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Hannover 96 Warum ist die neue Startelf fast die alte?
Sportbuzzer Hannover 96 Warum ist die neue Startelf fast die alte?
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22:16 08.08.2016
Von Heiko Rehberg
Hannovers Mannschaft jubelt über das Tor zum 0:1 gegen Kaiserslautern am vergangenen Wochenende. Quelle: dpa
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Hannover

Zwölf Spieler haben 96 nach dem Abstieg verlassen, acht neue Profis sind dazugekommen. Das ist ein gewaltiger Umbruch, nicht untypisch nach einem Abstieg. Doch als auf dem Betzenberg in Kaiserslautern die Aufstellung für das erste Zweitligaspiel nach 14 Jahren verteilt wurde, kam einem die Startelf sehr bekannt vor: Zehn Spieler gehörten bereits vergangene Saison zum 96-Kader, der einzige Neue auf dem Platz war der vom FC St. Pauli nach Hannover gewechselte Sebastian Maier. Mit Martin Harnik wurde beim 4:0-Erfolg ein zweiter Neuzugang in der 76. Minute eingewechselt.

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Selbst der Vergleich mit dem für mindestens eine Saison letzten Erstligaspiel zeigt wenig Veränderungen: Sieben der elf Spieler, die am 14. Mai in die Partie bei Meister Bayern München gingen und mit dem 1:3 die 23. und letzte Saisonniederlage kassierten, waren auch am ersten Zweitligaspieltag von Beginn an dabei. Mit Edgar Prib und Valmir Sulejmani, beide in München in der Startelf, in Kaiserslautern beide eingewechselt, sind es sogar insgesamt neun Profis.

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Die neuen „Roten“ sehen in gewisser Weise also alt aus. Zum Glück nicht auf dem Spielfeld. Was natürlich automatisch zu einer Frage führt, die viele 96-Fans immer noch bewegt: Wenn ein Großteil des alten Teams plötzlich sehenswerten Fußball spielt, wäre der Abstieg dann nicht eigentlich vermeidbar gewesen?

Man könnte die Diskussion abtun mit dem Hinweis, dass es halt ein großer Unterschied zwischen 1. und 2. Liga ist. Und natürlich ist das ein entscheidender Grund, man kann das gleich an mehreren Spielern festmachen. Zum Beispiel an Linksverteidiger Miiko Albornoz. In der 2. Liga ist er deutlich mehr im Vorwärtsgang unterwegs, was seinen Fähigkeiten entgegenkommt. Der Chilene ist technisch gut und schlägt präzise Flanken. In der 1. Liga konnte er das nur andeuten, weil er wesentlich mehr in der Defensive beschäftigt war – und die gehört nur bedingt zu seinen Stärken.

Auch Artur Sobiech, von einigen hannoverschen Fans bereits als der Robert Lewandowski der 2. Liga gefeiert, profitiert davon, dass es schon etwas anderes ist, gegen Naldo oder Jérome Boateng zu spielen, als gegen Kaiserslauterns Stipe Vucur und Patrick Ziegler. Auch einem Iver Fossum oder einem Kenan Karaman kommt es entgegen, dass das Tempo im Unterhaus nicht so hoch ist.

Doch der Wandel der 96-Mannschaft hat nicht allein mit der Klassenzugehörigkeit zu tun. Trainer Daniel Stendel hat es in kurzer Zeit geschafft, Spieler besser zu machen. Er hat dabei nicht mal zaubern müssen, sondern ihm ist das mit der richtigen Ansprache und einem Blick für die passende Position gelungen.

Stendel hat einem wie Sobiech (die 96-Fans wählten ihn in Kaiserslautern zum „Spieler des Spiels“) das Vertrauen gegeben, das ihm alle seine Vorgänger nicht geben wollten. Und er lässt 96 so spielen, dass es Sobiech, einem Stürmer mit Torinstinkt, entgegenkommt: viel über die Flügel, viel mit Flanken.

Manuel Schmiedebach und Felix Klaus hat Stendel ebenfalls wieder aufgepäppelt. Bei ihm bekommt Schmiedebach im defensiven Mittelfeld die Freiheiten, die er dank seines großen Laufpensums benötigt. Und Klaus, der in der 1. Liga meist spätestens bei der zweiten Ballberührung mit der Kugel ins Aus gestolpert ist, lief in Kaiserslautern unermüdlich die Linie runter. Wenn man so will, hat Stendel aus Klaus einen Neuzugang gemacht. Einen neuen Alten sozusagen.

Heiko Rehberg

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