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Hannover 96 Zwischen den Extremen
Sportbuzzer Hannover 96 Zwischen den Extremen
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21:33 21.10.2014
Von Heiko Rehberg
„Es geht nur über harte Arbeit“: Tayfun Korkut will bis Sonnabend dafür sorgen, dass sich in Dortmund eine Leistung wie gegen Mönchengladbach nicht wiederholt.
„Es geht nur über harte Arbeit“: Tayfun Korkut will bis Sonnabend dafür sorgen, dass sich in Dortmund eine Leistung wie gegen Mönchengladbach nicht wiederholt. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Auch das gehört zu dem, was man als Trainer des Bundesligisten Hannover 96 lernen muss: Dass Fußball in der Region manchmal auf eine ganz spezielle Art wahrgenommen wird. „Mir kommt es vor“, sagte Tayfun Korkut, bestärkt von den Reaktionen auf das 0:3 gegen Borussia Mönchengladbach, „als ob es hier nur eines gibt: Super traumhaft oder Krise. Gibt es nichts dazwischen?“

Natürlich gibt es etwas dazwischen, auch in Hannover und auch für die Fans, die gerne zwischen den beiden Extremen schwanken. Nach nur fünf Toren in acht Spielen und drei Niederlagen in Folge gerät Gutes jedoch schnell in Vergessenheit, deshalb hat Korkut am Dienstag ausdrücklich betont, dass „mit Sicherheit nicht alles so schlecht ist, wie es wirkt“.

Niederlage abhaken und nach vorn sehen: Die Spieler von Hannover 96 haben am Dienstag mit der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel in Dortmund begonnen.

Auch mit ein bisschen Distanz zu der ersten Heimpleite und nach mehrmaligem Videostudium redet Korkut nichts schön. Wenn das anders wäre, dann hätte die gestrige Trainingseinheit nicht mit einem Nachsitzen der Profis und mehr als einstündiger Verspätung angefangen, „weil wir unsere Analyse fortgesetzt haben“.

Der 96-Trainer hatte die Spieler mit dem Hinweis in den freien Montag geschickt, „sich anderthalb Tage Zeit zu nehmen, um über das Spiel nachzudenken“. Auch im Trainerteam habe man sich alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen. „Jeder sollte selbstkritisch sein – das ist der erste Schritt, um etwas zu verbessern. Wir haben eine selbstkritische Mannschaft. Da wird nichts an den Nebenmann weiter geschoben“, sagte Korkut.

Wie aber will 96 am Sonnabend in Dortmund (Anstoß: 15.30 Uhr) die Kurve kriegen? „Das geht nur über harte Arbeit“, sagte Korkut, „geschenkt wird uns nichts werden.“ Nun muss man keinen Fußballlehrerschein besitzen, um die beiden größten hannoverschen Probleme zu erkennen. 96 schießt viel zu wenig Tore. „Und wir haben in den vergangenen Spielen Tore bekommen, die man nicht bekommen muss“, sagte Korkut.

Außerdem hat sich die Mannschaft gegen Mönchengladbach erschreckend schnell von ihrem Weg abbringen lassen, das erste Gegentor nach 14 Minuten reichte dafür bereits aus. „Bis dahin war es für mich ein Spiel auf Augenhöhe“, sagte Korkut, „wir haben nach vorne agiert und hatten Eckbälle und Freistöße, die holst du dir nur, wenn du auch was richtig machst.“

Rätselhaft bleibt, warum die Mannschaft nach dem zweiten Gegentreffer kurz nach der Pause aufsteckte, obwohl noch 41 Minuten Zeit gewesen wären, die Wende zu schaffen. Genau dafür gab es am Ende die Pfiffe des Publikums: Weil wie beim 0:4 in München der Eindruck entstanden war, dass die 96-Spieler nicht alles versucht hatten, um den Rückstand aufzuholen. Ein Eindruck, der laut Korkut falsch ist und in Dortmund gar nicht erst entstehen soll: „Wir müssen an ein paar Schrauben drehen, damit unser Spiel wieder besser funktioniert.“ Der Gegner sei dabei zweitrangig. „Wenn wir uns nicht verbessern, ist es egal, gegen wen wir spielen.“

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