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Sportmix Regional Erster Titel für BSK Hannover-Seelze
Sportbuzzer Sportmix Regional Erster Titel für BSK Hannover-Seelze
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18:42 29.04.2018
Das ist der neue deutsche Meister: Der BSK Hannover-Seelze ist in dieser Saison ungeschlagen geblieben. Quelle: Petrow
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Hannover

Mittelgewichtler Andrey Merzlykov ist auf Händen einmal durch den Ring gelaufen, so viel Kraft hatte der Boxer noch locker nach seinem vorzeitigen Erfolg gegen Gevorg Kalashyan. Der BSK Hannover-Seelze stand da längst als vorzeitiger Sieger und neuer deutscher Meister fest. Die Hausherren zelebrierten diesen Rückkampf, sie ließen befreit die Muskeln spielen. Mit 14:8 bezwang der BSK im ausverkauften Autohaus Kahle den angeschlagenen Titelverteidiger Nordhäuser SV, schon in Thüringen hatte das Team mit 13:10 die Oberhand behalten. „Wir haben alles gewonnen, sind durch die Bundesliga marschiert. Diese erste Meisterschaft haben wir uns verdient“, sagte BSK-Chef Arthur Mattheis, der selbst tanzte, sang, vom Team auf den Schultern getragen und in die Luft geworfen wurde. Sie haben eben noch einmal alles rausgehauen an diesem Abend, die Seelzer.

Es war eine Demonstration ihrer Stärke, während die Gäste schwächelten. Das Schwergewicht konnten sie gar nicht besetzen, damit reichten den Gastgebern schon zwei Siege. Raman Sharafa (Bantamgewicht) küsste nach dem Erfolg gegen Fliegengewichts-Europameister Daniel Asenov wie immer den Ringboden, dann verlor Rexhildo Zeneli. Der Albaner war überraschend im Leichtgewicht aufgeboten. All die taktischen Kniffe und Überlegungen von Mattheis und seinen Coaches Dmitri Schunk und Viktor Schedel fielen jedoch nicht ins Gewicht. Zu überlegen war der BSK in den schwereren Klassen. Nach dem folgenden 5:0 von Sevak Miroyan (Halbwelter), der ins Profilager wechselt, waren die Nordhäuser entthront.

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„Wir haben die Meisterschaft im Hinkampf klargemacht. Dort haben wir ihren Willen gebrochen“, kommentierte Schunk strahlend. Magomed Schachidovs Weltergewichts-Duell brach der Ringrichter ebenso in Runde zwei ab wie das von Merzlyakov, der als die Entdeckung der Saison gelten kann. Der 21-jährige Amberger leitet ein Fitnessstudio. „Ihm traue ich im deutschen Boxen eine ganz große Zukunft zu“, attestierte Mattheis.

Knapp wurde es nur noch einmal: Der halbschwere Oleksandr Pohrebniak trennte sich von Peter Mullenberg unentschieden. Schwergewichtler Eugen Waigel musste nicht in den Ring. Zum Abschluss schickte Oleksandr Babych in Runde zwei Steve Wasilewski krachend zu Boden – der schüttelte den Kopf, es ging für ihn nicht weiter. Daraufhin zeigte der superschwere Ukrainer seinen kurzen Kasatschok-Tanz und stemmte Mattheis hoch, der in den Ring gestürmt war, um den Ukrainer zu feiern.

Bald darauf trugen die Seelzer blaue Meister-T-Shirts und feierten. Sponsor Hanisch spendierte eine riesige Torte in Form eines Boxrings, Sharafa und Schachidov erhielten als beste Kämpfer der Saison einen Extra-Pokal. Dazu gab es Freibier für die Fans, auf das die Boxer allerdings verzichteten.

Aus Charkow in der Ukraine bekam der BSK-Macher nach Mitternacht eine Nachricht vom verhinderten Leichtgewichts-Europameister Juri Chestak, der für sein Land im Einsatz war: „Wahnsinn, wir sind deutscher Meister!“ Mattheis formulierte es so: „Ich träume seit 25 Jahren von diesem Titel. Schöner hätte dieser Abend nicht sein können.“

Von Stefan Dinse