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Hannover Indians Indians denken über Umzug in TUI Arena nach
Sportbuzzer Hannover Indians Indians denken über Umzug in TUI Arena nach
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00:15 22.02.2013
Von Björn Franz
Foto: Weil das Geld fehlt, denken die Verantwortlichen bei den Indians sogar über einen Umzug in die TUI Arena nach.
Weil das Geld fehlt, denken die Verantwortlichen bei den Indians sogar über einen Umzug in die TUI Arena nach. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Der Freitag war mal wieder ein Festtag am Pferdeturm. 3222 Zuschauer bildeten eine tolle Kulisse beim 2:1-Sieg des EC Hannover Indians über den Tabellenzweiten der 2. Eishockey-Bundesliga aus Schwenningen. Im Kampf um die Play-offs waren die drei Punkte enorm wichtig, und der um etwa 500 Fans über dem bisherigen Schnitt liegende Besuch war auch in finanzieller Hinsicht erfreulich. Doch auch das ändert nichts an der Tatsache, dass die Zukunft des Klubs in den Sternen steht. Geschäftsführer Dirk Wroblewski sucht händeringend nach einer Perspektive für die Indians – und erwägt dabei sogar einen Umzug in die TUI Arena.

Die Probleme sind vielschichtig. Ohne Aufstiegsmöglichkeit in die 1. Liga fehlt der sportlichen Anreiz, was sich auch auf die in Hannover angesichts vieler Profiklubs ohnehin schwierige Sponsorensuche auswirkt. Dazu kommt, dass die Indians bei ihren Heimspielen auf die Einnahmen aus der Gastronomie verzichten müssen. Die geht an die Pächterin Kathrin Müllerchen – der Klub erhält im Gegenzug einen Euro pro Zuschauer. „Wir produzieren eine Wertschöpfung, die jemand anderes erhält“, sagt Wroblewski. „Wenn man alles zusammenzählt – infrastrukturelle und sportliche Probleme –, bekommt man schon Zweifel, warum man sich das antut.“

Zumal unter dem Strich regelmäßig ein dickes Minus steht. Zwischen 250.000 und 300.000 Euro Verlust machen die Indians nach Angaben ihres Geschäftsführers Jahr für Jahr. Etwa 300.000 Euro gingen dem Klub in der Gastronomie bei Heimspielen verloren, sagt Wroblewski. Dazu kommen rund 200.000 Euro, die der Klub für das auf dem Parkplatz errichtete VIP-Zelt aufbringen müsse, weil entsprechende Räumlichkeiten im Stadion fehlen. „Zusammen mit dem Vertrieb, den wir uns leisten müssen, um gegen Konkurrenten wie Hannover 96 mit ihrem aggressivem Vermarkter Sportfive anzukämpfen, fehlt uns jedes Jahr etwa eine Million Euro, die wir ausgeben, ohne dass es etwas mit dem Sport zu tun hat“, rechnet der Geschäftsführer vor.

Das Defizit, das sich daraus ergibt, zahlt bislang regelmäßig Gesellschafter Berndt Blumenthal. Auch wenn Wroblewski Gerüchte dementiert, dass sich der wichtigste Geldgeber bei den Indians zurückziehen will, sucht er nach einem Ausweg aus dieser Situation – und wendet den Blick dabei in Richtung Expo-Plaza. „Natürlich spielt die Arena in unseren Überlegungen eine Rolle“, sagt der Chef des Zweitligisten. Sein Plan: Indians und Erstligist Hannover Scorpions sollen in der kommenden Saison in der Multifunktionsarena spielen. An Wochenspieltagen sowie bei Freundschaftsspielen könnte von beiden Klubs auch der Pferdeturm mit einbezogen werden – wobei die Scorpions dafür eine Ausnahmegenehmigung der Liga bräuchten. In den vergangenen Wochen suchte Wroblewski mehrfach das Gespräch mit Arena-Besitzer Günter Papenburg – allerdings ohne zu einem Resultat zu kommen.

Papenburg signalisierte am Dienstag zumindest Interesse, die Indians als Mieter aufzunehmen („Wir würden das begrüßen“). Doch ob dieser Schritt deren Probleme lösen würde, ist fraglich. Zum einen steht der Großteil der Indians-Fans einem Umzug ablehnend gegenüber. Und wie bisher am Pferdeturm würde der Zweitligist auch in der Arena keine Gastronomieeinnahmen haben. Dafür aber Mietkosten. Die Wunschlösung von Wroblewski dürfte daher eine Zukunft am Pferdeturm sein – aber nicht als Gast, sondern als Hausherr. Und ein wenig Druck auf die Politik, den die Umzugsdiskussion erzeugen dürfte, kommt da sicherlich ganz gelegen.

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