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Hannover Scorpions Indians kämpfen sich zum Derby-Sieg
Sportbuzzer Hannover Scorpions Indians kämpfen sich zum Derby-Sieg
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00:00 28.02.2018
gut drauf: Die Indians bejubeln das frühe 1:0 durch Branislav Pohanka. Nach hartem Kampf gab’s noch den späten Sieg.
gut drauf: Die Indians bejubeln das frühe 1:0 durch Branislav Pohanka. Nach hartem Kampf gab’s noch den späten Sieg. Quelle: Fotos: Petrow
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Hannover

Eishockey-Derbys bedeuten Spektakel – und das gab’s am Sonntag in allen Facetten beim 5:4-Sieg der Indians nach Penaltyschießen gegen die Scorpions in der Oberliga.

Es ging stürmisch los, den ersten Treffer landete Branislav Pohanka bereits nach fünf Minuten, und das nach schlechten Vorzeichen. Dem Kapitän der Indians brach bei einem Schussversuch der Schläger, der Schaft flog in hohem Bogen gegen die Decke des Hallendachs. Pohanka skatete zur Bank, schnappte sich einen neuen Schläger, und mit dem gelang ihm nur 60 Sekunden später das 1:0 für den ECH.

Nur zwei Minuten nach Pohankas Führungstor legte Lukas Valasek vor 4196 Zuschauern am Pferdeturm das 2:0 nach. Die Scorpions gerieten nun völlig aus der Balance. Und Häme aus der Nordkurve mussten sie sich auch noch gefallen lassen. „Ohne Doping habt ihr keine Chance!“, skandierten die Indians-Fans – eine Anspielung auf den Fall Michael Budd. Der Stürmer wurde vergangene Woche von den Scorpions gefeuert, nachdem er positiv auf Doping getestet worden war.

Was für ein spannendes Ding! Die Hannover Indians haben das Eishockey-Derby gegen die Scorpions gewonnen – im Penaltyschießen.

Ein verpatztes erstes Drittel – für die Scorpions ein Dé-jà-vu-Erlebnis: Bereits bei der 1:3-Niederlage am Pferdeturm im Dezember wurden sie im ersten Abschnitt von den Hausherren überrannt. Aber wie vor fünf Wochen konnten sie die Partie auch diesmal ab dem zweiten Spielabschnitt ausgeglichener gestalten. Und das auch, weil Trainer Dieter Reiss schon nach 20 Minuten den Torhüter wechselte und Lukas Müller für Björn Linda zwischen die Pfosten stellte. An Linda lag es zwar nicht – aber Reiss setzte damit früh ein Zeichen, das sein Team verstand.

Erst scheiterte noch Brian Gibbons, der von den Scorpions erst am Freitag für Budd verpflichtet worden war, doch kurz darauf staubte Björn Bombis in Überzahl zum 2:1-Anschlusstreffer ab. Anschließend nahm der Druck der Gäste, auch bedingt durch umstrittene Strafzeiten gegen die Indians, immer mehr zu. Ein Powerplay führte zum Ausgleich durch Gibbons (38.). Die Indians schlugen zurück – in dieser Phase wie aus dem Nichts: Verteidiger Lasse Uusivirta schlenzte den Puck zum 3:2 ins Netz (39.).

Im Schlussdrittel egalisierten Thomas Pape (51.) und Gibbons (58.) jeweils für die Scorpions, Roman Pfennings gelang das zwischenzeitlich 4:3 (54.). Nach torloser Verlängerung entschied Tobias Schwab das Penaltyschießen. „Wir waren die bessere Mannschaft, ohne Überzahl hätten die Scorpions keinen Punkt geholt“, sagte ECH-Trainer Lenny Soccio. Sein Gegenüber Dieter Reiss empfand den einen Zähler als „gerechten Trost, wir haben uns immer wieder zurückgekämpft“.

Von Stephan Hartung

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