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Hannover 96 Sobiech: „Ein Neuer? Dann krempele ich die Ärmel hoch“
Sportbuzzer Hannover 96 Sobiech: „Ein Neuer? Dann krempele ich die Ärmel hoch“
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21:34 09.01.2012
Von Volker Wiedersheim
Die Umstellung auf die Bundesliga war für Artur Sobiech schwerer als gedacht. Quelle: Florian Petrow
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Herr Sobiech, Ihre Zeit bei 96 hat mit langwierigen Knieproblemen begonnen. Erst im letzten Europa-League-Gruppenspiel gegen Worskla Poltawa haben Sie Ihr erstes Tor erzielt. Haben Sie’s gefeiert?
Nein, da war ich zwar sehr froh und glücklich, aber nicht in Partylaune.

Täuscht der Eindruck, oder ist es Ihnen tatsächlich schwergefallen, in Hannover und der Fußball-Bundesliga gleich heimisch zu werden?
Die größte Schwierigkeit war schon die sportliche Integration, wegen der anhaltenden Beschwerden im Knie. Ich wusste, dass ich nicht gleich einsteigen und angreifen kann. Ich dachte allerdings, dass es etwas zügiger gehen würde. So war es schwieriger für mich, in die Mannschaft zu kommen.

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Und Hannover – immerhin Ihre erste Station im Ausland und mit erst 21 Jahren?
Privat war das weniger ein Problem. Eine Wohnung in Ricklingen, die Freundin mit dabei, das hat alles gepasst. Und es war auch wichtig in der Verletzungspause.

Nehmen Sie regelmäßig Deutschstunden?
Ja, wenn es der Spielplan erlaubt einmal die Woche bei einer Deutschlehrerin von der Universität. Marica, eine sympathische junge Frau, und sie versteht auch etwas vom Fußball.

Wer kocht eigentlich zu Hause? Sie, Ihre Freundin – oder der Italiener um die Ecke?
Das macht meine Freundin, die kann’s, ich nur ein bisschen.

Dafür bringen Sie dann den Müll raus?
Nein, eher nicht.

Ihre Freundin ist Handball-National­spielerin Polens. Wird zu Hause mehr über Handball oder Fußball geredet?
Fußball, meine Freundin kennt sich aus.

Bei 96 wird nun intensiv über Verstärkung im Sturm diskutiert. Sind Sie besorgt, dass ihre Chancen sich verschlechtern könnten?
Ich glaube an meine Stärke. Mein Motto ist: nicht in die Zeitung gucken, sondern fleißig trainieren und hart arbeiten. Ich meine allerdings, dass wir bisher mit Mohammed Abdellaoue, Jan Schlaudraff, Didier Ya Konan und mir auch nicht schlecht aufgestellt sind.

Und wenn ein Neuer kommt?
Werde ich die Ärmel weiter hochkrempeln.

Haben Sie einen Fußballer als Vorbild?
Ich bewundere Didier Drogba, seine physische Stärke, seine Stabilität, und er braucht keine zwei Chancen, um ein Tor zu erzielen.

Wie können Sie ihm nacheifern?
Konsequente Trainingsarbeit, durch Leistung überzeugen, das ist der einzige Weg.

Sie galten in Polen als Shootingstar. Warum war der Wechsel in die Bundesliga dennoch schwierig?
Hier ist der Fußball schneller und härter. Das Training von Mirko Slomka ist klasse für mich, wir machen viele offensive Trainingsformen. Ich glaube, am Ende der Vorbereitung könnte ich wieder in der Form sein, die ich in Polen schon einmal hatte.

Im Testspiel gegen Köln hat Slomka Sie gerüffelt, weil Sie in einer Situation nicht entschlossen genug agiert haben. Erst mal war ich froh, dass ich 90 Minuten spielen durfte. Die angesprochene Situation ist so eine, aus der ich lernen muss.

Wie weit sind Sie nach eigener Einschätzung in Ihrer Entwicklung?
Ich mag das jetzt nicht in Prozent ausdrücken. Aber 100 Prozent sind noch weit weg.

Demnächst geht es für 96 in der Europa League weiter. Wäre die mögliche Paarung gegen Wisla Krakau, einen Klub aus Ihrer Heimat, im Viertelfinale ein Traum?
Ein Traum wäre das Finale in Bukarest. Aber Krakau als Gegner wäre auch schon etwas.

Und im Sommer folgt die EM in Ihrer Heimat und der Ukraine. Wie stehen Ihre Chancen, dabei zu sein?
Nicht schlecht. Nationaltrainer Franciszek Smuda hat mich in den erweiterten Kader von 30 Spielern berufen. Dabei sind fünf Stürmer, und ich bin der jüngste. Einer davon wird noch aussortiert.

Werden Sie spielen oder nur Zuschauer sein?
Spielen. Das ist mein Ziel.

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