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Hannover Scorpions Hannover Scorpions denken über Rückzug aus DEL nach
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13:28 05.06.2013
Von Björn Franz
Die Zukunft der Hannover Scorpions ist mal wieder offen. Quelle: Petrow (Archiv)
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Hannover

Eigentlich war in diesem Jahr alles klar. Oder es sollte zumindest alles klar sein. Bereits vor etlichen Wochen hatte Klubchef Günter Papenburg erklärt, dass die Hannover Scorpions auch in der kommenden Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) spielen werden. Ein unruhiger Sommer, wie ihn die Fans des Erstligisten in den vergangenen Jahren regelmäßig erleben mussten, schien damit ausgeschlossen. Doch das täuschte womöglich. Denn nach HAZ-Informationen haben die Verantwortlichen der Scorpions derzeit ihre Zukunftsplanungen noch einmal auf den Prüfstand gestellt.

Wenn sich heute Vormittag der Aufsichtsrat des Klubs trifft, dann liegen offenbar gleich drei Optionen auf dem Tisch. Außer der bislang vorgesehenen Variante, mit einem erneut reduzierten Etat in die 18. Saison in der höchsten deutschen Liga zu starten, werden auch der Verkauf der DEL-Lizenz samt Rückzug in die 2. Liga sowie das Engagement eines russischen Investors diskutiert, der die Scorpions möglichst schnell in der Kontinental Hockey League (KHL) spielen sehen möchte – in der außer russischen Mannschaften bislang auch Teams aus Kasachstan, Lettland, Weißrussland, der Ukraine, der Slowakei und Tschechien antreten.

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Die Gründe für die neu aufgelegte Suche nach einer Perspektive für den Klub sollen in einigen Vorfällen der vergangenen Wochen liegen. Papenburg und Sportdirektor Marco Stichnoth sind dem Vernehmen nach speziell vom Verhalten der Stadt Hannover und der Deutschen Messe AG enttäuscht. Während der bisherige Zweitligist EC Hannover Indians nach seinem Insolvenzantrag viel Unterstützung von der Stadt für einen Neustart am Pferdeturm erhalte, vermissen die Scorpions eben dieses Engagement der hannoverschen Verwaltung bei ihren Problemen. Und dass die Messe AG, die vor zwei Jahren eine geplante Beteiligung an der TUI-Arena ablehnte, nun eine eigene Multifunktionsarena in unmittelbarer Nähe der Scorpions-Spielstätte bauen will, sorgt bei Papenburg ebenfalls nicht gerade für Begeisterung.

Daher sieht der Bauunternehmer, der seit der Übernahme der Scorpions im Jahr 2004 eine zweistellige Millionensumme in den Eishockeyklub gesteckt hat, offenbar Grund genug, die Zukunftsplanungen noch einmal zu überdenken. Einem Bericht der Fachzeitung „Eishockey News“ nach führten die Hannoveraner bereits Gespräche mit den beiden Zweitliga-Finalisten Bietigheim Steelers und Schwenninger Wild Wings über einen möglichen Lizenzverkauf. Ein Dementi vonseiten der Scorpions gab es zu dem im Internet veröffentlichten Artikel nicht. Und die Tatsache, dass lediglich Trainer Igor Pavlov einen Vertrag für die neue Saison besitzt, aber nach Klubangaben noch kein einziger Spieler, beflügelt entsprechende Gerüchte zusätzlich.

Heute Vormittag wird sich daher der Aufsichtsrat mit der künftigen Ausrichtung des Eishockey-Erstligisten beschäftigen – und möglicherweise bereits die Weichen für die Zukunft stellen. Klar scheint vor dem Treffen des Gremiums, in dem außer Papenburg unter anderem der ehemalige Mercedes-Benz-Niederlassungsleiter Harrald Wendt und der einstige Preussag-Vorstand Wolfgang Schultze sitzen, lediglich eines zu sein: Die Hannover Scorpions werden auch in der kommenden Saison Eishockey spielen. Ob sie das allerdings in der DEL tun, in der 2. Liga oder gar in der russischen KHL, das ist derzeit alles andere als klar. Und den Fans des Klubs steht daher wohl schon wieder ein unruhiger Sommer bevor.

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