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Hannover 96 „Es kann immer nur einer spielen“
Sportbuzzer Hannover 96 „Es kann immer nur einer spielen“
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00:25 21.01.2015
Von Jörg Grußendorf
Robert Almer.
Robert Almer. Quelle: Nigel Treblin
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Belek

Herr Almer, der Großteil des Trainingslagers in Belek liegt hinter Ihnen. Ist so etwas wie Lagerkoller bei Ihnen oder Ihren Mannschaftskameraden zu spüren?

Wir sind ein Team, das sich untereinander sehr gut versteht. Von daher kann ich mir nicht vorstellen, dass das noch kommen wird.

Nach dem Regenchaos der vergangenen Tage kommt man nicht herum, über das Wetter hier in Belek zu reden.

Wenn man in den Süden reist, erhofft man sich schon, dass man etwas mehr Sonne abbekommt, um zu trainieren. Aber man darf nicht vergessen, dass die Temperaturen durchaus angenehm sind und unser Platz in einem überragenden Zustand ist. Und jetzt wurde es ja besser.

Nervt es nicht gerade Sie als Torhüter, wenn Sie zum einen von oben nass werden und sich dann auch noch ständig auf den durchweichten Rasen schmeißen müssen?

Das ist nicht so schlimm, weil die Temperaturen stimmen. Anders wäre es wahrscheinlich sehr mühsam.

Im zweiten Testspiel hat die Mannschaft von Tayfun Korkut im türkischen Belek ein weitaus besseres Spiel gezeigt. Die Roten besiegten die Young Boys Bern im türkischen Belek am Sonnabend mit 1:0. 

Sie sind im Sommer 2014 zu 96 gewechselt und haben, obwohl Sie österreichischer Nationaltorwart sind, klar die Rolle als Nummer 2 hinter Ron-Robert Zieler akzeptiert. Hat das weiterhin Bestand, oder gibt es eine Kampfansage von Ihnen?

Natürlich bleibt das so. Im Sommer war der Transfer für mich die perfekte Lösung. Daran hat sich nichts geändert. Der Wechsel hat mich auch bestätigt, ich habe viele Dinge hier gelernt, wenn ich nur den Umgang unseres Trainers mit den Spielern sehe. So etwas habe ich bisher in dieser Weise nicht gekannt. Es ist unheimlich angenehm, es gibt viele positive Gespräche.

Sie haben zuletzt in Ihrer Auswahlmannschaft überragende Spiele gegen Brasilien mit Superstar Neymar und Russland gemacht. Sie stehen im Mittelpunkt. Dann kommen Sie zurück nach Hannover - und sind wieder die Nummer 2. Ist das nicht frustrierend?

Das ist das Los eines Torhüters, es kann immer nur einer spielen. Die Bundesliga ist eine der besten Ligen der Welt, da ist es schwierig, dass man zu Einsätzen kommt. Und der Ron ist Weltmeister geworden, das sagt alles. Und: Die Situation war mir ja immer klar.

Sie müssen doch jedes Mal geradezu in ein Loch fallen. In Österreich werden Sie von Fans umlagert, das konnte man ja im Sommer beim 96-Trainingslager in Ihrer Heimat in Bad Radkersburg erleben. In Hannover stehen Sie regelrecht im Schatten …

Ich brauche den Rummel um mich nicht. Ich bin froh, wenn ich zu Hause mit meiner Familie sein kann.

Ihr Einjahresvertrag bei 96 läuft im Juni aus, wie geht es für Sie sportlich weiter?

Das wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Es hat erste Gespräche gegeben, aber es ist ja noch ein bisschen Zeit.

Wollen Sie denn bleiben?

Ich fühle mich schon sehr wohl in Hannover.

Können Sie es sich als Nationaltorwart überhaupt erlauben, die Nummer 2 bei einem Club zu bleiben?

Da sollte man abwägen. Für mich ist die Europameisterschaft 2016 ein großes Ziel. Wir können die erste österreichische Mannschaft sein, die sich für die EM-Endrunde sportlich qualifiziert. Momentan sieht es gar nicht so schlecht aus.

Also haben Sie schon Befürchtungen, dass Ihr Nationaltrainer Marcel Koller Sie künftig als Stammspieler im Verein sehen will. Haben Sie in jüngster Zeit über Ihre Lage mit ihm gesprochen?

Wir sind natürlich im Gespräch. Jeder Teamchef hätte es gern, wenn seine Spieler regelmäßig spielen. Aber es ist ja kein Wunschkonzert.

Setzt er Sie in dieser Hinsicht nicht unter Druck?

Ich bin jetzt seit drei Jahren die Nummer 1 in der Nationalmannschaft. Ich habe ja auch in meinen Stationen vor 96 nicht regelmäßig gespielt. Da hat er auch immer zu mir gestanden.

Ihre Auftritte werden aber gerade von den österreichischen Medien besonders kritisch betrachtet.

Der Druck von der Öffentlichkeit ist natürlich sehr groß, wenn mal etwas Negatives passiert. Bisher habe ich immer gute Leistungen gebracht. Aber man weiß ja, wie die Reaktion in den Medien ist, wenn es mal nicht so läuft: Dann hat man sofort wieder den Angriffspunkt der fehlenden Spielpraxis. Aber damit muss ich leben.

Noch?

Wie gesagt: Ich fühle mich sehr wohl in Hannover. Alles andere ist Spekulation.

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