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Hannover 96 Kann 96 nur durch "Betrug" gewinnen?
Sportbuzzer Hannover 96 Kann 96 nur durch "Betrug" gewinnen?
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09:51 03.11.2015
Von Heiko Rehberg
Erst Andreasen als Volleyballer (links), dann Bech als Schwalbe: Hannover 96 profitierte von zwei klaren Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. Quelle: Team zN/Imago/M
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Hannover

„Natürlich möchte ich nicht, dass Hannover 96 absteigt“, schrieb am Montag Peter F. in einer Mail an die Sportredaktion der HAZ. „Aber langfristig wird die Mannschaft nur Erfolg haben, wenn sie auf manuellen Betrug und Elfmeterschinderei verzichtet.“ Fuchs ist übrigens Mitglied des Hamburger SV – das verheimlichte der 81-Jährige nicht.

Hannover 96 steckt unfreiwillig mittendrin in der Schiedsrichterdebatte, die in der Bundesliga mit großer Leidenschaft geführt wird. Und man kann nicht wirklich behaupten, dass die „Roten“ in der laufenden Saison ein Leidtragender davon sind, dass den Unparteiischen ungewöhnlich viele Fehlentscheidungen unterlaufen.

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Spiele von Hannover 96 in Hamburg sind fast immer etwas ganz Besonderes. Und angesichts der prekären Situation bei 96 fehlte es auch diesmal nicht an Brisanz.

Beim 1:0-Sieg von 96 in Köln übersah Schiedsrichter Bastian Dankert, dass Leon Andreasen den Siegtreffer mit dem Unterarm erzielt hatte. Beim 2:1-Erfolg am Sonntag in Hamburg brachte ein sehr umstrittener Elfmeter die „Roten“ zurück ins Spiel.

"Das ist fahrlässig": Reaktionen zum Andreasen Handspiel

"Es ist, wie es ist. Unglückliche Entscheidungen gehören zum Fußball dazu, sie sind Teil des Spiels“, gab sich Kölns Coach Peter Stöger nach der ersten Aufregung diplomatisch. Kurz zuvor hatte Leon Andreasen gegen die Geißböcke das entscheidende Tor mit der Hand erzielt. „Der Schiedsrichter hat einen Fehler gemacht, aber ich finde nicht, dass es die Aufgabe von Andreasen ist, zu ihm zu gehen.“ Aufgebrachter reagierte Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke: „Ich habe es so gesehen wie die meisten im Stadion. Im Handball nennt man das Kempa-Trick. Wir haben mittlerweile vier Leute im Stadion rumturnen, die es noch nicht mal für nötig gehalten haben, den Spieler zu fragen. Was mich aber wundert, ist, dass der Schiedsrichter keinen Impuls hatte, den Torschützen zu fragen, wenn so viele Spieler auf ihn zustürmen. Dass das nicht passiert, halte ich für fahrlässig“, sagte der ehemalige 96-Manager.

Der Zweikampf zwischen dem 96-Profi Uffe Bech und HSV-Innenverteidiger Emir Spahic, der in der 58. Minute zum Elfmeterpfiff von Sascha Stegemann führte, zeigt jedoch auch die missliche Lage, in die Schiedsrichter an jedem Spieltag geraten können. Spahic grätschte, Bech fiel, allerdings erst mit Verzögerung. Der Däne („Er kommt zu spät, und es gab einen Kontakt“) suchte mehr das Bein von Spahic, als von ihm getroffen zu werden. Die „Neue Presse“ formulierte das sehr nett mit einer kleinen Neuerfindung: die „Halbschwalbe“.

Es war ein Elfmeter der Kategorie „Kann man pfeifen, muss man aber nicht“ – mit Tendenz zu „Muss man nicht“.

Auch ein zweites Mal hatte 96 Glück. Hiroki Sakai, diesmal mit mehr Licht als Schatten, unterlief in der 87. Minute eine für ihn nicht untypische Ungeschicklichkeit im Zweikampf mit dem Hamburger Nicolai Müller. „Sakais Einsteigen gegen Müller im Strafraum hätte der Referee ahnden müssen“, schrieb gestern das Fachmagazin „kicker“. Ahnden hätte in diesem Fall bedeutet: Elfmeter kurz vor Schluss für Hamburg, Chance zum 2:2.

In einer Saison gleichen sich Fehlentscheidungen aus, heißt es gern im Fußball. Wenn das stimmt, sind das mit Blick auf das Heimspiel am Freitag gegen Hertha BSC und die fünf restlichen Spiele in diesem Jahr keine guten Nachrichten für 96.

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Einen Bericht zu den immer lauter werdenden Forderungen nach Einführung des Videobeweises lesen Sie hier.

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