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Sportmix Regional Gröschel denkt noch nicht ans Aufhören
Sportbuzzer Sportmix Regional Gröschel denkt noch nicht ans Aufhören
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17:35 29.04.2018
IM STALL: Bult-Trainer Hans-Jürgen Gröschel mit seinem „Galopper des Jahres 2016“ Iquitos. Quelle: Dröse
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Hannover

Am 1. Mai lädt der Hannoversche Rennverein zum 96-Renntag auf die Neue Bult in Langenhagen. Mit dabei ist dann auch Hans-Jürgen Gröschel, der Star-Trainer (mehr als 1200 Siege) aus Langenhagen. Die NP sprach mit dem 74-Jährigen über Top-Galopper Iquitos und ein Karriereende.

Herr Gröschel, beim Bult-Saisonauftakt zu Ostern haben Sie noch wegen des langen Winters auf den Start Ihrer Pferde verzichtet. Aber am 1. Mai schicken Sie Galopper in die Startbox?

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Ja, auf jeden Fall. Es werden fünf Pferde von mir am Start sein, allerdings in keinem der Hauptrennen. Ich bin ja da­für bekannt, dass ich immer spät einsteige und die Form meiner Pferde langsam aufbaue.

Auch Ihr Top-Galopper Iquitos ist noch nicht gelaufen. Wie geht es ihm – und wann startet der Super-Hengst in seine letzte Saison?

Iquitos geht es gut. Er befindet sich im Formaufbau, liegt gerade bei 50, 60 Prozent. Anfang Juni wird er beim Großen Preis der Badischen Wirtschaft starten. Das ist dann zum dritten Mal hintereinander sein Saisoneinstieg. Ende November war er ja noch in Japan im Einsatz gewesen. Da musste ich dem kleinen Kerl Zeit geben, dass er sich erholen konnte.

Wie sieht sein restlicher Saisonplan aus?

Wir gehen mit ihm auch ins Ausland. Zum Grand Prix de Saint Cloud in Frankreich, um ihn international noch bekannter zu machen, um ihn dann eventuell als Deckhengst irgendwann verkaufen zu können. Das hätte er sich verdient. In Deutschland hätte er es schwer als Deckhengst. Da steht sein berühmter Vater Adlerflug schon. Sicher wird er auch den Dallmayr-Preis in München laufen. Im Vorjahr hat er dort gewonnen gegen beste Konkurrenz. Wir bauen ihn jetzt noch einmal auf, damit er sich gut von der Rennbahn verabschieden kann.

Sie haben selber auch schon oft ans Karriereende gedacht. Mit Iquitos’ Erfolgen haben Sie das aber erst mal verworfen. Wie sieht es jetzt aus?

Rudi Gutendorf hat auch immer vom Aufhören geredet und dann doch noch weitergemacht, immer noch auf dem Platz gestanden und Spieler fit gemacht. Ich hänge an meinem Sport, der ja auch mein Hobby ist. Ich wüsste gar nicht, was ich in der Früh machen sollte. Aufstehen, Brötchen holen und Rasen mähen – das wäre nichts für mich. Ich möchte noch helfen, unseren Rennsport zu erhalten. Und ich möchte in Hannover kein Loch hinterlassen. Die Besitzer sind treu und motivieren mich, weiterzumachen. Ich kann jetzt noch nicht sagen: Wenn Iquitos geht, gehe ich auch. Dann müsste schon irgendwas mit mir passieren.

Von Simon Lange