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19:35 05.10.2011
Scorpions-Kapitän Sascha Goc ist in der Offensive bisher noch nicht aufgetaucht. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Die Zahlen sind deutlich. Gerade einmal drei Tore haben die Hannover Scorpions in den drei Spielen des vergangenen langen Wochenendes erzielt. Die fast schon logische Folge angesichts dieser dürftigen Ausbeute waren null Punkte – verbunden mit dem Abrutschen auf den 9. Tabellenplatz in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Und vor dem morgigen Heimspiel gegen den überraschend schwach in die Saison gestarteten Titelaspiranten Düsseldorfer EG (19.30 Uhr, TUI Arena) sowie der Partie am Sonntag (14.30 Uhr) bei den Kölner Haien stellt sich den Anhängern der Scorpions so die bange Frage, wer die Offensive ihrer Mannschaft wieder in Gang bringen soll.

Bisher war die Antwort darauf immer relativ einfach gewesen: Im Zweifelsfall den Puck zu Sascha Goc bringen, der wird es dann schon machen. Doch der Verteidiger mit der eingebauten Torgarantie, der in den vergangenen drei Spielzeiten insgesamt 72 Treffer für die Scorpions erzielt hat, wartet nach sieben Spielen noch immer auf sein erstes Erfolgserlebnis. Im Vorjahr traf der 32-Jährige zwar auch erst im siebten Spiel, aber vergleichbar ist die Situation dennoch nicht. Denn im Gegensatz zu früheren Jahren bekam Goc zuletzt noch nicht einmal die Gelegenheit, seinen gefürchteten Schlagschuss aus aussichtsreicher Position abzufeuern.

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Bezeichnend war in dieser Hinsicht das Spiel gegen die Eisbären Berlin (1:3) am Montag. Da hatten die Scorpions zu Beginn der Partie zwei Minuten lang zwei Spieler mehr auf dem Eis, und der Kapitän baute sich schussbereit an der blauen Linie auf. Doch er wartete vergeblich auf einen Querpass – stattdessen versuchte sich der kanadische Neuzugang Eric Regan dreimal erfolglos aus der Distanz. Und Goc wirkte nicht nur in dieser Situation ein bisschen wie ein Fremdkörper im eigenen Team. Denn nach dem Wechsel seines kongenialen Vorlagengebers Thomas Dolak zu den Hamburg Freezers ist die Rolle des Mannes, der den ehemaligen Nationalspieler auch unter Bedrängnis in Szene setzen kann, bislang noch nicht neu besetzt worden.

Also müssen es wohl doch erst einmal diejenigen richten, deren primäre Aufgabe das Toreschießen ist: die Stürmer. Wobei die zuletzt kaum Durchschlagskraft entwickelten. Der Ausfall von Jeff Hoggan und Tommi Hannus wegen Adduktorenverletzungen offenbarte schonungslos, wie dünn die Scorpions qualitativ im Angriff besetzt sind. Immerhin erklärte der bereits zweimal in dieser Saison erfolgreiche Finne Hannus, dass er wieder ins Training einsteigen und auflaufen wolle. Aber ob das allein die Sturmflaute beheben kann, darf zumindest bezweifelt werden.

Scorpions-Trainer Toni Krinner hat daher bereits signalisiert, dass er gerne noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden würde. „Sportlich würde es Sinn machen, noch einen Stürmer für die ersten beiden Reihen zu holen“, meint er. „Aber es muss auch finanzierbar sein.“ Und genau da liegt das Problem. Denn laut Geschäftsführer Marco Stichnoth ist für die Verpflichtung eines weiteren Angreifers kein Geld da. Und so muss vielleicht doch wieder der Mann für alle Fälle das Offensivproblem lösen: Sascha Goc.

Björn Franz