Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hannover 96 Viele 96-Fans pfeifen auf die Ultras
Sportbuzzer Hannover 96 Viele 96-Fans pfeifen auf die Ultras
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:33 22.04.2013
Von Björn Franz
„Mit diesen Rufen muss man leben, wenn man Entscheidungen trifft“: Die Ultras protestieren gegen Klubchef Martin Kind – und stehen damit offenbar ziemlich alleine da. Quelle: Ulrich zur Nieden
Anzeige
Hannover

Auf dem Rasen der AWD-Arena war kurz nach der Pause bereits alles entschieden. Spannung lag in der Partie zwischen Hannover 96 und dem FC Bayern angesichts der drückenden Überlegenheit der Münchener nicht mehr – und vielleicht spitzte sich gerade deshalb die Situation auf den Rängen besonders zu. Das Zerwürfnis zwischen den sogenannten Ultras und einem Großteil der übrigen Zuschauer wurde so deutlich wie noch nie zuvor – und eskalierte sogar fast in Handgreiflichkeiten.

Immer wieder stimmte ein kleiner Teil der Nordkurve „Kind muss weg!“-Sprechchöre an und untermauerte diese Forderung in Richtung von 96-Klubchef Martin Kind mit entsprechenden Transparenten. Doch die Antwort vieler anderer Besucher fiel ebenso deutlich aus: Regelmäßig folgte den Gesängen ein gellendes Pfeifkonzert, und „Ultras raus!“-Rufe wurden angestimmt. Dass danach sogar Bierbecher zwischen dem Block N16, in dem die Ultras ihren Stammplatz haben, und dem Nachbarblock N17 flogen und sich 96-Fans gegenseitig Schläge androhten, verdeutlicht, wie sehr sich die Lage auf den Rängen zugespitzt hat - und wie isoliert die vornehmlich jungen Hardcore-Anhänger inzwischen im weiten Rund sind.

Anzeige

Während der Ordnungsdienst und die Polizei zwischenzeitlich in den Bereich zwischen den beiden Blöcken kamen, verließen etliche Besucher – offensichtlich genervt von den Auseinandersetzungen - bereits eine halbe Stunde vor Spielende ihre Plätze in N17. Und selbst auf dem Rasen bekamen die Spieler mit, dass über ihnen im Zuschauerbereich einiges aus dem Ruder lief. „Die Tumulte in der 2. Halbzeit haben wir schon mitbekommen“, sagte Innenverteidiger Christian Schulz. Ein Thema in der Kabine seien die Geschehnisse auf den Rängen aber nicht gewesen.

Klubchef Kind, dem die Ultras vorwerfen, die Fankultur mit Verboten und Sanktionen zerstören zu wollen, äußerte sich zum wiederholten Male gelassen zu den Anfeindungen gegen seine Person. „Mit diesen Rufen muss man leben, wenn man Entscheidungen trifft“, sagte Kind. Genugtuung verspüre er wegen der lautstarken Kritik an den Ultras durch viele andere 96-Fans aber nicht. Zumal eine weitere Eskalation der Situation in den beiden letzten Heimspielen der Saison gegen Mainz und Düsseldorf droht.

Mehr zum Thema

Dietmar Beiersdorfer, Volker Finke, Michael Meier: Als Nachfolger für Jörg Schmadtke bei Hannover 96 werden derzeit diverse Namen gehandelt. Auf dem Schreibtisch von Klubchef Martin Kind türmen sich knapp 70 Bewerbungen. Kind spricht im Interview über die Anforderungen an den Neuen und seinen Zeitplan.

24.04.2013

Auch wenn am Sonnabend die Sonne schien im hannoverschen Stadion: Für Mirko Slomka war es ein ungemütlicher Nachmittag. Der 96-Trainer sieht sich mit viel Kritik konfrontiert, und das hat nicht allein mit der 1:6-Klatsche zu tun, die seine Mannschaft gegen den FC Bayern München bezog.

Heiko Rehberg 24.04.2013

Es war eine Deklassierung: Hannover 96 unterliegt dem FC Bayern München mit 1:6. Ein Eigentor von Lars Stindl brachte die Bayern in der 16. Minute in Führung, Ribery erhöhte in der 22. Minute, Gomez legte in der 40. und 63. Minute zum 0:4 nach, bevor Pizarro das 0:5 schoss. Erst in der 84. Minute gelang den Roten ein Anschlusstreffer, doch die Bayern erhöhten direkt danach auf 1:6.

Heiko Rehberg 23.04.2013
24.04.2013
Heiko Rehberg 24.04.2013
Hannover 96 Nach 1:6-Klatsche gegen München - 96-Coach Mirko Slomka hakt Europa ab
21.04.2013