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Hannover 96 Schulz’ Zeh tut nicht mehr weh
Sportbuzzer Hannover 96 Schulz’ Zeh tut nicht mehr weh
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08:44 22.09.2011
Von Volker Wiedersheim
Konzentriert und engagiert mischte Christian Schulz am Mittwoch beim Training mit. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Der „Mr. Zuverlässig“ der vergangenen Saison ein Kandidat für den Operationstisch oder für einen längeren Aufenthalt im 96-Lazarett? Es war schon alarmierend, was da über Christian Schulz, den Linksverteidiger des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, in den vergangenen Tagen zu hören war. Es passt aber so gar nicht zu den Eindrücken, die die Trainingskiebitze auf der Mehrkampfanlage am Mittwoch bei den „Roten“ gewinnen konnten. Da war Schulz wie eh und je zu sehen: konzentriert, engagiert und augenscheinlich gut gelaunt.

Also „alles nicht so wild“, so scheint es und so wird es auch im Umfeld des Spielers bestätigt. Die Fans haben eine Sorge weniger. Von einer Operation ist bei Schulz keine Rede mehr. Genau besehen, war ohnehin zuvor nicht klar geworden, was überhaupt zu operieren sei. Schulz plagen Probleme unter anderem im großen Zeh. Steigt die Belastung durch Training und Spiele, wird das normale Abrollen des Fußes schmerzhaft. Und beim Versuch, die unangenehme Bewegung zu vermeiden, treten an anderer Stelle Komplikationen wie Verspannungen oder Muskelblockaden auf.

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Bei Schulz wanderte also der wunde Punkt vom Zeh in die Hüfte, weiter in den Rücken – und kam als schlechte Laune schließlich im Kopf an: „Gereizt und genervt“, sei er gewesen, so räumte der Spieler ein. Nichts davon ließe sich allerdings operativ beheben. Immerhin, die Weisheitszähne ließ er sich ziehen. Aber die noch größere Heilwirkung auf den Zeh-Hüfte-Rücken-Komplex dürfte letztlich doch die von 96-Trainer Mirko Slomka verordnete Pause von gut einer Woche gehabt haben.

Wird Pander den Posten als Linksverteidiger behaupten?

Slomka hat somit eine Sorge weniger, aber auch eine neue mehr: Wen lässt er am Sonnabend in der nächsten Bundesligapartie beim FC Augsburg spielen? Schulz hatte in der Halbzeitpause des Spiels beim VfB Stuttgart für Christian Pander weichen müssen. Steve Cherundolo vertrat ihn in der Europa-League-Begegnung mit Standard Lüttich, und der nach einer Grippe wieder fitte Pander kam gegen Borussia Dortmund zum Einsatz. Wird der ehemalige Schalker den Posten behaupten oder kehrt Schulz in Augsburg zurück? Dass Slomka sich überhaupt zwischen zwei Alternativen entscheiden muss, wird ihm gefallen. Konkurrenz belebt das Geschäft.

Dem Publikum hatten im Spiel gegen den deutschen Meister aus Dortmund vor allem Panders gefährliche Standards gefallen. In der Bilanz steht wie zum Beweis dafür ein Eckball, den Karim Haggui zum 1:1-Ausgleich ins Tor köpfte. In der Defensive hatte Pander indessen nicht jeden überzeugt. Da aber hat Schulz, der mit 33 Einsätzen (vier Tore) in der vergangenen Spielzeit, durchaus Argumente für sich, die er mit den Leistungen wenigstens in den ersten vier Liga-Partien dieser Saison untermauerte. Und jetzt stimmt auch die Laune wieder.

Der wegen einer Muskelverhärtung gegen Dortmund ausgefallene Stürmer Mohammed Abdellaoue konnte am Mittwoch schon wieder locker laufen. Ein Einsatz in Augsburg scheint jedoch unwahrscheinlich.

Training: 10 Uhr, Mehrkampfanlage

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