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Hannover 96 Polizei plant Großeinsatz bei Brügge-Spiel
Sportbuzzer Hannover 96 Polizei plant Großeinsatz bei Brügge-Spiel
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12:13 14.02.2012
Von Volker Wiedersheim
Foto: Die Polizei will am Donnerstag in Hannover massive Präsenz zeigen.
Die Polizei will am Donnerstag in Hannover massive Präsenz zeigen. Quelle: dpa (Archivbild)
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Hannover

Das Europa-League-Spiel am Donnerstag gegen den FC Brügge – es ist nicht nur für die „Roten“ die größte sportliche Herausforderung seit Langem, sondern auch für Hannovers Polizei einer der brisantesten Fußball-Einsätze. Hannover 96 hat rund 2400 Tickets aus dem Gästekontingent abgegeben. Die Polizei erwartet indessen bis zu 3200 Belgier in der Stadt – und ist gewarnt: „Wir werden sehr, sehr stark aufgestellt sein mit deutlich mehr Beamten als sonst. Die Stadt wird voll, und es wird viele Alkoholisierte geben. Das wird schon anders als bei jedem Bundesliga-Spieltag aussehen“, sagte Guido von Cyrson, Polizeidirektor und Leiter der Fußball-Einsätze.

Belgische und deutsche Fußballfans gelten als verfeindet. Traditionell habe Belgien ein größeres Hooligan-Problem, und auch bei 96 habe der Erfolg zuletzt für einen Zulauf von „gewaltbereiten Chaoten“ gesorgt, sagt von Cyrson und erwartet: „Das wird eine Plattform für Problemfans mit typischem Revier- und Platzhirschverhalten sein, ein besonderes Risikospiel.“

Sorgen macht dem Einsatzleiter die frühe Anreise der Belgier in organisierten Bustouren. Spätestens um 14 Uhr werden die ersten Busse am Südeingang des Stadions stoppen. Es bleiben dann gut sieben Stunden bis zum Anpfiff. Nach dem, was von Cyrson über die Auswärtsfahrten belgischer Fans weiß, dürften viele in die Altstadt ziehen und sich dort bevorzugt in irischen Pubs die Zeit vertreiben. Ein Zielort könnte das Dublin Inn am Marktplatz sein. Nicht zufällig gebe es in Kreisen der 96-Ultras den Aufruf, sich zu einem „Warm-up“ nachmittags im Bereich der Marktkirche einzufinden.

Für ein Verbot der frühen Anreise und des Marsches in die City – so war die belgische Stadt Lüttich mit den 96-Anhängern beim Auswärtsspiel in der Gruppenphase verfahren – gibt es in Deutschland keine Rechtsgrundlage. Die hannoversche Polizei wird deshalb in der Altstadt massiv Präsenz zeigen, Wasserwerfer dürften zum Arsenal der Abschreckung gehören, und nötigenfalls werden die Beamten eine Kette bilden, um verfeindete Fangruppen auseinanderzuhalten.

Wären die Hannoveraner gut beraten, einen möglichen Einkaufsbummel lieber zu verlegen? Von Cyrson: „Eine solche Empfehlung gibt es nicht, sie wäre auch ein Armutszeugnis. Aber wer auf der einen Straßenseite 100 Fans von einem Klub sieht und gegenüber 100 Anhänger vom anderen, der sollte nicht als Gaffer stehen bleiben und schlimmstenfalls die Polizei im Einsatz behindern.“

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