellen Preiserhöhung für das genannte Spiel auf die hohe Geldstrafe reagiert, die 96 wegen des Abbrennens von Pyrotechnik in der Nordkurve in der Pokalpartie gegen Dynamo Dresden zahlen musste.

Stein des Anstoßes sind fünf Euro. Um eben diesen Betrag hat der Klub den Preis für die 1000 Eintrittskarten heraufgesetzt, die in den Oberrang-Blöcken N16 und N17 für Mitglieder des Fan-Dachverbandes reserviert sind. Statt 31 sollen sie für dieses Spiel 36 Euro kosten – alle anderen Plätze in der AWD-Arena hingegen sind zum alten Preis zu haben. So auch die dieses Mal von der „Roten Kurve“ favorisierten im Block W10, die 31 Euro teuer sind.

Der Unmut richtet sich im Kern nicht auf eine eher geringfügige Preiserhöhung, die auch noch einmaliger Art sein soll – mit der Begründung dieses Schrittes durch 96 fühlt sich so mancher aus der Nordkurve in Kollektivhaftung genommen und ungerecht behandelt. Im Internetforum „Das Fanmagazin“ spricht „Utze“ von „Fanmobbing 2.0“. Auch andere Einträge signalisieren: Jener Zwist, der Anhänger einerseits und Klubs sowie deren Dachverbände DFL und DFB andererseits in den Diskussionen um mehr Sicherheit in den Stadien bis in den Dezember 2012 hinein entzweit hat, droht zurückzukehren.

Hannover 96 eröffnen am Freitag auf Schalke die Bundesliga-Rückrunde. Die Roten wollen eine Aufholjagd starten – und legten sich am Mittwoch beim Training noch einmal richtig ins Zeug.

96-Boss Kind, das lässt er klar erkennen, erwägt mit diesem Schritt einen erneuten Denkzettel. „70.000 Euro, mit Nebenkosten sogar 80.000, kann ich nicht so einfach in die Ablage nehmen“, sagt er – und fordert vom Fan-Dachverband mehr Verantwortung und Selbstkontrolle ein. „Die ,Rote Kurve‘ muss mit dafür sorgen, dass Dinge, die im Stadion nicht erlaubt sind, auch nicht praktiziert werden“, sagt er. Kind ist durchaus bewusst, dass von dieser Aktion auch viele Fans betroffen sind, die mit Zündeleien im Stadion nichts im Sinn haben. Er spricht von einer „symbolischen Entscheidung“. Den offenen Vorwurf der „Roten Kurve“, 96 handele im dem Fall entgegen den Festlegungen der DFL-Sicherheitskonferenz nicht „täterorientiert“, hält er entgegen: „Solange sich die Täter vermummen und durch falsche Solidarität durch andere geschützt werden, ist es gar nicht möglich, alle ausfindig zu machen.“

Vielleicht ist deshalb der anlässlich der Preisanhebung vom „Roten Günther“ im Forum der 96-Internetseite unterbreitete Vorschlag gar nicht so abwegig: „Ich hätte keinen Zuschlag erhoben, sondern eine Prämie ausgesetzt, wenn die Zündler identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden können.“ Aber das dürfte gewiss die nächste Protestwelle auslösen.

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