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Hannover Indians Torwarttalent ist zu "100 Prozent ein Indianer"
Sportbuzzer Hannover Indians Torwarttalent ist zu "100 Prozent ein Indianer"
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03:00 26.03.2017
Ein seltenes Bild: Indians-Torwart Mirko Pantkowski ist im Play-Off-Spiel gegen Herne geschlagen. Quelle: Sielski

Herr Pantkowski, Sie sind ja nur über drei Ecken Hannoveraner. Sie haben einen Vertrag beim DEL-Club Mannheim, sind per Kooperation an Kassel ausgeliehen und von dort mit einem Spielrecht für die Indians ausgestattet. Fühlen Sie sich überhaupt wie ein Indianer?

Ich bin super aufgenommen worden von den Jungs hier und fühle mich wirklich 100 Prozent als Indianer. Ich bin froh, in Hannover spielen zu können bei so einem traditionsreichen Club, der so tolle Fans hat. Es macht mir wahnsinnig Spaß hier.

Wussten Sie, dass Hannover eine große Eishockey-Tradition hat?
Na klar! Mein Bruder Jan hat sogar damals bei den Braves hier in Hannover in der Oberliga gespielt. Da habe ich schon was mitbekommen von den Indians und was für Fans in Hannover sind. Außerdem mag ich die Stadt sehr gern, es ist ein bisschen größer als Kassel.

Der EC Hannover Indians steht kurz davor, den Herner EV aus den Play-offs der Eishockey-Oberliga zu werfen. Der ECH gewann auch das zweite Spiel der Serie gegen den haushohen Favoriten, die Partie endete mit 2:1 (0:1, 2:0, 0:0) für die Hannoveraner.

Eigentlich lief die Saison für die Indians nicht so gut. Jetzt können Sie in den Play-offs plötzlich den Ersten rauswerfen. Was hat sich verändert?
Natürlich hatten wir nicht alles erfüllt, was erwartet wurde. Aber wir haben meistens solide gespielt, mit ein paar Durchhängern. Play-offs sind anderes Eishockey, das ist ein Neuanfang, da ist jeder motiviert. Wir wollten einfach unser Bestes geben. Bisher klappt das gut.

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Wie sich die Indians auf das vierte Play-Off-Spiel gegen Herne vorbereiten, lesen Sie hier.

In der Serie gegen Herne liegen die Indians 2:1 vorn – und Sie haben einen erheblichen Anteil daran ...
Ich würde nicht sagen, dass das nur an mir liegt. Das ist eine Mannschaftsleistung. Jeder hat hart gearbeitet. Wir sind locker reingegangen und hatten nichts zu verlieren.

Wie sind Sie eigentlich Eishockey-Torwart geworden?
Mit Schlittschuhlaufen habe ich mit vier Jahren angefangen, richtig mit Eishockey mit fünf. Mein großer Bruder ist sechs Jahre älter als ich und hat schon gespielt. Und der hat gesagt: Kleiner Bruder, du gehst ab ins Tor.

Sie sind zwar erst 18, aber schon ziemlich routiniert auf dem Eis...
Mit 14 habe ich zum ersten Mal in Kassel mit der Oberliga-Mannschaft mittrainiert, mit 15 hatte ich mein Oberliga-Debüt. Ich habe schon viel mitbekommen, wie es abläuft mit dem Profigeschäft, und auch durch meinen Bruder viele Tipps und Erfahrungen gesammelt.

Mirko Pantkowsi kann im Spiel gegen die Wedemark Scorpions den Gegentreffer nicht mehr verhindern. Quelle: Sielski

Der große Traum heißt NHL?
Ja, klar, das ist von jedem Eishockeyspieler der Traum. Und auch meiner. Wenn ich mir das aussuchen könnte, würde ich gerne für die New York Rangers spielen. Ich bin immer schon Lundqvist-Fan gewesen (Henrik Lundqvist, Rangers-Goalie), das ist mein Vorbild. Aber so weit denke ich nicht. Ich will erst einmal in der Oberliga Fuß fassen, dann in der zweiten Liga, dann vielleicht auch in der DEL. Ich will das langsam angehen lassen.

Und Schule?
Schule habe ich durchgezogen. Ich war in Mannheim auf einem Internat, da konnte ich Schule und Eishockey verbinden. Letztes Jahr habe ich mein Fachabi gemacht. Damit habe ich die Absicherung, dass ich immer anfangen kann zu studieren. Das ist sehr wichtig.

Was macht das Torwartspiel beim Eishockey aus?
Angst darfst du nicht haben, du bist wie in einem Tunnel. Man ist nur auf die Scheibe konzentriert, versucht sie so lange wie möglich zu verfolgen. Fürs menschliche Auge ist das nicht immer machbar, weil der Puck so schnell fliegt. Aber das macht man mit gutem Positionsspiel wett, das kann man erahnen.

Können die Indians-Fans denn darauf hoffen, Sie nächstes Jahr noch in Hannover zu sehen?
Das kann realistisch sein. Mein Vertrag in Mannheim läuft noch ein Jahr. Mal sehen, ob die Kooperation bis dahin bleibt zwischen Mannheim und Kassel und Kassel und den Indians.

Interview: Jonas Szemkus

Die Indians möchten nicht noch einmal nach Herne – deshalb müssen sie am Freitag um 20 Uhr unbedingt gewinnen. Spiel Nummer vier ist ein Heimspiel, und das ist nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht eine gute Nachricht. .

Heiko Rehberg 23.03.2017

Nach zuvor vier Siegen aus vier Spielen in der aktuellen Play-off-Saison musste Eishockey-Oberligist EC Hannover Indians seine erste Niederlage hinnehmen. Die Mannschaft von Trainer Tobias Stolikowski verlor am gestern Abend beim Herner EV mit 2:5 (0:1, 2:3, 0:1). Mit diesem Erfolg verkürzte der Vorrundenmeister in der Serie auf 1:2. 

24.03.2017

Der ECH holperte sich durch die Saison – doch in den Play-offs gegen Herne trumpft er groß auf. Ein Sieg fehlt den Indians noch, um den favorisierten Herner EV rauszuwerfen.

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