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Hannover 96 Nichts für schwache Nerven
Sportbuzzer Hannover 96 Nichts für schwache Nerven
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00:27 27.09.2014
Von Norbert Fettback
Foto: Joselu (oben) jubelt mit Marcelo nach dem Spiel.
Joselu (oben) jubelt mit Marcelo nach dem Spiel. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Denn es war auf dem Platz nicht nur viel Schwerarbeit nötig, sondern auch eine große Portion Glück, damit die „Roten“ den dritten Heimsieg der Saison feiern konnten. Das 1:0 gegen den in der 2. Halbzeit drückend überlegenen 1. FC Köln hing am seidenen Faden. Nach vier Minuten Nachspielzeit konnten die 96-Spieler endlich die Arme in die Höhe reißen: Es war geschafft! 96 ist wieder Tabellendritter.

Tayfun Korkut war auch am Mittwoch für eine Überraschung gut. Erstmals schickte der 96-Trainer den französischen Neuzugang Jimmy Briand von Anfang an auf den Platz. Eine mutige Entscheidung, denn der 29-Jährige – das war später in verschiedenen Aktionen zu sehen – hat noch nicht die Fitness, die man in der Bundesliga benötigt. Und doch zahlte sich der Schachzug aus: Briand war maßgeblich daran beteiligt, dass 96 beizeiten in Führung ging. Leon Andreasen hatte geflankt, der Schuss Briands war von der Kölner Abwehr geblockt worden – und dann schlug Joselu zu, dem der Ball vor die Füße sprang. Aus der Drehung traf der Spanier mit links zum 1:0 (6. Minute), das Spiel schien den von der überwiegenden Zahl der 39 400 Zuschauer erhofften Verlauf zu nehmen.

Alle Bilder zur Partie Hannover 96 gegen den 1. FC Köln

Ein flotter Beginn, das erste Tor, das die Kölner in dieser Saison kassierten – doch davon, dass damit die Weichen auf Sieg gestellt waren, konnte keine Rede sein. Das lag zum einen daran, dass sich der Aufsteiger nicht mit der Rolle des Verlierers anfreunden wollte. Zum anderen versäumte es 96, energisch nachzusetzen. Die Mannschaft ging zwar engagierter zu Werke als bei der 0:2-Niederlage in Paderborn, doch die Fehlerquote war zu hoch, um für klare Verhältnisse zu sorgen. Viel mehr als ein paar Distanzschüsse wie von Miiko Albornoz (10.), der später mit Wadenkrämpfen ausgewechselt werden musste, oder den anstelle des verletzten Manuel Schmiedebach in die Startelf gerückten Ceyhun Gülselam (32.) fielen den „Roten“ nicht ein. 96 ließ sich schon in den ersten 45 Minuten Steigerungsmöglichkeiten gegen die selbstbewussten Gäste offen.

Ein Bild, das sich auch nach der Pause nicht änderte. Im Gegenteil: Die Kölner erhöhten den Druck und drängten die „Roten“ immer wieder in deren Hälfte. Wo war nur die vom Trainer eingeforderte Kreativität? Stattdessen gab es ein Spiel auf ein Tor, das die 96-Anhänger Mitte der 2. Halbzeit mit Pfiffen quittierten. Und immer wieder Ballverluste, die die Kölner stark machten. Korkuts Gesten, der in einer Spielunterbrechung mit erhobenen Armen auf seine Spieler einredete, sprachen deutlich dafür, dass sich daran dringend etwas ändern musste, wenn die drei Punkte nicht aus der Hand gegeben werden sollten.

Doch weit gefehlt: 96 musste dankbar sein, dass die Kölner mit ihren Chancen nicht anzufangen verstanden. Und dann gab es noch Ron-Robert Zieler, der bei einem Kopfball von Dominic Maroh (87.) zur Stelle war.

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