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Hannover 96 Wiederbelebung der 96-Fans misslungen
Sportbuzzer Hannover 96 Wiederbelebung der 96-Fans misslungen
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19:57 01.03.2015
Von Norbert Fettback
Den Clubchef im Visier: Transparent in der Nordkurve. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Ein Grund, kräftig in die Hände zu klatschen, bot sich ja auch wahrlich nicht. Hier und da waren vereinzelte Pfiffe zu hören. Ansonsten hatte es den Anschein, als wollten die meisten nur weg von dem Ort, wo vor noch nicht allzu langer Zeit die Emotionen überbordeten und man etwas verpasst hatte, wenn man nicht selbst zur Stelle war. Das aber scheint Geschichte, wie frühere 96-Glanzzeiten. Es läuft weder auf dem Rasen noch beim vielversprechenden Wechselspiel mit dem zwölften Mann. Das einstige Erfolgsrezept ist passé.

Der Versuch der Wiederbelebung misslang am Sonnabend. Dabei war unter den 40.200 Besuchern der Wille, dabei zu helfen, aus dem Stimmungsloch herauszukommen, und so der Mannschaft den Rücken zu stärken, in der ersten Halbzeit zumindest spürbar. Die 96-Spieler wurden mit Beifall empfangen, vor dem Anpfiff wurden „96 olé“-Gesänge angestimmt, auch danach legten sich vornehmlich Besucher der Nordkurve singend und klatschend ins Zeug. Nach einer guten Viertelstunde folgten Zuschauer auf der West- und der Osttribüne dem Beispiel. Immer wieder unterbrochen von „Kind muss weg!“-Rufen einer kleinen, aber sehr ausdauernden Gruppe.

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Während im Stuttgarter Fanblock Zusammenhalt herrschte und eine Trommel alles übertönte, offenbarte sich im weiten Rund einmal mehr die innere Zerrissenheit derjenigen, die 96 nahestehen. Je länger das Spiel dauerte, desto größer wurde das an Gleichgültigkeit grenzende Schweigen, erst recht nach dem Stuttgarter Führungstor. Aber kann man es den Zuschauern verdenken?

Den Spielern ist der Zusammenhang schon klar. „Wenn du keinen Sieg einfährst, wird es drumherum unruhig“, sagt Innenverteidiger Christian Schulz. Leonardo Bittencourt, einer der Jüngsten im Team, meint: „Wir können die Zuschauer nur mit guten Ergebnissen auf unsere Seite ziehen. So aber werden sie nicht damit anfangen, uns wieder anzufeuern.“ Eine Sichtweise, die auch Dirk Dufner teilt: „Die Mannschaft war bemüht, hat aber nicht so gespielt, dass das Publikum mitgehen konnte“, sagt der 96-Sportdirektor, der eine „komische Stimmung“ ausmachte. „Der Funke muss schon von der Mannschaft selbst kommen.“

Für das nächste Heimspiel sind das keine guten Aussichten. Der FC Bayern wird weit mehr Fans mobilisieren, als es das dem Club zur Verfügung gestellte Kartenkontingent von knapp 5000 Tickets verheißt. Und wie nur soll sich 96 gegen die Übermacht aus dem Süden sportlich etwas ausrechnen können? Vielleicht heißt es einfach, sich mal an hochklassigem Fußball zu erfreuen. Und danach in sich zu gehen und versuchen, sich davon eine Scheibe abzuschneiden. Auf dem Platz und auf den Rängen.

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