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Hannover Scorpions Hannover Scorpions feiern ihren ersten Meistertitel
Sportbuzzer Hannover Scorpions Hannover Scorpions feiern ihren ersten Meistertitel
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22:51 25.04.2010
Von Jens Reinbold
Da ist er: Thomas Dolak stemmt nach dem 4:2-Sieg im dritten Play-off-Spiel gegen die Augsburger Panther in der TUI Arena den Meisterpokal in die Höhe. Quelle: zur Nieden
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Die Zapfanlage im Kabinentrakt der TUI Arena lief schon heiß, als ein Jagdhornbläser die Umkleide des neuen deutschen Eishockey-Meisters betrat und loslegte. So ein Tag, so wunderschön wie heute, intonierte der Bläser, und die Profis ließen sich nicht lange bitten: Einer sang lauter als der andere, was zwar nicht besonders schön klang, aber dennoch den Ton traf: An diesem wunderschönen, ja durchaus historischen 25. April haben die Hannover Scorpions sich den Titel der Deutschen Eishockey-Liga geschnappt.

Es war 16.49 Uhr, als die Scorpions-Kapitäne Tino Boos, Patrick Köppchen und Sascha Goc in der TUI Arena den riesigen Meisterpokal im glitzernden Staniolregen entgegennahmen. Und man muss an einem solchen Nachmittag, der so reich an Emotionen ist, auf die speziellen Momente achten. Vielleicht war es ein solcher Moment, als kurz nach der Schlusssirene nach dem 4:2-Sieg gegen die Augsburger Panther Hans Zach das Eis betrat. Der 61-jährige Scorpions-Trainer hat schon so viel erlebt, doch gestern schien auch er von den Gefühlen übermannt. Immer wieder mied er die Fernsehkameras, und doch verrieten die bewegten Bilder, dass Zach zu kämpfen hatte. Dieser Zach, der es gewohnt ist, immer alles unter Kontrolle zu haben, er kämpfte mit den Tränen. Wenig später war der Tölzer, der mit diesem Titel seine Trainerlaufbahn beendet, komplett durchnässt, Boos und Köppchen hatten ihrem Coach eine Bierdusche verabreicht.

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Gestern war alles erlaubt. Schon am frühen Nachmittag herrschte auf der Expo-Plaza Festtagsstimmung. Ausgelassen warteten die Fans beim Einlass in langen Schlangen in der Sonne und hofften auf die Fortsetzung des Eiswunders in der TUI Arena. Sie wurden belohnt; und sie belohnten sich selbst. Was für eine Stimmung unter den 10 496 Zuschauern herrschte, als die Finalpartie begann! Gänsehaut garantiert. Mit Happy End.

Mit 2:0 führten die Scorpions nach dem 2. Drittel, eigentlich schien schon alles klar zu sein, als die Gäste doch noch zum 2:2 ausgleichen konnten. Doch Thomas Dolak zwei Minuten vor Schluss sorgte wieder für die Führung. Als Boos kurz vor Schluss einen Bully direkt ins verwaiste Augsburger Tor verwandelte, gab es auf den Rängen kein Halten mehr.

Was folgte, war eine lange Party. Erst auf dem Eis mit der Meisterzeremonie und später wieder auf der Expo-Plaza. Als um 18 Uhr Chris Herperger, Adam Mitchell und Matt Dzieduszycki in Trikot und noch immer auf Schlittschuhen sich samt Pokal unter die Anhänger mischten, wollte jeder die Trophäe einmal anfassen, ein Foto schießen, eben ein Teil davon sein und diese Momente festhalten.

Der Meistertitel ist nun in Hannover – und die Fans, die gestern dabei waren, werden diese Stunden nie vergessen. Freudetrunken lagen sie sich in den Armen, und jeder ihrer Helden, die nach und nach auf die Plaza kamen, wurde als solcher gefeiert. Und die Anhänger bewiesen in aller Feierstimmung noch Gespür für das Wesentliche. Sie forderten lautstark Günter Papenburg, den Mann, der maßgeblich verantwortlich ist für diese wunderbare Geschichte. Der Scorpions-Besitzer kam auf die Plaza, umarmte seine Profis und sagte einen Satz, der vielleicht am besten einordnet, was an diesem wunderschönen Nachmittag auf dem Eis der TUI Arena passierte. „Mehr“, sagte Papenburg, „mehr kann man nicht erreichen.“

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