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Hannover 96 Der Alltag ist für 96 zurück
Sportbuzzer Hannover 96 Der Alltag ist für 96 zurück
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06:36 19.11.2015
Von Christian Purbs
Wieder dabei und gleich mittendrin: Nationaltorwart Ron-Robert Zieler (Bild oben, Mitte und links) trainierte bei der Übungseinheit gestern Nachmittag wieder mit der Mannschaft von Hannover 96, reden wollte er über die Ereignisse der vergangenen Tagen noch nicht. Auch Leon Andreasen (rechts) absolvierte mit Armschiene die volle Einheit. Ob der Däne in Gladbach spielen kann, ist jedoch noch fraglich. Fotos (4): Petrow Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Kaum etwas erinnert noch an den dramatischen Dienstagabend in und rund um die HDI-Arena. Neben der Bushaltestelle an der Einfahrt zur Robert-Enke-Straße stehen noch ein paar Absperrgitter, vor dem Stadionbad sind drei Kameras aufgebaut, die den VIP-Eingang der Arena im Fokus haben. Ansonsten ist auf dem Stadiongelände der Alltag zurück. Jogger und Radfahrer drehen ihre Runden, Lieferwagen passieren die Schranke vor der Osttribüne, auf den Parkplätzen im Innenbereich stehen die Autos der Profis von Hannover 96, die aufgrund der Sperrung der Arena einen freien Vormittag hatten.

Die Trainingseinheit der Niedersachsen, die für 9.30 Uhr angesetzt war, wurde abgesagt. Die Entscheidung sei schon am Dienstagabend getroffen worden, teilte der Bundesligist mit: „Dem einen oder anderen tut es sicher gut, nach den Geschehnissen etwas länger zu schlafen. Aber wir haben das Training schon aus logistischen Gründen abgesagt“, sagt 96-Pressesprecher Alex Jacob. Am Mittag stehen der Mannschaft alle Bereiche wieder zur Verfügung, das für 14.30 Uhr angesetzte Training auf dem Platz der Mehrkampfanlage direkt neben dem Stadion kann stattfinden.

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Zieler will Donnerstag reden

Mit dabei ist auch 96-Torwart Ron-Robert Zieler. Der Nationaltorhüter war am Dienstagabend im Bus der DFB-Auswahl auf den Weg in die Arena, als das Länderspiel gegen die Niederlande abgesagt wurde. Auch die Terror-Anschlägen von Paris erlebte der 26-Jährige im Stade de France in Paris mit. Mittwochg wollte sich Zieler, der sehr wahrscheinlich gegen die Holländer im deutschen Tor gestanden und sein siebtes Länderspiel gemacht hätte, zu den Ereignissen der vergangenen Tage noch nicht äußern. Das will der 96-Profi heute im Anschluss an die Pressekonferenz zum Bundesligaspiel am Sonnabend bei Borussia Mönchengladbach nachholen.

Natürlich sei die Absage des Länderspiels und die Sperrung der Arena auch das Gesprächsthema in der Kabine gewesen, sagt Christian Schulz. „Man kennt die Bilder nur aus dem Fernsehen, und auf einmal ist das hier in Deutschland, in Hannover. Das ist schon ein komisches Gefühl“, sagt der 96-Kapitän.

Die Fans wollen weiter ins Stadion gehen

Die Entscheidung der Deutschen Fußball-Liga, die Spiele in der Bundesliga wie geplant stattfinden zu lassen, findet Schulz richtig. „Wenn es keine Sicherheitsbedenken gibt, ist es unser Job, am Samstag auf dem Platz zu stehen.“ Die Frage, wie sicher in Zukunft ein Besuch im Stadion sein wird, beschäftigte auch die Fans der „Roten“, die Mittwoch beim Training zuschauten. Natürlich werde er auch weiterhin zum Fußball gehen, sagt Uwe Müller aus Hannover . Der 60-Jährige will das Team von Trainer Michael Frontzeck beim Auswärtsspiel am 4. Dezember beim FC Schalke 04 mit seinem Sohn Kevin anfeuern. „Wir wären ja schön blöd, wenn wir uns durch so etwas abschrecken lassen würden. Was die Lumpen da in Paris gemacht haben, ist traurig. Aber wenn wir jetzt nicht mehr ins Stadion gehen, dann dürften wir auch nicht mehr ins Kino oder Restaurant gehen“, sagt Müller.

Auch Niclas Grube wird beim nächsten Heimspiel in neun Tagen gegen den FC Ingolstadt auf seinem Stammplatz auf der Westtribüne sitzen. „Auch wenn ich jetzt ein mulmiges Gefühl habe, ich werde auf jeden Fall hingehen.“

Jörg Grußendorf 17.11.2015