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Hannover 96 Eintracht Scheunentor
Sportbuzzer Hannover 96 Eintracht Scheunentor
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00:29 03.11.2014
Von Heiko Rehberg
Kritik am Kritiker: Marco Russ (r.) legt sich in Frankfurt mit Jürgen Grabowski an.
Kritik am Kritiker: Marco Russ (r.) legt sich in Frankfurt mit Jürgen Grabowski an.  Quelle: dpa
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Hannover

Es herrscht keine gute Stimmung im Umfeld von Eintracht Frankfurt, und interessant an dem Satz ist: Man könnte ihn ähnlich auch über Hannover 96 schreiben. Beide Klubs sind in der Woche im DFB-Pokalwettbewerb ausgeschieden, beide Mannschaften haben zuletzt die Nerven ihrer Fans arg strapaziert mit Auftritten, wechselhaft wie das Wetter im Herbst.

96 schien nach dem 1:0-Sieg bei Borussia Dortmund auf dem Weg der Besserung und legte drei Tage später beim Zweitligisten VfR Aalen einen indiskutablen Pokalauftritt hin, sodass der Erfolg in der Bundesliga im Nachhinein wie ein Zufallsprodukt aussieht. Die Eintracht, zuletzt mit drei Pflichtspielniederlagen in Folge, brachte am vergangenen Spieltag beim 4:5 gegen den VfB Stuttgart die extremen Schwankungen gleich komplett in 90 Minuten unter.

Eine weitere Gemeinsamkeit: Die Tabellensituation passt nicht zur Stimmung im Umfeld: 96 ist nach dem 9. Spieltag als Siebter nur einen Platz und einen Punkt von einem Europa-League-Rang entfernt, Frankfurt als Elfter liegt nur einen Punkt hinter den Hannoveranern. Und doch diskutieren die Fans eher, wie weit ihre Mannschaften in den kommenden Wochen nach unten durchgereicht werden.

Auch über die Spielweise wird diskutiert, wobei die Hannoveraner gerne hätten, was die Frankfurter besitzen – und umgekehrt. Eintracht-Stürmer Alexander Meier hat bislang sechs Tore erzielt – so viele wie alle 96-Profis zusammen. Umgekehrt schauen sie bei den Hessen angesichts von 18 Gegentoren neidisch auf die erst elf Tore, die 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler in neun Begegnungen kassieren musste.

96-Fans schimpfen über die schwache Offensive ihrer Mannschaft, in Frankfurt hat Jürgen Grabowski die Abwehr als „Scheunentor“ bezeichnet. Grabowski war 1974 Weltmeister, er ist eine Eintracht-Legende, er darf so etwas sagen. Dass Mittelfeldspieler Marco Russ den prominenten Kritiker daraufhin einen „Vollexperten“ nannte, „der in den zwanziger Jahren gespielt hat“, war zwar eigentlich ein witziger Konter. Aber an Vereinslegenden sollte man lieber nicht seine Schlagfertigkeit testen – erst recht nicht, wenn die Vereinslegende nebenbei Kolumnist der „Bild“-Zeitung ist.

Schaaf in Hannover

Fast immer torreich: Manche in Hannover werden heute bestimmt kurz stutzen, wenn sich der Trainer der Gäste auf seine Bank setzt. Geht es heute doch gegen Bremen und nicht gegen Frankfurt? Für viele Menschen ist Schaaf immer noch der SV Werder, was ja auch kein Wunder ist nach 41 Jahren in einem Verein und dort 14 Jahren als Bundesligatrainer.

Eintracht Frankfurt ist Schaafs zweiter Profiverein – mit 53 Jahren. Hannover 96 war 1999 gerade mal wieder ein Jahr ein Zweitligist, als Schaaf den Chefcoachjob in Bremen übernahm. Von 2002 an kam er jedes Jahr mit Werder nach Hannover, heute kommt er das erste Mal mit der Eintracht. In all den Jahren hat Schaaf in Niedersachsen-Stadion, AWD- und HDI-Arena vor allem torreiche Spiele erlebt. Eine kleine Auswahl:

  • 19. 10. 2002, Hannover – Bremen 4:4: Schaaf und seine Bremer sehen in der Glanzzeit von Ailton und Johan Micoud nach einer 4:2-Führung bereits wie der sichere Sieger aus, doch 96-Stürmer Fredi Bobic sorgt mit zwei Toren noch für ein 4:4.
  • 8. 11. 2003, Hannover – Bremen 1:5: Schaaf verfolgt gelassen eine Werder-Galavorstellung, bei der Nelson Valdez und Ivan Klasnic jeweils doppelt treffen und Jiri Stajner der hannoversche Ehrentreffer gelingt.
  • 8. 12. 2007, Hannover – Bremen 4:3: Wieder gibt es eine Torgala, doch diesmal ist Schaaf danach sauer: Werder zeigte krasse Abwehrschwächen und ermöglicht einem gewissen Mike Hanke das Spiel seines Lebens. Drei Tore erzielt der 96-Stürmer und lässt Per Mertesacker, den Pattenser in der Bremer Abwehr, schlecht aussehen.
  • 13. 2. 2010, Hannover – Bremen 1:5: Wieder einmal erlebt Schaaf auf der Bank in Hannover fünf Tore seiner Mannschaft, die damals von Mesut Özil dirigiert wird. Dem ehemaligen Bremer Leon Andreasen unterläuft ein Eigentor, der ehemalige Bremer Christian Schulz schafft den Ehrentreffer.
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