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Hannover 96 Slomka hält sich beim Thema Rangnick zurück
Sportbuzzer Hannover 96 Slomka hält sich beim Thema Rangnick zurück
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11:56 23.09.2011
Von Volker Wiedersheim
96-Coach Mirko Slomka hält sich beim Thema Rangnick zurück. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Slomka betritt um 12.15 Uhr das Podium. Er würde gern übers Augsburg-Spiel sprechen, verliest erst mal das Verletzten-Bulletin, dann heißt es: „Ihre Fragen, bitte…“ Wer den Coach kennt, ihn oft befragt, auch mal unbequem, fällt nicht mit der Tür ins Haus. Slomka kann nämlich charmant und schroff gleich gut. Aber die erste Fragerin, eine vom Radio, kennt ihn wohl nicht so gut, parkt ihren Rechercheansatz ganz uncharmant quer zu Slomkas Marschrichtung: „Ja, direkt erst mal weg von dem Thema Augsburg. Ralf Rangnick hat ja nun seinen Rücktritt erklärt. Sie kennen ihn ja nun sehr gut. Was sagen Sie dazu?“

Slomka: „Ich kann dazu gar nichts sagen. Ich habe die Meldung am Morgen erhalten, wie Sie.“ Falsche Fährte, Slomka wiegelt ab. Zwei versiertere Frager versuchen, wieder Erzählton zu etablieren, vielleicht kommt ja doch noch etwas, das auf- oder erklärt. Slomka bemüht sich um Verbindlichkeit, hält sich aber in der Sache zurück. Er ist kein Statement-Automat. Er ist nicht Peter Neururer, bei dem das manchmal ging: Münze reinstecken, Schlagzeile rausziehen.

Ein TV-Mann probiert’s trotzdem noch mal: „Auch wenn ich mich jetzt unbeliebt mache“, sagt er und fragt nach dem Verhältnis Slomka/Rangnick und ob der Schalker jemand sei, der sich „aufreibe“. Die Antwort, obschon sanft im Ton, ist hart: „Sie machen sich tatsächlich unbeliebt. Denn es geht Sie im Grunde nichts an, mein Verhältnis zu Ralf Rangnick.“ Es gibt dann eine ziemlich lange, etwas peinliche Pause … bis endlich ein Reporter mit Gespür für Gefährliches und Gefälliges das Wort ergreift: „Reden wir über Sport?“. Slomka: „Ja, gern!“ Aber so richtig gern dann auch wieder nicht. Ein paar weichgespülte Fragen zu Aufstellung, Favoritenrolle und so weiter: Bundesliga-Grundrauschen, dann versiegt das Gespräch. Slomka geht grummelnd.

Spieler Sofian Chahed hatte zuvor noch gesagt: „Man guckt nicht rein in die Menschen, aber ich wünsche Rangnick alles Gute.“ Altin Lala, er spielte unter Rangnick, fand die Nachricht „unglaublich. Es gibt die schöne Seite, aber auch Druck, Druck, Druck.“ Klubchef Martin Kind verbat sich Spekulationen, sagte aber dann zu Rangnick, was sicher viele Hannoveraner teilen: „Jeder will das Beste für ihn.“

Jörg Grußendorf 16.09.2011
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