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Hannover 96 Slomka drängt auf Neuzugänge
Sportbuzzer Hannover 96 Slomka drängt auf Neuzugänge
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20:36 08.01.2012
Von Volker Wiedersheim
Hart umkämpft: Ein Elfmeter rettet Hannover 96 das 1:1 im Testspiel gegen Köln. Quelle: Florian Petrow
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Portimao

Erstes Testspiel der Rückrundenvorbereitung: Hannover 96 und der Bundesliga-Konkurrent 1. FC Köln haben sich am Sonntag 1:1 getrennt. Ein eher mäßiges Spiel mit einem für 96 einigermaßen schmeichelhaften Ergebnis. Es tritt jedoch deutlich in den Hintergrund angesichts der erneut größer gewordenen Sorgen um die Stürmer und deren Qualität. Schon in der 38. Spielminute nämlich schlich Mohammed Abdellaoue, in dieser Saison mit Abstand torgefährlichster 96-Angreifer, zur Seitenlinie, um sich auswechseln zu lassen. Der Grund: Beschwerden im rechten Oberschenkel (Adduktor). Wie Trainer Mirko Slomka nach dem Testspiel berichtete, habe Abdellaoue nur eine Muskelverhärtung erlitten, zum Glück keine Zerrung oder einen Muskelfaserriss. Gleichwohl muss der Norweger in den nächsten Tagen im Training kürzertreten.

Slomka bleibt somit immer weniger personelle Auswahl. Und immer weniger Qualität. „Wir sehen, dass wir, wenn wir unsere Ziele im Auge behalten wollen, uns im Spiel nach vorn verbessern müssen. Und zwar spielerisch sowie personell“, sagte er. Eine deutliche Ansage an den inzwischen ins Trainingslager nachgereisten Manager Jörg Schmadtke. „Ich sehe uns da in der Pflicht, noch mal auf den Spielermarkt zu gucken. Wir brauchen auch im Training diesen massiven Konkurrenzdruck der Stürmer untereinander. Und den gibt es im Moment gar nicht. Für mich ist das zu wenig“, sagte Slomka.

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Der Verlauf des Spiels gegen Köln schien da wie ein Beleg für den Wunsch nach offensiver Verstärkung. Gefährliche Schüsse auf das Tor von Michael Rensing hatten Seltenheitswert. In einem Spiel, in dem 96 die gewünschte Dominanz praktisch in keiner Spielphase zeigen konnte, setzten sich Konstantin Rausch auf der linken und Lars Stindl auf der rechten Seite nur drei-, viermal so durch, dass sie gute Flanken spielen konnten – und die Stürmer verpassten jeweils, daraus etwas zu machen.

Bezeichnend war es, dass 96 in einer Partie praktisch ohne platzierte Torschüsse aus dem Spiel heraus einen Elfmeter benötigte, um die von Christian Clemens nach einem nicht geahndeten Foul an Sofian Chahed erzielte Kölner Führung (44. Minute) auszugleichen. Ein Handspiel des Kölners Kevin Pezzoni gab die Gelegenheit, und Jan Schlaudraff – von Slomka an der Seitenlinie mit Nachdruck zum Schützen bestimmt – nutzte sie mit einem platzierten Schuss ins linke Eck, der Rensing ohne Chance ließ (65.).

Auch wenn die „Roten“ nach vielen Wechseln engagiert weiterspielten, gab es weiter kaum nennenswerte Chancen, das Spiel endgültig zu drehen. Während sich Abwehrspieler Mario Eggimann und später erneut auch Talent Christopher Avevor bewährten, blieben die Angreifer und Ideengeber wie Daniel Royer, Schlaudraff, Artur Sobiech ohne zwingende Aktionen. Anlass für den einzigen wirklichen Aufreger nach dem Ausgleich bot der Kölner  Odise Roshi, der Moritz Stoppelkamp in den Rücken spuckte. Nur energische Rufe von Slomka an der Seitenlinie konnten Stoppelkamp beruhigen.

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