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Hannover 96 Kein Blick zurück
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00:15 17.01.2014
Von Björn Franz
Foto: Die neue Spielweise kommt ihm entgegen: Sébastien Pocognoli (rechts, im Zweikampf mit Jan Schlaudraff) hat gute Chancen auf einen Stammplatz bei 96 – nicht nur, weil Konkurrent Christian Pander derzeit verletzt ist.
Die neue Spielweise kommt ihm entgegen: Sébastien Pocognoli (rechts, im Zweikampf mit Jan Schlaudraff) hat gute Chancen auf einen Stammplatz bei 96 – nicht nur, weil Konkurrent Christian Pander derzeit verletzt ist. Quelle: Nigel Treblin
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Belek

Während sich Sébastien Pocognolis Mitspieler bei Hannover 96 am Strand oder auf dem Golfplatz vergnügten, verbrachte der Belgier die Zeit mit individuellem Training auf dem Fahrrad und Behandlungen im Hotel. Eine schmerzhafte Hüftprellung zwingt den 26-Jährigen im Trainingslager derzeit dazu, kürzer zu treten. Gestern konnte er zumindest wieder laufen, und bald will er auch ins Training zurückkehren. Darauf brennt er. Denn Pocognoli – so sieht es derzeit aus – könnte einer der großen Gewinner des Trainerwechsels bei 96 sein.

96-Coach Tayfun Korkut will an der Offensive arbeiten - und zeigt sich dabei kommunikativ.

Zwar absolvierte der Linksverteidiger seit seinem Wechsel von Standard Lüttich im Januar 2013 schon 27 Spiele in der Fußball-Bundesliga. Doch die Chemie zwischen Pocognoli und dem bisherigen Coach Mirko Slomka schien nicht so recht zu stimmen. Die Gerüchte über eine verbale Auseinandersetzung zwischen ihm und Slomka in der Halbzeitpause des Spiels in Leverkusen am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison seien zwar überzogen gewesen, sagt der belgische Nationalspieler. Aber in der Partie darauf gehörte er nicht zum Kader. Und auch bei den letzten beiden Hinrundenspielen dieser Saison wurde Pocognoli aussortiert.

Er sei natürlich überrascht gewesen, gesteht der Abwehrspieler am Rande des Trainingslagers in Belek, und habe daraufhin das Gespräch mit Slomka gesucht. Aber eigentlich möchte der Belgier, dem noch vor wenigen Wochen Wechselabsichten unterstellt wurden, nicht mehr viel darüber sprechen. „Die Situation hat sich verändert. Viele belgische Spieler denken über Vereinswechsel nach, weil sie keine Stammspieler in ihren Klubs sind und Sorge haben, die WM zu verpassen. Aber ich will nicht wechseln“, sagt Pocognoli. „Ich fühle mich hier sehr wohl, ich mag die Mannschaft, den Klub und die Stadt. Ich will hier um meine Position kämpfen und schaue nicht gleich nach einem neuen Verein, nur weil ich zweimal nicht auf der Bank gesessen habe.“

Zeit zum Ausspannen: 96-Torwart Ron-Robert Zieler und Mittelfeldspieler Edgar Prib nutzen die trainingsfreie Zeit zum Strandspaziergang.

Zumal ihm die vom neuen Trainer bevorzugte Spielweise entgegenkommt, in der die Außenverteidiger mit in den Angriff eingreifen sollen. Überhaupt scheint Pocognoli wenig Probleme mit Umstellungen zu haben – auch nicht mit denen auf dem Trainingsplatz. „Ich habe bei AZ Alkmaar gespielt, da war jedes Training unter Louis van Gaal genauso wie das Training jetzt unter Tayfun Korkut“, sagt er. „Der Trainer hat eine gute Philosophie, er spricht viel mit den Spielern, das gibt einem Selbstvertrauen. Ich verstehe inzwischen schon sehr gut deutsch, nur das Sprechen ist noch schwierig.“

Doch daran arbeitet Pocognoli. Zweimal in der Woche nimmt er Deutschunterricht. Zudem suchte er gerade in der Anfangsphase in Hannover immer wieder das Gespräch mit Kapitän Steven Cherundolo. „Er hat viel Erfahrung und kennt auch die Geschichte des Klubs. Dafür interessiere ich mich sehr“, sagt der Belgier. „Ich bin ein Spieler, der mit sehr viel Herzblut spielt. Und um das Beste aus mir herauszuholen, muss ich die Geschichte des Klubs spüren, muss wissen, was die Fans denken.“

Denn sein Bestes, das will er den 96-Fans in der Rückrunde regelmäßig zeigen. Ein Stück weit auch aus eigenem Interesse. „Ich denke, wenn ich bei 96 eine gute Rückrunde spiele und wir als Mannschaft besser auftreten, dann werde ich auch zur WM fahren“, sagt Pocognoli. Und dafür verzichtet er auch gerne einmal auf einen freien Nachmittag.

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