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Hannover Scorpions Robin Thomson wird vom Bankdrücker zum Stabilisator
Sportbuzzer Hannover Scorpions Robin Thomson wird vom Bankdrücker zum Stabilisator
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00:15 10.03.2013
Von Björn Franz
Langmachen für die Pre-Play-offs: Robin Thomson konnte Mitte Februar auf der Ehrenrunde seinen ersten Treffer in der 1. Liga feiern. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Auf einmal wurde es für ihn eng. Gleich zwei Stürmer der Nürnberg Ice Tigers setzten Robin Thomson am vergangenen Sonntag gehörig unter Druck. Noch zu Saisonbeginn, da darf man sich ziemlich sicher sein, hätte der Verteidiger der Hannover Scorpions in solch einer Situation etwas den Überblick verloren. Doch diesmal blieb der 23-Jährige ganz ruhig, spielte den Puck über die Bande aus der Gefahrenzone und ließ die beiden Angreifer damit ins Leere laufen. Ganz so, als sei es für ihn die normalste Sache der Welt. Dabei ist die Tatsache, dass Thomson heute (19.30 Uhr, TUI Arena) mit den Scorpions durch einen Sieg über die Straubing Tigers in die Pre-Play-offs der deutschen Meisterschaft einziehen kann, eine dieser verrückten Geschichten, wie sie fast nur der Sport schreiben kann.

Denn als Thomson vor eineinhalb Jahren innerhalb der Stadt vom EC Hannover Indians zum benachbarten Erstligisten wechselte, wurde er von vielen Beobachtern nur milde belächelt. Schließlich war er am Pferdeturm, wo sein Vater Greg in den achtziger Jahren als Publikumsliebling gefeiert wurde, nicht über die Rolle des achten Verteidigers in der 2. Liga hinausgekommen. Und nun versuchte er es sogar noch eine Klasse höher? Für Thomson war das kein Widerspruch. Eher ein besonderer Anreiz. „Ich habe bei den Indians wenig Eiszeit bekommen und hatte das Gefühl, auf der Stelle zu treten“, sagt er mit Blick zurück. „Dabei bin ich sehr ehrgeizig und will so hoch und so erfolgreich wie möglich spielen.“

Die Gelegenheit dazu bekam er bei den Scorpions. „Ich hatte bei ihnen schon das Sommertraining und die erste Woche der Vorbereitung mitmachen dürfen“, erinnert sich Thomson, der dabei einen so guten Eindruck hinterließ, dass ihm Manager Marco Stichnoth und der damalige Trainer Toni Krinner eine Chance gaben. „Bis Weihnachten hatte ich nur ein paar Wechsel, aber danach habe ich regelmäßig zusammen mit Andy Reiss in der 3.Reihe gespielt“, sagt der ehemalige Junioren-Nationalspieler, der damit die Abwehrformation zweier gebürtiger Hannoveraner bei den Scorpions komplettierte.

Den endgültigen Durchbruch schaffte Thomson aber erst in dieser Saison - und das nicht nur wegen seines ersten Erstligators, das ihm Mitte Februar gegen Iserlohn gelang. „Robin hat einen großen Sprung gemacht und es geschafft, bei uns ein stabiler Verteidiger zu sein“, sagt Trainer Igor Pavlov, unter dem der 23-Jährige noch deutlich mehr Eiszeit erhält. „Er hat seine Defizite durch seine Einstellung, seinen Fleiß und Willen ausgeglichen. Er bleibt cool und findet jetzt auch unter Druck mehrere Optionen.“ Thomson selbst sieht darin einen einfach klingenden Prozess. „Je mehr man spielt, desto automatischer laufen die Dinge auf dem Eis ab“, sagt er. „Und Igor gibt mir viele Tipps, wie ich mit dem Druck umgehen kann.“

Die wird er auch heute gut gebrauchen können, wenn die Scorpions gegen den direkten Konkurrenten aus Straubing um den Einzug in die entscheidende Phase der deutschen Meisterschaft kämpfen. In der könnte es dann für den jungen Abwehrspieler zu einem ganz besonderen Duell kommen: Sein Vater Greg arbeitet als Ko-Trainer bei den Augsburger Panthern - einem der potenziellen Pre-Play-off-Gegner der Hannoveraner. „Bislang war ein direktes Duell zwischen uns noch kein Thema bei unseren Telefonaten. Aber ich denke oft daran“, verrät der Scorpions-Profi, der sich von seinem Vater auch in Vertragsdingen beraten lässt. Und in dieser Hinsicht hat sich der Mann mit der Rückennummer 16 ebenfalls schon einige Gedanken gemacht: „Ich verdanke den Scorpions sehr viel, fühle mich hier sehr wohl und würde gerne bleiben.“

Der Trainer der Hannover Scorpions hat den Tabellenletzten der Vorsaison trotz deutlich geringeren finanziellen Mittel zu einem Mittelfeldteam geformt. Gestern geb der Klub bekannt, dass es mit dem ehemaligen lettischen Nationalspieler weiterarbeiten möchte.

Björn Franz 05.03.2013

Das war kein schöner Freitag für die Hannover Scorpions in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Die Mannschaft verlor mit 2:4 bei den Eisbären Berlin, gleichzeitig gewannen mit Wolfsburg und Straubing die beiden Teams, die den Hannoveranern im Rennen um den 10. Platz und damit die Pre-Play-offs dicht im Nacken sitzen.

02.03.2013

Irgendwie passte dieses Tor zum Spiel. Denn Derek Hahn, der Stürmer des ERC Ingolstadt hatte den Puck in der 27. Minute eigentlich nur auf Verdacht von hinten vor das Tor der Hannover Scorpions gepasst. Einen Mitspieler fand er dort zwar nicht, aber stattdessen bugsierten Torhüter Dimitri Pätzold, Andreas Morczinietz und Robin Thomson die Scheibe irgendwie ins eigene Netz.

Björn Franz 26.02.2013